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Bund der Bayerischen Gebirgsschützen hat  große  Pläne
Bundesversammlung auf dem Samerberg

Samerberg (hö) – Voller Tatkraft ging das vorjährige Jubiläumsjahr für den Bund der Bayerischen Gebirgsschützen zu Ende. Neben dem 50jährigem Bestehen gab es weitere Höhepunkte mit dem Patronatstag in Bayrischzell und mit der Wanderausstellung „Einst Feinde – heute Freunde“, die insgesamt 70.000 Besucher unter anderem in Rosenheim verzeichnen konnte. Doch das 51. Jahr wird nach den Anstrengungen des Vorjahres kein Jahr zum Ausruhen. Wie Landeshauptmann Karl Steininger bei der heurigen Bundesversammlung im Saal des Gasthauses Maurer in Grainbach am Samerberg informierte, sind heuer gleich mehrere Festlichkeiten geplant. Außergewöhnlicher Höhepunkt wird vom 18. bis 21. April eine Fahrt mit rund 400 Personen zum 75. Geburtstag von Kardinal Joseph Ratzinger nach Rom sein.

Schon zu Beginn der Versammlung im voll besetzten Saal, der von den Samerberger Gebirgsschützen passend ausgeschmückt worden war, gab es erste Spuren von der bevorstehenden Romfahrt. Ein Film-Team des Bayerischen Fernsehens begann mit den Dreharbeiten für einen am 21. April vorgesehen Film zur Reise der Gebirgsschützen nach Rom. Im Rahmen dieser Fahrt ist auch eine Privat-Audienz bei Papst Johannes Paul II. vorgesehen. Alle 46 Kompanien des Bayerischen Gebirgsschützenbundes können mit jeweils fünf Personen an dieser Fahrt mitsamt ihrer Fahne teilnehmen. Nachdem auf dem Hoheitsgebiet des Vatikan ein Salutschießen vorgesehen ist, gibt es allerhand Regularien hinsichtlich der Waffenmitnahme zu treffen. „Die Mühen sind es wert, schließlich sind wir uns der Ehre bewusst, dass wir wie vor 15 Jahren zur Geburtstagsfeier von Kardinal Ratzinger eingeladen sind!“ – so die Mitglieder der Hauptmannschaft. Die Anmeldungen mittels der ausgegebenen Reiseinformationen sind bis spätestens 28. März zu tätigen.

Ein fehlerfreier Fleiß bei seinen Kassengeschäften wurde Schatzmeister Günter Reichelt aus Rosenheim von seinen Prüfern Benedikt Demmel und Hans Karrer bescheinigt. Besonders erfreulich: das umfangreiche, mit 3.000 Exemplaren gedruckte Buch zum 50. Gebirgsschützen-Jubiläum ist bis auf 300 Stück fast vergriffen und wird wohl dank großer Spenden gewinnbringend abgerechnet werden können. Die weiteren Vorhaben erläuterte Adjutant und geschäftsführender Offizier Benno Lindner aus Schliersee. So findet am Sonntag, 5. Mai der diesjährige Patronatstag in Beuerberg statt. Am Oktoberfest-Trachten- und Schützenumzug werden sich die Kompanien von Bad Tölz und Wolfratshausen beteiligen. Bei der Vergabe von Veranstaltungen gab es jeweils einstimmige Beschlüsse. De Bundesversammlung 2003 wird in Miesbach sein, der Patronatstag 2003 ist an die Kompanie Tegernsee zur Durchführung in Rottach-Egern vergeben worden und das Adventsingen wird von der Kompanie Wackersberg ausgerichtet werden.

Hans Baur als Schriftführr und Schriftleiter der „Tiroler Schützenzeitung“ erwähnte in seinem Jahresbericht vor allem die harmonische Aufnahme der neuen Bernauer Kompanie als nunmehr 46. Mitglied des Bayerischen Verbandes. Als einen wichtigen Teil der Brauchtumsarbeit bezeichnete er die Förderung der Kiem-Pauli-Stiftung. Die gute Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsregierung, mit dem Haus Wittelsbach und mit dem Haus der Bayerischen Geschichte wurde nicht nur von Baur, sondern auch von Landeshauptmann Steininger gewürdigt. Dieser meinte, dass nach den gemeinen Anschlägen des 11. September in New York die um Sicherheit bedacht Welt noch näher zusammengerückt ist. Ein besonderer Dank galt Oberbayerns Regierungspräsidenten Werner-Hans Böhm, der sich mehrfach als fachkundiger Kenner und Helfer für die Gebirgsschützen erwiesen hat. Einen bitteren Beigeschmack des schönen Patronatstages von Bayerischzell habe das Verhalten mancher Nicht-Kirchgänger bewirkt. „Schützen und Musikanten gehören zum Gottesdient, schließlich sind christliche Werte für uns von hoher Bedeutung. Wer den Gottesdienst nicht will, soll besser gleich daheim bleiben!“ – so Steininger, der die Auflösung der Ersten Gebirsgs-Division in Garmisch-Partenkirchen als weiteren Wermutstropfen im Jubiläumsjahr bezeichnete.

Vorsicht beim Umgang mit dem Waffenrecht

Zu den immer schärfer werdenden Gesetzen hinsichtlich des Ausrückens mit Säbel und Waffe in andere Länder sagte Steininger: „So wahr ich Karl Steininger heisse: nie werde ich nach Südtirol zu einem Fest mit einem stumpf gemachten Säbel einreisen, lieber schon nackert!“. Damit machte Steininger darauf aufmerksam, dass die Auflagen von Staats- und Europa-wegen immer undankbarer werden. „Nicht nur wir, auch 1,6 Millionen Sportschützen und 350.000 Jäger haben hier grundsätzliche Schwierigkeiten. Alle zusammen müssen wir weiterhin die Diplomatie bemühen und bis zur EU-Spitze gute Kontakte halten!“. Schützenmeister Günter Zieglmeier aus Waakirchen informmierte, dass beim letztjährigen Bundesschießen mit 812 Schützen ein Riesenecho verzeichnet werden konnte. Großer Dank für ihre Arbeit innerhalb der Hauptmannschaft galt noch Protokollführer Rudi Erdamnn  aus Bad Wiessee und Fähnrich Anton Linsinger. Stellvertretender Landeshauptmann Martin Haberfellner würdigte das hohe persönliche Engagment von Steininger.

Die Samerberger Gebirgsschützenkompanie, die am 27./28. Juli das 25jährige Jubiläum feiern kann, hieß durch ihren Hauptmann Ludwig Staber die Bundesversammlungsteilnehmer willkommen. Bürgermeister Ernst Kunz stellte seine Gemeinde mit 74 Ortsteilen, 27 Vereinen und umfassender Brauchtumsarbeit vor. „Bei aller Zufriedenheit bedenken wir aber, dass wir nicht in Schönheit, Bodenständigkeit und Ursprünglichkeit verharren dürfen!“ – sagte der Bürgermeister. Unterstützt in der Gastgeberrolle wurde er dabei noch sauber und gekonnt von der Musikkapelle Samerberg. Sein Kollege von Beuerberg, Bürgermeister Michael Bromberger, der zugleich Gau-Hauptmann vom Loisachgau ist, lud herzlich zum heurigen Patronatstag ein und versprach, ein Fest mit würdiger Atmosphäre vorzubereiten.

Ehrungen beim Bund der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien am Samerberg

Samerberg (hö) - Treue, Fleiß und Ordnungsmäßigkeit in all den Aktivitäten waren Grundlage für die Auszeichnung von nachfolgenden Männern bei der Gebirgsschützen-Bundesversammlung auf dem Samerberg mit der „Goldenen Verdienstmedaille am blauen Band“ durch die Landeshauptmannschaft: Schütze Georg Auer, Schütze Jakob Hohenreiter und Pfeiffer Anton Krinner aus Bad Tölz, Hauptmann Heinz Lanner aus Rosenheim, Hauptmann a.D. Leutnant Günther Langzauner aus Söllhuben, Leutnant Carl Hirz und Hauptmann Georg Haselberger von der GSK Wössen-Achental, Hauptmann Ludwig Brunschmid von der GSK Audorf, Hauptmann Sepp Astner aus Flintsbach, Leutnant Peter Kömp aus Inzell, Ehrenhauptmann Josef Wagner, Hauptmann-Stellvertreter Xaver Oswald und Langj. Kassier Johann Schwaiger aus Jachenau, Oberleutnant Peter Bauer aus Beuerberg, Hauptmann Ludwig Staber vom Samerberg, Leutnant Rudolf Holthausen aus Prien, Ehrenoberleutnant Franz Manzinger aus Waakirchen, Leutnant Karl Knott aus Gotzing und Tambourmajor Josef Aichbichler und Schütze Xaver Gerg aus Benediktbeuern. Auch Landeshauptmann Karl Steininger  aus Kleinpienzenau und sein Stellvertreter Martin Haberfellner aus Kochel am See erhielten die Goldene Verdienstmedaille. Für seine schreiberischen Verdienste wurde Hauptmann Hans Baur aus Starnberg mit dem „Presse-Löwen“ geehrt. Der neu geschaffene Ehrenkrug, der nur vom Landeshauptmann verliehen werden kann, kam in die verdienten Hände von Ehren-Hauptmann Josef Wagner aus der Jachenau und vom ehemaligen Hauptmann Benedikt Demel aus Lenggries. Einen Zinnteller für seine aktive Mitarbeit über lange Jahre bekam Ehren-Hauptmann Eduard Dvorak aus Oberaudorf.

Fotos: Hötzelsperger

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