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KAB-Heim von Aschau sucht neue Wege in die Zukunft
90-Betten-Familien-Erholungsheim steht zur Zeit leer  

Aschau (hö) – Seit November vergangenen Jahres ist das KAB-Heim in der Gemeinde Aschau geschlossen. Für die Aschauer ist das nach Pater Rupert Mayer benannten Haus  nicht nur wegen seiner vorzüglichen und gut sichtbaren Lage am Ortsrand von Hohenaschau gleich neben der Straße in Richtung Sachrang von wichtiger Bedeutung. Bis heute hat sich das Haus in all seinen Jahren einen guten Ruf bewahrt. Für den Tourismus im Ort spielte es eine wertvolle Rolle. Schließlich kam es in diesem Haus durch Familien-Aufenthalte und Seminare im Jahr zu insgesamt 17.000 Übernachtungen. Doch nun ist die Zukunft ungewiss. Nachfragen bei Gemeinden und Trägern ergaben noch keine konkreten Planungen für eine Wiedereröffnung.

Bürgermeister Kaspar Öttl weiß nicht wie es weitergehen soll. „Gut ein Dutzend Arbeitsplätze hängen für unseren Ort von einer Wiedereröffnung ab. Das Haus mit seiner guten Dorf-Integration wird uns fehlen!“ – so der Bürgermeister. Zugleich erinnert Kaspar Öttl daran, dass sich die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), die Hausleitung und all ihre Gäste mit Familien-Gottesdiensten auf der Kampenwand am KAB-Kreuz zwischen Berghotel und Steinlingalm sehr positiv in der Gemeinde betätigt hatten. Zum aktuellen Stand der Dinge informierte KAB-Geschäftsführer Reinhard Hartl vom Diözesanverband München-Freising. „Eineinhalb Jahre werden wir wohl brauchen, um das Haus wieder auf Vordermann zu bringen!“ – so Hartl. Zuletzt vor 13 Jahren wurde das etwa fünfzigjährige Haus vollständig renoviert. Die Gästebeanspruchungen, der Zeitgeist und die veränderten gesellschaftlichen Ansprüche an ein Familien- und Seminar-Haus erfordern eine Neu-Konzeption. Hierzu ist vor allem das Einverständnis des Bundes-Familien-Ministeriums und des Bayerischen Sozial-Ministeriums von Nöten. Beide Ministerien waren nämlich bei der Renovierung 1988 Zuschussgeber. Die Förderung erfolgte damals zweckgebunden für Jugend, Senioren und Familien-Erholungen. Geschäftsführer Hartl will in den bevorstehenden Verhandlungsgesprächen mit den Ministeriumsvertretern eventuell die Zweckbindung und die Nutzung erweitern. „Im Tourismus-Wettbewerb, bei Familien-Angeboten, in der Technologie und im Management gilt es, sich der Zeit und Zukunft anzupassen!“ sagte der KAB-Geschäftsführer, der andererseits bedauert, dass durch das nunmehr leerstehende Haus schnell dumme Gerüchte aufkommen. Doch schon im April will Hartl nach den Besprechungen mit den Ministerien genauere Einzelheiten zur kommenden Planung bekannt geben können. Inzwischen wird das KAB-Haus von Aschau mit seinen 90 Planbetten in jedem Falle leer bleiben.

Fotos: Hötzelsperger   (KAB-Heim von Aschau i. Chiemgau).

Hinweis: Herr Hartl von der KAB ist unter Telefon-Nummer 089-552516-90 zu erreichen.

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