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75 Jahre Chiemgau-Alpenverband für Tracht und Sitte
 Jubiläumsabend am Freitag, 26. Oktober in Hohenaschau   

Aschau i. Chiemgau (hö) – Seit 75 Jahren besteht im Chiemgau ein Trachtenverband. Diesem gehören heute von Amerang über München („Chiemgauer“) insgesamt 23 Trachtenvereine an, die sich vor allem im Achental und Priental sowie am Westufer des Chiemsees befinden. Hauptaufgabe des Verbandes für Tracht und Sitte ist die Brauchtums- Altes Platteln auf der Wiese in Hittenkirchen oberhalb des Chiemsees und Jugendpflege, das Hochhalten und Weitergeben von Trachtenformen, Musik, Gesang, Mundart und Geschichtsbewusststein. Sein Jubiläum feiert der Verband mit rund 200 Mitwirkenden aus allen Gau-Vereinen am Freitag, 26. Oktober ab 20 Uhr in der Festhalle von Hohenaschau. Dabei werden Ehrenvorsitzender Otto Dufter aus Unterwössen und Erster Gauvorstand Sepp Schmid aus Höhenmoos neben der Geschichte auch auf die aktuelle Entwicklung sowie auf die Zukunft der Trachtengemeinschaft eingehen.

 Gründung zur Wahrung der Chiemgauer Identität

Die Gründung des Chiemgau-Alpenverbandes erfolgte im Jahr 1926 mit damals neun Vereinen. Bei der Auftaktversammlung am 25. Juli im Gasthof „Hofwirt“ in Marquartstein schlossen sich die Trachtler und Vereine aus Schleching, Oberwössen, Unterwössen, Marquartstein, Staudach, Grassau, Bernau, Hohenaschau und Niederaschau zusammen. Der Trachtenverein „D´Griabinga“ Hohenaschau als ältester Verein mit Gründung im Jahr 1884 ist somit Gastgeber der Jubiläums-Veranstaltung. Die erste Gauvorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen: 1. Vorstand Matthias Schrobenhauser aus Marquartstein, 2. Vorstand Ludwig Egger aus Bernau, Kassier Matthias Murr aus Unterwössen, Schriftführer Georg Aigner aus Schleching, Beisitzer Alois Bosch aus Grassau, Andreas Weiß aus Staudach und Georg Lengauer aus Hohenaschau. Vorher gehörten die Gründungsvereine dem großen Gauverband I an. Wie es im Protokollbuch heißt, erfolgte die Gründung nicht aus Eigenbrötelei und kleinlicher Streitsucht, sondern mit der Absicht, die Gebirgstrachten-Erhaltungsvereine der Chiemgau-Berge zu sammeln, um mit vereinten Kräften zu arbeiten an der Erhaltung und Pflege Chiemgauer Sitte, Art und Tracht. Weiters heißt es wörtlich: „Der Mensch ist in Art, Sitt´n und Tracht, auch wie der Boden, auf dem er wächst, verschieden. So ist der Chiemgau anders wie das Oberland, anders wie das Berchtesgadener Land. In dieser Erkenntnis sammeln sich die Vereine in zielbewusster Arbeit!“. Viele Gautrachtenfeste und Jubiläen wurden inzwischen innerhalb der Trachtengemeinschaft gefeiert. 

Festzelt beim heurigen Gaufest in Reit im Winkl Wichtige Daten von 1927 bis Heute

Wichtige Maßnahmen zur Fortentwicklung der Trachtenarbeit im Chiemgau waren im Jahr 1927 die Einführung eines Gaupreisplattelns und die Ernennung von Ludwig Benedikt Freiherr von Cramer-Klett aus Hohenaschau zum Protektor des Verbandes. Das erste Gau-Dirndldrahn richteten 1960 die Trachtenkameraden von Grassau aus. 1975 kam es zum ersten Gau-Jugendtag, der damals in Reit im Winkl veranstaltet wurde. Bereits dreimal war der Chiemgau Gastgeber für die große Tagung des Bayerischen Trachtenverbandes. 1963 in Grassau, 1980 in Hohenaschau und 1985 in Bernau. Dem großen Dachverband steht seit einigen Jahren Otto Dufter aus Unterwössen als Erster Vorsitzender voran. Ganz wichtig sind der heutigen Führung und Vorstandschaft die Kirchen- und Jugendarbeit. Seit genau 50 Jahren wird die Tradition der Dank- und Bitt-Wallfahrt zur Kirche „Maria zu den sieben Linden“ nach Raiten in der Gemeinde Schleching gepflegt. Die Jugendarbeit wird seit vielen Jahren von Jugendwart Jakob Steiner wahrgenommen. Steiner, der ebenso wie Gauvorplattler Albert Rauch vom Trachtenverein „Daxenwinkler“ Atzing kommt, ist derzeit auch dabei, die Vorbereitungen einer Teilnahme der Chiemgauer Jugend beim ersten Bayerischen Trachtenjugendtag in München zu treffen. Dieser findet am Samstag, 3. November im Circus-Krone-Bau als Groß-Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber statt. Nähere Auskünfte über Bus-Mitfahrgelegenheiten zu diesem Tag gibt es bei Jakob Steiner, Telefon 08051-4957.  

Fotos: Hötzelsperger

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