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Vergnügliche Faschingshochzeit von Aschau von Traumwetter und von Hochzeitslader aus Niederbayern begünstigt
Nach sechs Jahren waren die Aschauer wieder reif für eine Faschingshochzeit

Aschau (hö) – Nach sechs Jahren waren die Aschauer wieder reif für eine Faschingshochzeit. Bei traumhafter Witterung ging die Zeremonie von Nieder- bis Hohenaschau in bestem Einvernehmen über die Natur- und Festhallenbühne. Vielerlei Vorbereitungen und Viechereien traten zutage bis sich das ehrenwerte Brautpaar das Ja-Wort gab und zur außergewöhnlichen Hochzeitsfeier einlud. Mit dem niederbayerischen Hochzeitslader Hubert Mittermaier aus Rohr hatte man einen profunden Kenner der Verheiraterei gefunden. Der in Aschau schon einmal bei einem G´stanzlsingen aufgetretene Hochzeitslader Das Ehrenwerte Brautpaar aus dem oberbayerischen Aschau mit ihrem niederbayerischen Hochzeitslader Hubert Mittermaier aus Rohr (besser bekannt als „Erdäpfekraut“). hatte zusammen mit Werner Heinrichsberger als örtlichem Organisator alles fest im Griff. Bis auf ein paar dumme Ausnahmen verlief alles nach Protokoll. Dieses begann zur Mittagszeit am Maibaum in Niederaschau mit der Aufstellung zum Hochzeitszug. Dabei erkannte man schon, dass sich die in guter alter Gewandung eingefundenen Hochzeitsgäste in unterschiedlicher Beziehung zum Brautpaar befanden. Das Brautpaar selbst setzte sich zusammen aus „Noadburga Cäcilia Noadnag´l vom Bahndamm“ (Koni Stuhlrainer) und seinem hochgeschätzten Bräutigam „Isidor Vinzenz Schnax´lhuber von der Hohenaschauer Burg“ (Manuela Maier). Standesgemäß wurde das Brautpaar mit zwei Kiesmüller-Rössern und mit einer Kutsche durch Aschau gebracht. Wohl begleitet auf dem Weg zum Standesamt wurden sie mit der auf einem Wagen Platz gefundenen Jugendblaskapelle Aschau unter der Leitung von Wolfgang Fischer, vom Jungfrauen-Bund sowie von der Gemeinschaft „Die letzten Wuiderer vom Goldenen Schuß“. Spektakulär dann die Trauung auf dem Misthaufen, der aus Stroh bestand. Stefan Trost als Standesbeamter und Siegi Genzinger als Hochwürden hatten alle Müh und Not, die Heiratsabsichten auf einen Nenner zu bringen. „Ja – Nein – Ja“ – so ging es hin und her bis man sich doch einigte und sich zum Hochzeitsmahl in die schön hergerichtete Festhalle begab. Zuvor aber maßen sich noch fünf Jungherrn und einige Jungfrauen beim Laufen über eine Holzschaukel. Auch wenn eine Jungfrau strauchelte, konnte man von einem guten Ergebnis sprechen. Die „Chiemsee-Vagabunden“ und die Aschauer Faschingsgilde sorgten dann in der Festhalle  für „normale und reale“ Stimmung. Aus den Reihen der Hochzeitsgesellschaft gab es zuweilen recht schwer verständliche Anregungen. Die versammelte Verwandtschaft kannte sich wohl doch zu wenig. Und als sich am Abend herausstellte, dass die zu Mittag noch als „Dahergelaufene“ bezeichnete Braut eine „Davongelaufene“ war, da endete ein fröhlicher Faschingsspaß mit dem Versprechen, dass schon tagsdarauf nichts mehr so gilt wie am Traualtar versprochen.

Traute Zusammenarbeit zwischen Nieder- und Oberbayern bei Faschingshochzeit in Aschau i. Chiemgau

Oberbayerische Faschingsfreuden und niederbayerische Hochzeitsladerkünste trafen bei traumhaften Wetter im Festhallengelände von Hohenaschau zusammen als die „Ehrenwerte Noadburga Cäcilia Noadnag´l vom Bahndamm“  ihren vorher nur gering geschätzten, aber ebenso „Ehrenwerten Isidor Vinzenz Schnax´lhuber von der Hohenaschauer Burg“ das zögerliche Ja-Wort gab. Als Hochzeitslader fungierte der als „Erdäpfekraut“ bekannte Hubert Mittermaier aus dem niederbayerischen Rohr. Zahlreiche Besucher aus dem Chiemgau und darüber hinaus nutzen das herrliche Wetter, um der Faschingshochzeit im Rahmen ihres Berg- oder Wanderausfluges einen Besuch abzustatten. Eine weitere Gelegenheit, einer raren Bettel- oder Faschingshochzeit im Chiemgau beiwohnen zu können, gibt es ab den Mittagsstunden des Faschingsdienstags in Grainbach auf dem Samerberg. Veranstalter ist dann der Trachtenverein Hochries-Samerberg.

Text/Foto: Hötzelsperger

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