Beitrag Landfrauentag 2002 Rosenheim
(hö) – „Mit Mut das Bewährte bewahren und mit der Gabe, Visionen zu
entfalten wollen wir die Herausforderungen der Zeit und die Zukunft
bewältigen!“ – mit dieser positiven Einstellung begann Kreisbäuerin
Annemarie Biechl ihre Ausführungen zum diesjährigen Landfrauentag in der
überaus Wie
Alois Glück in seinem Vortrag erläuterte, sind die Bäuerinnen über den
Gesellschafts-, Struktur- und
Landwirtschaftswandel hinaus verlässliche Stützen. Zur Wahrnehmung von
Aufgaben im eigenen Berufsstand sagte er den zahlreichen Ortsbäuerinnen
und Ehrenamtlichen, dass auch in der Landwirtschaft das Ehrenamt besser
gepflegt werden soll. „Kritisiert ist gleich, bleiben wir fair und
pflegen wir eine gute Kultur des Umgangs!“ – so Alois Glück mit dem
Hinweis, dass auch außerhalb der Landwirtschaft mit den
Ehrenamts-Trägern oftmals unanständig umgesprungen wird. Als
Abgeordneter gestaltet Alois Glück seit 1970 die Landes- und
Landwirtschaftsentwicklung mit. „Vorher schon merkte ich in der
Landjugend als Mitgestalter, dass man Tradition und Fortschritt in
gesundem Maße kombinieren sowie offen für Neues bleiben muß!“. Die
„Explosion der Leistungsfähigkeit“ bietet auch Chancen – so Glück.
Zum Beispiel kann die Achtung
vor „Inneren Verletzungen“ „Die
Landwirtschaft genießt manchmal nur einen Vorschuß an Misstrauen. In
Wirklichkeit hilft einem kein Schwein, wenn der Einzelne an den Pranger
gestellt wird!“ – mit diesen deutlichen Worten sprach Alois Glück von
„Inneren Verletzungen“ und davon, dass im Trend der Pessimismus oft
größer ist als notwendig. Die Erfahrungen aus den BSE-Fällen bis hin zu
den aktuellen BSE-Tests sind für Glück ein Beispiel, dass Vermutungen
schnell zu Anklagen werden. Als Bekenner der gläsernen
Nahrungsmittelkette meinte der Abgeordnete, dass sich die Mehrheit der
Bevölkerung nach wie vor ziemlich bewusstlos, nämlich über die
Preis-Entscheidung ernährt. Eine überlegtere Ernährung sollte
einhergehen mit umweltverträglicher Produktion sowie mit einer zeit- und
artgerechten Tierhaltung. Familien-Visionen Bessere
Rahmen-Bedingungen für die Familien forderte der Festredner ebenso wie
diesbezügliche Anstrengungen als nationale Gemeinschafts-Aufgabe. Dorf
ohne Vereine unvorstellbar Auf
der Suche nach einer neuen Anerkennungsstruktur sollen sich die Leute in
Bezug auf das Vereinsleben machen. „Früher war ein Vereins-Ehrenamt ein
sozialer Aufstieg, heute ist man oftmals der Fußabstreifer der
Gemeinschaft, weshalb Freiwillige und Ehrenamtliche schnell resignieren!“.
„Wer sich engagiert, der gewinnt auch!“ sagte Glück weiter mit der
Feststellung, dass ein Dorf ohne Vereinsleben genauso unvorstellbar ist
wie ein Vereinsleben ohne bäuerliche Familien. Deshalb sollen Vorteile
genutzt und Nachteile aufgefangen sowie Traditionen fortgeschrieben
werden. „Die Zukunft gehört den mutigen Realisten und nicht den
Ängstlichen!“ – mit diesem Schluß-Satz sprach Alois Glück den
Bäuerinnen aus dem Landkreis Rosenheim seinerseits Mut zu. Mit einem
Bildband vom Wendelsteingebiet bedankte sich Kreisbäuerin Annemarie
Biechl bei einem Abgeordneten, der selbst von 1958 bis 1960 die
Landwirtschaftsschule besuchte und nie seine bäuerlichen Wurzeln
vergessen hat. Liebeserklärung
der Kreisbäuerin
Lobesworte
der Ehrengäste Drei
der zahlreichen Ehrengäste lobten in ihren Grußworten die Leistungen der
Bäuerinnen. Rosenheims Bürgermeister Wolfgang Noe sprach von der
Hauptrolle in de Familie und überreichte an Annemarie Biechl und ihre
Vertreterin Anneliese Riepertinger Blumen. Landrat Dr. Max Gimple stellte
die Solidarität in der bäuerlichen Gesellschaft sowie die
Dialogbereitschaft auch zu nicht-landwirtschaftlichen Gruppierungen
heraus. Und Rosenheims Bauernobmann und Landtagsabgeordneter Josef Ranner
machte eine aktuelle Rechnung auf als er sagte: „Vor hundert Jahren hat
ein Bauer 6 bis 8 Bürger
ernährt, heute sind es deren 130!“. Zugleich bezeichnete Ranner die
Bäuerinnen als geschickte und charmante Botschafterinnen ihres
Berufsstandes und Landes. Trotz aller Sorgen bat er, sich nicht zu
verweigern, sondern weiterhin Verantwortung zu übernehmen. „Die Frauen
sind der Mutmacher unseres Berufsstandes!“ – so Ranner lobend und
abschließend. Rimsting,
Prien, Greimharting und Wildenwart stellten sich vor
Fotos:
Hötzelsperger |