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Chiemgauer Helferkreis fördert Priesterarbeit in Ternopil in der Ukraine
Spendenübergabe in Prien für Pfarrhaus-Ausbau

Prien (hö) 16.4.02 – Mit konkreten Hilfsaktionen wollen die Mitglieder des Helferkreises für Ternopil in der Ukraine den dortigen armen Familien und vor allem den jungen Priestern helfen. Als Nachfolgeverein für den Freundeskreis, der sich vor einigen Jahren vor allem um den Aufbau von Waisenhäusern aus Chiemgauer Spendenbereitschaften kümmerte, sucht man jetzt die Unterstützung bei den Menschen vor Ort. Dieser Tage besuchte der Priester Michael Pankiv den Chiemgau. Er machte sich auf die lange Reise mit dem Bus, der sich von Kiew nach München anbietet. In Prien wurde der junge Priester bei Eva-Maria Huber als engagierte Dolmetscherin des Helferkreises empfangen. Zu Besuch kam auch Äbtissin Domitilla Veith vom Kloster Frauenchiemsee, das sich in all den Jahren in vielfältiger Weise um die Förderung der Region Ternopil bemühte.

Äbtissin Domitilla Veith überreicht die Spende von 2.000 Euro an Priester Pankiv aus Ternopil in der Ukraine.Pfarrer Pankiv ist für die Chiemgauer kein Unbekannter. Vor gut fünf Jahren war er als Priesterstudent mit einem Chor auf Gastspielreise im Chiemgau. Heute gehören rund 100 Studenten dem Priesterseminar von Ternopil an. Zahlreiche Patenschaften zu Chiemgauer Familien fördern den Nachwuchs bei den griechisch-katholischen Priestern, die selbst Familien haben dürfen. So betreut Michael Pankiv mit seiner Frau Katharina (und dem einjährigen Sohn Vasyl) eine Gemeinde mit fast 400 Häusern und rund 3.000 Gläubigen. Das alte Pfarrhaus kann allerdings noch nicht bewohnt werden, weil seit der Priester-Verfolgung im Jahre 1936 die Gebäude arg unter der Zeit litten. Erst mit der Aufhebung der Verfolgung im Jahr 1990 können sich die Leute von Ternopil mit ihren bescheidenen Mitteln an die Restaurierung von Kirchen und kirchlichen Wohngebäuden heranwagen. Für Michael Pankiv bedeutet dies, dass er mit seinen Gemeindebewohnern selbst Hand anlegen muß. Von den 2.000 Euro, die er jetzt von Äbtissin Domitilla Veith im Auftrag der spendablen Mitglieder des Helferkreises bekam, will er gleich für notwendigste Heizungs-, Küchen- und Sanitär-Arbeiten sorgen. „Fliesen und zwei Zentner Zement können weit helfen“, so der glückliche Jung-Priester, der derzeit mit seiner Familie noch im Hause seiner Mutter wohnt und damit zum Gotteshaus einfach mit einem uralten russischen Autofabrikat 25 Kilometer fahren muß.

Äbtissin Domitilla Veith freute sich, dass es zur Region Ternopil nach den vielen bisherigen Aktivitäten auch einige Hilfen von Personen und Organisationen gibt, die ihre Bereitschaften in den Osten ausrichten und oftmals anonym helfen. „Wir wollen den Menschen helfen, um der Kirche Hilfe angedeihen zu lassen“, so die Äbtissin, die Einzelförderungen nach den gewachsenen Beziehungen für besonders sinnvoll hält. Auch wenn der junge Priester nicht weiß, wie lange er an seinem derzeitigen Wirkungskreis bleiben kann oder wann er von seinem Mitrat dringend woanders gebraucht wird, will er die derzeitige Pfarrhausbau-Phase so angehen, als sei es sein Hausbau fürs Leben. „Wenn wir in das Pfarrhaus einziehen können, werden wir die vielen kranken Leute, die Alten und auch die Priester-Studenten noch viel besser betreuen können“, so Priester Pankiv, der inzwischen wieder bei seiner Familie und seinen Mit-Christen in Ternopil ist. Nähere Informationen zu den Aktivitäten des Helferkreises für Ternopil, zu den individuellen Priester-Patenschaften, zu einer vorgesehenen Busreise vom 9. bis 15. September nach Ternopil sowie zu den verschiedenen Spendenmöglichkeiten gibt es bei Eva-Maria Huber in 83209 Prien a. Chiemsee, Gartenweg, Telefon und Telefax 08051-65557.

Foto: Hötzelsperger

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