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Rechtsanwalt,
Kirchenbeauftragter, Journalist und Politik-Berater Aschau (hö) 20.4.02
– Wenn am Montag, 22. April der Aschauer Bürger Hans-Joachim Göhring seinen
90. Geburtstag feiern kann, dann kann er auf ein außergewöhnliches Lebens- und
Berufswerk zurückblicken. In einer umfassenden und großen Mappe sind die
Stationen und Höhepunkte einer Karriere als Rechtsanwalt, Politik-Berater,
Kirchenbeauftragter und Journalist zusammengestellt. Heute genießt Göhring den
Rückblick in die Zeiten aktiver Mitgestaltung der Gesellschaft und sein Zuhause
in der Engerndorferstraße von Aschau. Ruhe und erfüllte Zufriedenheit sind
nach dem Tod seiner Frau für Göhring das Wichtigste geworden.
Seit
1955 Festtage zu Weihnachten in den Bergen verbracht Seit
Dezember 1955 verbrachte Hans-Joachim Göhring alle Festtage zwischen
Weihnachten und Silvester in Aschau. Das erste Mal im Gasthaus „Zum Bahnhof“
der Wirtsfamilie Öttl. „Damals lernte ich schon den heutigen Bürgermeister
Kaspar Öttl kennen. Weitere Übernachtungs-Stationen vor dem endgültigen
Einzug in das eigene Haus waren der Gasthof „Kampenwand“ und der Gasthof
„Zur Post“ auf dem Kirchberg (heutige Residenz Winkler). Auch noch im
Ruhestand kam man auf die Fachkenntnisse von Göhring zu. Als Anfang der 70er
Jahre ein neues Scheidungsrecht anstand, bat man ihn zur Universität München.
Über 1.000 Studentinnen und Studenten kamen dabei zu Kursen in den Hörsaal, um
sich als Anwälte ausbilden zu lassen. Rund 300 Vorträge hielt Göhring in ganz
Deutschland von der Ostsee bis Oberbayern und gerne auch in Aschau bei der von
ihm hochgeschätzten Frau Gertrud Stahmer. Ehe- und Erziehungsfragen wurden von
ihm auch in bundesweiten Veröffentlichungen geschätzt. Als Leiter des
Deutschen Evangelischen Kirchentages 1965 in Köln war er ein enger Vertrauter
von Dr. Richard von Weizsäcker. Geschätzt waren seine engagierten Beiträge
gegen die Todesstrafe. Aschau
schätzte er wegen seiner guten Lage zwischen Berchtesgaden und München.
Zwanzig Jahre erfreute sich Göhring auch einer eigenen Berghütte in Tirol. Der
leidenschaftliche Berggeher zog sich im Laufe der Jahre immer mehr zurück.
Zuletzt liebte er besonders gemütliche Wandertouren in der beschaulichen Gegend
am benachbarten Samerberg. Und am meisten freut er sich heute an der
Tageszeitung. „Ich habe eine Riesen-Achtung vor meiner Zeitungsausträgerin,
Frau Scheck, die jeden Morgen um 5.15 Uhr die Zeitung vor die Tür legt. Bereits
um 6 Uhr lese ich das Oberbayerische Volksblatt als meine Verbindung nach draußen“,
so der rüstige Neunzigjährige, der trotz seines Alleinseins noch länger in
seinem geliebten Hause bleiben möchte. Das Vorbeikommen des Sozialdienstes ist
eine willkommene Abwechslung. Gerne nimmt er deren verschiedenen Hilfen an. Groß
Feiern will er zum 90. Geburtstag allerdings nicht. Kinder wurden der Ehe von Göhring
leider nicht gegeben, ansonsten freut er sich an der Ruhe in seinem Haus im
guten Einvernehmen mit seiner Nachbarschaft. Anton
Hötzelsperger Foto:
Hötzelsperger |