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Bildrarität von Hohenaschau beschäftigt Heimat- und Geschichtsverein Aschau
Es zeigt eine Szene zum Hausball im Burghotel von Hohenaschau

Aschau (hö) 1.4.02 – Im Rahmen der Aufbereitung weiterer Bände für die Aschauer Chronik fiel Hans Rucker als Vorsitzendem des Heimat- und Geschichtsvereins von Aschau ein Foto von Max Baur in die Hände, das sich als äußerst interessant erweist. Es zeigt eine Szene zum Hausball im Burghotel von Hohenaschau, das wiederum ein Spiegelbild der Tanzgewohnheiten vor gut 100 Jahren im Priental darstsellt. Das inzwischen leider verschollene Original-Gemälde schuf der Münchner Maler Heinrich Rettig im Jahr 1887, also vor nunmehr 115 Jahren.

Nachdem im Sommer 1974 eine Reproduktion des Gemäldes auftauchte und der Aschauer Lehrer Max Ziegmann in seinem Buch „Aschau wie es früher war“ einige Hinweise gegeben hatte, machte man sich daran, mehr zu diesem Bild zu erfahren. „Seither ist es nicht mehr still geworden um dieses Bild. Wir haben Besuche erhalten, Briefe empfangen, Nachforschungen angestellt und zahlreiche Gespräche geführt“, erklärt Hans Rucker. Das Original-Gemälde, das abgesehen von seiner künstlerischen Bedeutung für den Chiemgau auch einen gewissen historischen Wert besitzt, ist nicht mehr auffindbar. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde es in den ersten Nachkriegsjahren nach Amerika verkauft. Einige Leute berichteten, dass man es in einer Prager Kunstsammlung vermutet. Nach ersten Veröffentlichungen des Bildes meldete sich eine Rosenheimerin. Sie erkannte auf dem Bild Wirtin und Wirt des Hohenaschauer Hotels „Zur Burg“. „So viele Leute hat es gar nicht geben können, dass die Wirtin für sie nicht hätte aufkochen können“ so die Zeitzeugin, die auch ihre Tante Fanny und den Pfofessor Hanfstängl als bekannten Münchner Kunstsachveständigen zu erkennen glaubte. Eine wichtige Person bei den Nachforschungen war Baron Ludwig Benedikt von Cramer-Klett. Der Baron kannte sehr viele der Personen, meinte allerdings, dass es  sich bei der vorgenannten Person nicht um Prof. Hanfstängl handelt. „Die auf dem Bild dargestellten Personen sind lauter Portraits. Nach Informationen des damaligen Revierförsters und späteren Forstrats Heinrich Häffner sehen wir unter anderem das Pächter-Ehepaar Bichl, den Plattler Martl, der alte Schrempf, dem das Cafe Brucker gehörte, der alte Brandner als Tänzer, dessen großer Hof hinter der Kampenwandbahn liegt, der in ganz Aschau bekannte Postbote Merz und der Hund Rasko“, so einige der von Baron von Cramer-Klett niedergeschriebenen Erkenntnisse. Natürlich würden sich die Verantwortlichen des Heimat- und Geschichtsvereins freuen, wenn es zu diesem raren Bild noch weitere Informationen gäbe. Ausgesprochen glücklich wäre man, wenn sogar der Verbleib des Original-Bildes geklärt werden könnte.

 

Repro: Hötzelsperger

Bild „Hausball im Burghotel Aschau. Anno 1887“ nach einem Gemälde von Heinrich Rettig. Nach den Aufzeichnungen von Max Ziegmann im Buch „Aschau wie es früher war“ gibt es folgende Bildbeschreibung:

Von links nach rechts: Ehepaar Sommergäste, Kellnerin Resl vom Burghotel, Kaspar Martl, Oberholzner (Schrempf), Frl. Poschner, Prienmühle, Terofal mit Hut in der Hand, Hotelpächter-Ehepaar Bichl, Forstmeister Häffner, Frl. Fanny Bichl (Schwester von Herrn Bichl), Kunstmaler Herr Rettig.

Am Tisch links: Georg Einöder (Flöte), Michael Oberholzner (Zither) und Gitarrist Hans Brandner.

Auf der Treppe: Herr und Dame unbekannt, Postbote Merz, Frl. Mathilde Einöder, Herr Poschner, Prienmühle.

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