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Wissenswertes über Herz und Schmerz:
Viele hilfreiche Herz-Tipps beim 19. Münchner Arzt-Patienten-Seminar im Bayerischen Hof

München/Prien, 25.10.2001. Was kann ich gegen hohe Cholesterin-Werte tun? Bin ich gegen einen Herzinfarkt gefeit? Wie kann ich ihn verhindern? Welche Art der Untersuchung ist sinnvoll? Wo liegen die Grenzen der Herzchirurgie? Diese und viele weitere Fragen rund um die Herzmedizin wurden am Dienstag Abend beim 19. Münchner Arzt-Patienten-Seminar im Bayerischen Hof beantwortet. Zu der Informationsveranstaltung eingeladen hatte, wie auch Vortrag im Bayerischen Hof München in den Jahren zuvor, die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der Klinik St. Irmingard in Prien, die sich als “European Pilot Hospital der WHO (Weltgesundheitsorganisation) um den Aufbau des deutschen “Netzes Gesundheitsfördernder Krankenhäuser” verdient gemacht hat.

“Die Herzpatienten können sich bei diesem Seminar, abgekoppelt von der Krankenhausatmosphäre, über aktuelle Erkenntnisse der Herzmedizin informieren und fühlen sich dadurch sicherer im Umgang mit ihrer Erkrankung. Über Fachvorträge und im persönlichen Gespräch mit Ärzten bekommen sie darüber hinaus viele wertvolle Tipps, wie sie wieder gesund werden oder bleiben können”, so Dr. med. Ulrich Hildebrand, Initiator der Arzt-Patienten-Seminare und Oberarzt an der Klinik St. Irmingard. 

Das Konzept der Patienteninformation in gepflegtem Ambiente geht auf. Seit mittlerweile zehn Jahren erfreuen sich die Arzt-Patienten-Seminare, die auch in Rosenheim und auf der Fraueninsel im Chiemsee abgehalten werden, großer Beliebtheit. So war am Dienstag auch der Ballsaal des Bayerischen Hofes mit gut 300 Teilnehmern aus ganz Bayern wieder gut besetzt. Diesmal auf der Tagesordnung: Cholesterin, Herzinfarkt und Herzchirurgie.

Vortrag Dr. HildebrandtMit besonders großem Interesse wurde der Vortrag von Prof. Dr. med. Herbert Schuster von der Humboldt Universität Berlin verfolgt. Sein Thema: “Brandaktuelle Aspekte zur Senkung der Blutfette durch Medikamente und Ernährung”. Angesichts des kürzlich vom Markt genommenen Medikamentes Lipobay herrscht derzeit unter Herzpatienten große Verunsicherung, was Cholesterin senkende Mittel wie dieses betrifft. Professor Schuster machte deutlich, dass die so genannten “Statine”, zu denen auch Libopay gehört, äußerst effektiv im Kampf gegen Schlaganfall, Herzinfarkt, Bypass und plötzlichen Herztod seien. Lebensgefährdende Nebenwirkungen seien selten und könnten, falls sie auftreten, durch eine rasche Rückmeldung an den Arzt verhindert werden. Konkret: Muskelschmerzen ähnlich dem Muskelkater müsse der Patient sofort melden, damit der Arzt durch ein eventuelles Absetzen des Medikaments Schlimmes verhindern könne.

Dass es zuweilen schwer, aber möglich ist, sein eigenes Herzinfarkt-Risiko zu erkennen, erfuhren die Teilnehmer im Vortrag von Dr. med. Ulrich Hildebrandt. Er gab einen Überblick über die Untersuchungsmethoden zur Feststellung einer Herzerkrankung: Nummer Eins der Herzkatheter, oft nicht so aufschlussreich: das beliebte Belastungs-EKG. Bester Indikator für einen drohenden Herzinfarkt sei immer noch die Angina Pectoris, die sich besonders nach körperlicher Belastung als Druck und Enge der Brust verbunden mit Atemnot und Beklemmung äußert.

Damit es gar nicht erst zu verengten Herzkranzgefäßen und als Folge davon zu einem Herzinfarkt kommt, schlug Dr. Hildebrandt das “5-Säulen-Programm” vor: Wer sich und seine Gefäße jung erhalten will, der sollte auf seine Cholesterin-Werte achten, sich nach der gesunden Mittelmeerküche ernähren, täglich für Bewegung und Ausdauertraining sorgen, seinen Stress reduzieren und sich Rückhalt bei Familie und Freunden holen.

Mit einem Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen der Herzchirurgie von Prof. Dr. med. Albert Schütz und der Beantwortung weiterer Fragen rund ums Herz ging der Informationsabend um 22:00 Uhr zu Ende.

Das nächste Arzt-Patienten-Seminar findet am Dienstag, 20. November, im Kultur- und Kongresszentrum in Rosenheim statt. Alle Interessierten sind dazu in doppeltem Sinne herzlich eingeladen.

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