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Landrat würdigt „See-Gipfel-Linie“ von Bernau nach Sachrang als Vorzeige-Projekt im ÖPNV
Urlauber mit Gästekarten können kostenlos fahren

Bernau-Sachrang (hö) – „Vom See in die Berge“ – dies ist nicht nur ein guter Wahlspruch für die Chiemsee-Gemeinde Bernau in Bezug auf die bis in die Gemeinde hineinreichenden Ausläufer der Kampenwand. Seit Beginn des Winterfahrplanes ist dies auch ein passendes Motto für einen flexiblen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Mutig haben die beiden Gemeinden Bernau und Aschau die bestehende und bislang auch schon mit 35.000 Mark (Aschau) und mit 10.000 Mark (Bernau) bezuschusste Buslinie zwischen Felden am See und Sachrang nahe der Tiroler Grenze attraktiver gemacht. v.l.n.r.: 2. Bgm. Karl Haberstock aus Aschau, Bürgermeister Lenz Steindlmüller aus Bernau (dahinter Franz Polland vom RVO), Landrat Dr. Max Gimple, Bürgermeister Kaspar Öttl aus Aschau, Hermann Roth vom Tourismusverband Chiemsee, Rudolf Purainer vom RVO. Hinten: Bernhard Schulz (li.) vom Verkehrsamt Bernau und Wolfgang Bude von der Tourist-Info Aschau. Sozusagen im Feldversuch will man Urlaubern mit einer gültigen Gästekarte die Busfahrt kostenlos anbieten. Hintergrund dieser Großzügigkeit ist das attraktivere Gestalten der Gästekarte und damit das Reduzieren der in vielen Fremdenverkehrsgemeinden feststellbaren Meldemoral auf niedrigem Niveau. „Schwarzfahren ist genauso ein Delikt wie Schwarzvermieten!“ – nach diesem Motto will man sowohl im gemeindlichen Tourismusangebot als auch im Verkehrsprogramm für Verbesserungen sorgen. Der Anreiz ist jedenfalls nicht gering. Für eine Ausflugsfahrt von Bernau nach Sachrang beträgt die Ersparnis für Erwachsene und für eine Hin- und Rückfahrt um die acht Mark.

Testfahrt mit Ehrengästen

Wie Bürgermeister Kaspar Öttl aus Aschau vor Abfahrt des ersten Busses mit Gratis-Fahrscheinen in Bernau sagte, will man mit diesem Angebot eine Entwicklung auf regionaler Ebene im gesamten Chiemsee-Raum anstoßen. Sogar Landrat Dr. Max Gimple nahm sich Zeit, um der Premierenfahrt beizuwohnen, weil es seiner Ansicht nach um ein nachahmenswertes Pilotprojekt von zwei Gemeinden handelt, das auf weitere Bereiche des Landkreises übertragen werden könnte. „Kostenlos bedeutet auf dem ersten Blick die leichtfertige Handhabung mit öffentlichen Steuergeldern. Doch bei diesem Projekt spürt man die Verantwortung zwischen Verkehrs-Experiment und wirtschaftlichen Ertrag“ sagte der Landrat vor dem Einsteigen in den Bus. Alsdann machte man nicht nur einen Bus-Test, sondern gleich eine Informationsfahrt. Bürgermeister Lenz Steindlmüller von Bernau konnte dabei seine gemeindlichen Haltestellen Blick vom Bus auf Schloß Hohenaschau. vorstellen. „Während wir beim 850-Bettenhaus der Justiz-Vollzugs-Anstalt keinen Halt benötigen sollten wir beim fertig werdenden Hatzhof  in Felden die bestehende Haltestelle verbessern“ so das Gemeindeoberhaupt. Bei dieser Gelegenheit gab Hermann Roth vom Tourismusverband Chiemsee bekannt, dass die Buslinie von Bernau nach Sachrang als „See-Gipfel-Linie“ eine willkommene Ergänzung zum bewährten „See-Gipfel-Ticket“ von Chiemsee-Schiffahrt, Chiemsee- und Chiemgau-Bahn und Kampenwandbahn darstellt. „Außerdem ist es erfreulich zu vermelden, dass die Geschäftsstelle des Tourismusverbandes Chiemsee bereits im Dezember die neuen Räumlichkeiten des Hatzhofes beziehen wird und dass wir dann von dort aus auch das Angebot des ÖPNV weiter ankurbeln können“ erläuterte der Tourismus-Geschäftsführer vom Chiemsee im Beisein seiner Kollegen Bernhard Schulz aus Bernau, Wolfgang Bude aus Aschau, Benno Pertl aus Sachrang und Barbara Helmrich von der Kampenwandbahn. Prokurist Rudolf Purainer und Franz Polland, Betriebsleiter von Rosenheim überbrachten bei der Weiterfahrt die Grüße des Regionalverkehrs Oberbayern. Sie bedankten sich bei den beiden Gemeinden und beim Landkreis für die kooperative Aktion und sie würdigten dabei auch die verdienst- und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem heimischen Omnibus-Unternehmen Reiter. „Ohne die vertrauliche Teamarbeit wäre das Angebot nicht denkbar!“  sagte Purainer, der vom Prinzip her noch sagte: „Am Anfang werden wir wohl noch draufzahlen. Aber letztlich ist es doch besser, Fahrgäste zu bezuschussen als leere Busse zu subventionieren!“. Bei der Fahrt durch das herbstliche Priental vorbei an der mächtig thronenden Burg Hohenaschau schwärmten die Ehrengäste von der Schönheit der Fahrtstrecke und von der Vielfalt an Wander- und Freizeit-Kombinationen. „Wenn es uns gelingt, die Gäste zu informieren und für die Mitfahrt zu begeistern, dann werden bald mehr Linien mit entsprechender Angebots-Struktur kommen. Und wenn es dann auch noch neue Angebote mit Anreizen für die Einheimischen geben wird, dann haben wir wirklich etwas für den umweltfreundlichen Nahverkehr in unserer Region etwas getan!“ sagte abschließend bei einer gemütlichen Kaffee-Einkehr in der Sachranger Müllner-Peter-Alm Bürgermeister Kaspar Öttl von Aschau. Nähere Informationen und Fahrzeiten zur „See-Gipfel-Linie“ von Bernau-Felden bis nach Aschau-Sachrang gibt es beim Verkehrsamt in Bernau, Telefon 08051-986820 sowie bei der Touristi-Info in Aschau, Telefon 08052-904937.

Foto: Hötzelsperger  

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