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Tagung des Bayerischen Heilbäderverbandes
im Kursaal der CHIEMGAU THERMEN
Das Hauptthema der zweitägigen Veranstaltung war Europa, speziell die
europäischen Gesundheitssysteme und deren Leistungsfähigkeit. Dazureferierte Dr. Günter Danner, Marktökonom und Europavertreter der Deutschen Sozialversicherung. "Das Gesundheitswesen hat europaweit eine moralische Zukunftsaufgabe, um so mehr in einer Zeit von Weltwirtschaftskrisen, anhaltender Arbeitslosigkeit und wachsendem Sparzwang", so Dr. Danner, "die Akutversorgung muss gewährleistet sein, die Rehabilitation muss vor der Rente kommen, dazu ist eine Harmonisierung des Gesundheitswesens erforderlich". Alexander Radwan, Abgeordneter im Europäischen Parlament, zeigte die unterschiedlichen Kassenmodelle in den 15 EU-Ländern auf. Seiner Meinung nach müsse von der Europäischen Union ein einheitlicher Übergang zur Beitrags- und Leistungsidentität sowie ein europäisches Wettbewerbsrecht mit grenzüberschreitendem Charakter gefordert werden. "Dabei sind bei einer europäischen Dimension Kompetenzabgrenzungen in den Bereichen Sozialpolitik, Binnenmarkt und Kassenleistungen notwendig", so der Europaabgeordnete. Weiters forderte er mehr Transparenz im europäischen Recht, seinen Richtlinien, in der Umsetzung und im Vollzug, sowie das Subsidiaritätsprinzip, also die unterstützende und helfende Selbstverantwortung auf EU-Ebene. Ein weiterer Schwerpunkt des Seminars war die Diskussion zwischen Vertretern der Krankenkassen sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns zur Frage, ob Kuren künftig noch bezahlt werden können. Franz Gnan, Vorsitzender des BHV, versuchte deutlich zu machen, dass man im Gesundheitswesen nicht an Kuren, sondern durch Kuren volkswirtschaftlich sparen könne. Bernd Moldenhauer vom Verband der Deutschen Angestelltenkassen verwies auf das Sozialgesetzbuch V, wonach trotz Einsparungen im Gesundheitswesen Kuren und Heilverfahren im Gesetz weiterhin verankert und staatlich anerkannt sind und deshalb bewilligt werden müssen. Zu überdenken seien die Versicherungsstrukturen sowie ihr Risikoausgleich, um bei angemessenen Versicherungsbeiträgen medizinische Leistungen weiter ausreichend und zweckmäßig anbieten zu können. Sein Kollege Hans Zellner von der AOK Bayern verwies ebenfalls auf die weiters garantierten Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten und Heilbädern. Ein weiteres Standbein für die Kurorte und Heilbäder, darüber waren sich die Tagungsteilnehmer einig, müsse in Zukunft der Gesundheits- und Wellnessurlauber als klassischer "Selbstzahler" sein. In einer Zeit, in der das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung steigt, der Bürger auch bereit ist, Geld für seine Gesundheit auszugeben, gelte es, zeitgemäße Angebote zu schaffen, um diesem Gesundheitstrend gerecht zu werden.
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