Beitrag Trachtler
sehen mit Sorge Entwicklung in der Gesellschaft und Politik Raubling/Bayern
(hö) – Wach- und Achtsamkeit in vielen Bereichen fordert Otto Dufter
als Erster Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes von seinen
Mitgliedern. „Nicht nur in unseren eigenen und ursprünglichen Aufgaben,
sondern auch in gesellschafts-politischen Fragen müssen wir uns aktiv
einschalten und dürfen wir nicht wegschauen!“ – so der
Gau-Ehrenvorstand des Chiemgau-Alpenverbandes für Tracht und Sitte aus
Unterwössen. Um sich mit der aktuellen politischen Lage und mit der
Bayerischen Staatsregierung näher befassen zu können, trafen sich die
Gau- und Bezirksvorstände des Bayerischen Trachtenverbandes einen
Nachmittag lang im WWK-Bildungszentrum von Raubling, um sich mit dem
Abgeordneten und Bayernbund-Landesvorsitzendem Adolf Dinglreiter
auszutauschen. „Wir
dürfen nicht zulassen, wie sich das Kruzifix aus den öffentlichen
Schulen und Räumen verdrängen lässt. Einer Verfassungsklage sollten wir
Unterstützung zuteil werden lassen!“ – sagte Dinglreiter mit Hinweis
darauf, dass der Bayerischen Staatsregierung ein von der „Grünen
Politik“ eingebrachter Gesetzes-Entwurf
Sorgen bereitet. Das dem Bayerischen Landtag zur Entscheidung
vorliegende Papier sieht Gesetzes-Änderungen in Erziehungs- und
Unterrichtsfragen vor. Dabei wird versucht, generell einen
Kruzifix-Verzicht in Schulräumen zu erreichen. Auch das im Grundgesetz
verankerte christliche Bekenntnis soll angetastet werden. Treffend brachte
Dinglreiter die missliche Situation mit folgendem Satz auf den Punkt:
„Wer nicht beten gelernt hat, hat keine Ansprache mehr, wenn er bei
Problemen Niemand zur Aussprache hat!“ – damit meinte er aber auch,
dass die Eltern von der Pflicht der christlichen Erziehung nicht entbunden
sind und dass man die Probleme der Zeit nicht nur der Kirche oder den
Schulen zur Lösung alleinverantwortlich überlassen kann. Religion
als Schulfach soll zurückgestuft werden Dass
Religion von einem Regelfach zu einem Wahlpflichtfach heruntergestuft
werden soll, bedeutet, dass ersatzweise ein interreligiöser
Ersatz-Unterricht für Religion kommen würde. Auch die Verankerung
islamischer Glaubensgrundsätze in bayerischen Gesetzen zu Ungunsten der
eigenen Feiertagsregelung ist nach den Worten von Adolf Dinglreiter zu befürchten.
Die diversen Anfragen seinerseits an die kirchlichen Verantwortungsträger,
wie zum Beispiel zum betroffenen Bestattungsgesetz, blieben bislang ohne
nennenswerte Antwort. „Die Entwicklung wollen wir nicht verharmlosen, im
Gegenteil: bleiben wir aktiv und wachsam!“ – so Landesvorsitzender
Otto Dufter, der auch von der Politik mehr Unterstützung für die
Trachten- und Jugendarbeit in Bayern erhofft. „Drei Jahre wurden die
Zuschüsse für die stets steigenden Aufgaben und Ausgaben reduziert.
Sowohl Thomas Goppel als auch Innenminister Günther Beckstein und
Kultusminister Hans Zehetmair haben immer wieder auf den Ministerpräsidenten
verwiesen. So warten wir derzeit auf eine Antwort von Dr. Edmund Stoiber
zu unserem Anliegen!“ sagte Otto Dufter zu den versammelten bayerischen
Gauvorständen. Ehrenamt
in Ehren – aber ohne Anerkennung? Ein
weiteres Problem schnitt Trachtenverbands-Kassier Max Reitner aus Vagen
an. Einer Forderung des Deutschen Sportbundes zufolge mit Antrag an den
Bundestag sieht vor, die Übungsleiter-Pauschale von bisher 3.600 auf
4.800 Mark zu erhöhen. „Wenn in bestimmten Organisationen für Entschädigungen
von Führungskräften Steuer-Freibeträge gewährt werden, dürfen wir uns
als Ehrenamtliche ohne Begünstigung oder Entlohnung nicht ganz
verstecken!“ – so Max Reitner, der seit 20 Jahren die Finanzen des
Bayerischen Trachtenverbandes in Ordnung hält. Auch die
Zweckbetriebs-Grenze von rund 30.000 Euro für wirtschaftende Vereine ist
nach der Aussprache der Trachtler nicht mehr zeitgemäß. „Was vor 20
Jahren passte, passt heute nie und nimmer mehr!“ – so der Tenor. Klaus
Reitner aus Vagen, zuständig für die gesamte Bayerische Trachtenjugend,
bat aufzupassen, dass nicht wie von einigen Seiten gewünscht, im
Jugendschutzgesetz das Alter auf 14 Jahre zurückgesetzt wird. Daraufhin
antwortete Abgeordneter Dinglreiter: „Diesen Änderungs-Antrag hat die
Bayerische Staatsregierung inzwischen abgelehnt!“. Zu den vielen
Bewegungen, die derzeit Politiker und Trachtler gemeinsam berühren,
sollen schon bald gemeinsame Gespräche in den Ministerien stattfinden.
Schließlich sieht man nicht nur gemeinsame Berührungspunkte, sondern
auch wichtigen Handlungsbedarf zum Wohle von Gesellschaft und bayerischer
Heimat. Foto:
Hötzelsperger Die
Gau- und Bezirksvorstände des Bayerischen Trachtenverbandes bei ihrer
Zusammenkunft in Raubling. Zweiter von rechts: Landesvorsitzender Otto
Dufter aus Unterwössen. |