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Minister Huber ruft Landwirtschaft zur Krisenbewältigung  auf
Festvortrag bei 40 Jahre Maschinenring Rosenheim

Musikkapelle „Hinterberger Buam“Rosenheim (hö) – Drei gute Gründe nannte Staatsminister Erwin Huber als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei im Rahmen der Jubiläumsversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsring Rosenheim in der Auerbräu-Festhalle von Rosenheim. Wie berichtet feierte diese landwirtschaftlich geprägte Selbsthilfe-Organisation ihr 40jähriges Bestehen. „Ein stolzes und großes Jubiläum mit beachtenswerten Bilanzen!“ so Minister Huber, der noch erläuterte: „Ihre Stärke sind erstens viele, aktive Mitglieder mit gesunder Solidarität, zweitens eine professionelle Geschäfts- und Vereinsführung und drittens ein hoher Anteil an ehrenamtlichen Tätigkeiten!“. Damit sind nach den Worten des Staatsministers besteEhrungen mit Landrat Dr. Max Gimple Voraussetzungen gegeben, dass auch zukünftig viel geholfen werden kann.

Dem Angebot der Maschinenringe sollen auch die Kommunen und staatlichen Stellen mehr Rechnung tragen. Wie Huber sagte, kann durch Investitionseinsparung insbesondere im Fuhr- und Maschinenpark durch die Inanspruchnahme der  Maschinenring-Leistungen ein großer Vorteil entstehen. Insgesamt können Bayernweit aufgrund der Effizienz und Koordination Millionen an Euro eingespart werden. Durchschnittlich betreut in Bayern jeder Maschinenring 30.000 Hektar Nutzfläche. Zur Erfüllung der Aufgaben waren im Vorjahr 5,5 Millionen Arbeitsstunden erforderlich. Dies wiederum entspricht der Tätigkeit von 3.000 Voll-Arbeits-Kräften, die sich um die anstehenden Arbeiten in den 140.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Bayern sorgten.

Ehrungen mit Landrat Dr. Max GimpleTierseuchen sollen nicht rat- und tatenlos machen

„BSE und MKS dürfen uns nicht ratlos und tatenlos machen!“ und „Die Bauern waren die Opfer und nicht die Täter der Tierseuchen!“ – mit diesen Sätzen machte Minister Huber deutlich, dass die Landwirtschaft im Jahr 2001 Belastungen wie kaum jemals zuvor auszuhalten hatte. „Gott sei Dank werden die Bauern und ihre Produkte wieder mehr geschätzt. Schließlich sind genügend und gesunde Lebensmittel in erster Linie das Verdienst der Bauern!“ – so Huber, der den Bauern noch eine weitere zu beachtende Eigenschaft attestierte: „Ihr kennt keine 35-Stunden-Woche und Ihr könnt die Ernte Eurer harten Arbeit auch nicht selbst einfahren, denn die mit Eurem Tun erreichten Errungenschaften kommen in erster Linie der Gesamt- und Freizeit-Gesellschaft zugute!“ – in diesem Zusammenhang versprach der Minister weiterhin Solidarität mit den Bauern mit dem Satz: „Die Bayerische Staatsregierung weiß Eure Leistungen zu schätzen!“. Als Beispiel nannte der Minister die Vorkehrungen nach der BSE- und MKS-Krise. „An der Sicherung der gesamten Ernährungskette führt kein Weg vorbei!“  und  „Qualität aus Bayern muss es ohne Fragezeichen geben, der bayerische Feinkostladen soll ein Markenzeichen bleiben und ist auch mehr Mühen und Kosten wert. Die Märkte gilt es zu sichern!“ sagte Huber.

Bayerische Seitenhiebe nach BerlinEhrungen mit Landrat Dr. Max Gimple

Nach einigen Seitenhieben auf die Regierung in Berlin, die gerade durch landwirtschafts-belastende Beschlüsse für Nachteile und zusätzliche Belastungen bei den bayerischen Bauern gesorgt hat, kam Minister Huber auf den Naturschutz und dessen Gesetze zu sprechen. „Wir sind für sinnvollen und partnerschaftlichen Naturschutz, aber im Bundesnaturschutzgesetz, das im Bundesrat gegen die Stimmen der unionsgeführten Länder vereinbart wurde, können wir den Geist der Partnerschaft nicht finden!“. Die Finanzierung und Sorgen der Osterweiterung aus dem Blickwinkel der Landwirtschaft sowie der bayerische Aufwand für Agrarumweltmaßnahmen (bis zum Jahr 2006 sind hierfür jährlich 410 Millionen Euro vorgesehen) waren weitere Themen des Festvortrages von Minister Huber. Die bis zum Jahr 2008 vereinbarte Milchkontigentierung soll als sinnvolles Ordnungsinstrument Europas auch über diesen Zeitpunkt hinaus Gültigkeit haben.

Nicht Verzagtheit und Resignation, sondern Mut und Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit sind nach den Worten des Staatskanzlei-Chefs angesagt. „Wir brauchen motivierte Akteure!“ – so Huber. Wie recht er gerade an diesem Maschinenring-Jubiläums-Abend hatte, zeigten die vielen mit Interesse versammelten Bauern und die Ehrungen für die zahlreichen Verdienste, die innerhalb der großen Maschinenring-Gemeinschaft festzustellen waren.

Ehrungen mit Landrat Dr. Max GimpleEhrungen

Neben den besonderen Ehrungen für Vorsitzenden Johann Stöttner und Geschäftsführer Christoph Niederthanner (wir berichteten) gab es noch einige Ehrungen für langjährig verdienstvolle und ehrenamtlich tätige Obmänner. Zusammen mit Landrat Dr. Max Gimple wurden die Urkunden und Ehrennadeln überreicht. Seit 15 Jahren sind folgende Männer in ihren Ämtern: Anton Feichtner, Rimsting, Franz Grießl, Mauerkirchen, Alexander Hörterer, Eggstätt, Hans Neumayer, Marienberg, Johann Pertl, Sachrang, Stefan Schlaipfer, Halfing und Josef Wiesheu aus Stephanskirchen. Seit vier Wahlperioden und somit seit 18 Jahren im Amt sind Stefan Ramsauer vom Ortsverband Höhenmoos, Sebastian Weichselbaumer von Schwabering und Josef Weidacher aus Prien. Nach ihrem Ausscheiden erhielten diese Ehrung auch noch Michael Kuchler aus Brannenburg und Josef Moser aus Riedering.Minister Huber beim Einzug mit den Abgeordneten Adolf Dinglreiter und Sepp Ranner (re.)

Weitere Ehrungen für langjährige, ausgeschiedene Obmänner gab es für Willibald Dettendorfer aus Nussdorf (15 Jahre), Josef Baumann aus Reitmehring, Lorenz Egger aus Babensham und Eugen Pletzenhauser aus Schonstett (jeweils 21 Jahre) sowie Franz Kaffl aus Pang, Lorenz Wagner aus Pfaffing und Thaddäus Weindl aus Pfraundorf für ganze 29 Jahre. Georg Soyer aus Langenpfunzen wurde für 22 Jahre Tätigkeit im Vorstand geehrt. Gar 35 Jahre im Vorstand arbeitete Gerhard Willnhammer aus Vogtareuth mit. Für ihn gab es ein Maschinenring-Krügerl. Von Anbeginn des vor 40 Jahren gegründeten Maschinenrings ein Mitstreiter im Vorstandsgremium war Josef Schlaipfer aus Stötten in der Gemeinde Bad Endorf. Hierfür wurde ihm mit der Ehrenurkunde und Nadel in Silber für besondere Verdienste gedankt. Minister Erwin Huber, Landrat Dr. Max Gimple und die Maschinenring-Leitung freuten sich gemeinsam mit den Geehrten für die Auszeichnungen. Für die passende Ehrungs- und Versammlungsmusik sorgten einmal mehr die „Hinterberger Buam“.

Fotos: Hötzelsperger

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