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Bauern, Wirte und Touristiker jetzt auch mit Metzgern an einem Tisch
Chancen der regionalen Produktvermarktung für den Landkreis Rosenheim sollen zukünftig besser genutzt werden

Rohrdorf (hö) 23.4.02 – Der vor einigen Monaten begonnene Dialog zwischen Bayerischen Bauernverband und Tourismusfachleuten sowie Direktvermarktern und Gastronomen im Rosenheimer Land hat Zuwachs bekommen: bei einer neuerlichen Zusammenkunft im Gasthof „Zur Post“ in Rohrdorf saßen erstmals auch die Vertreter der Metzgerinnung am Tisch. Gemeinsam will man in Zukunft und vor Ort nach besseren Vermarktungs-Möglichkeiten von heimischen Produkten Ausschau halten. Die beiden Initiatoren der Aktion, Landtagsabgeordneter und Bauernverbands-Vorsitzender für Rosenheim Sepp Ranner sowie Franz Bergmüller als Vorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststätten-Verbandes für den Landkreis Rosenheim wollen eine breite Wirtin Therese Albrecht tischt natürlich Bestes aus der Region für die Partner auf.Übereinstimmung über ihre eigenen Branchen hinweg erzielen. Aus den ersten Gesprächs-Erkenntnissen heraus suchte man das Fachwissen der Metzger. „Ohne Spezialkenntnisse brauchen wir gar nicht anzufangen. Das beste Beispiel in dieser Sache ist Metzgermeister Klaus Rumpel aus Bruckmühl, der sich vom reinen Lohnschlächter für die Bauern zum Schlacht- und Veredelungsbetrieb auch für seine Metzgerkollegen entwickelt hat“ meinte Franz Bergmüller. In diesem Zusammenhang kritisierten Metzger und Gastwirt Georg Maier aus Prutting zusammen mit Metzger-Innungsobermeister Peter Seehuber aus Rosenheim die Zentralisierung der Schlachthöfe. Stellvertretende Kreisbäuerin Anneliese Riepertinger aus Söchtenau klagte speziell die damit notwendigen längeren Tiertransporte an. Generell war man sich einig, dass die immer schärfer werdenden Lebensmittelhygiene-Vorschriften so hohe Investitionen erfordern, dass diese von kleineren Anbietern beziehungsweise Verkaufsstellen kaum mehr erfüllt werden können. Auf Anregung von Paul Arnold aus Almertsham, dem Vorsitzenden von „Urlaub auf dem Bauernhof Chiemsee-Wendelstein“ soll nunmehr ein Informations-Ausflug zu den Kollegen nach Salzburg gemacht werden. BBV-Kreisvorsitzender Sepp Ranner sieht im grenzübergreifenden Denken und Vergleichen auch die Chance, dass man Euregio-Mittel zum Thema Regionalvermarktung bekommen könnte. Nach Ansicht von Therese Albrecht vom Rohrdorfer Gasthof „Zur Post“ wären bayerische Regionalprodukte eine gemeinsame Chance für Wirte, Metzger, Bauern und damit auch für den Tourismus. Mit einem Drei-Punkte-Maßnahmen-Paket gingen die an einem Strang ziehenden Interessensvertreter auseinander. Einmal soll so bald als möglich das Salzburger-Land-Modell zur regionalen Produktvermarktung im Rahmen einer Busfahrt näher kennen gelernt werden. Dann könnte man sich im September eine heimische Aktion des Bauernverbandes, des Gaststättenverbandes und der Metzgerinnung vorstellen. Zum Dritten wird die Erstellung und der Austausch einer Angebots- und Nachfrageliste über regionale Erzeugnisse angestrebt. Dies soll in engem Zusammenhang mit den bereits bestehenden Bemühungen des Landratsamtes erfolgen. Auch im Zukunfts-Medium Internet will man besser koordinierte und verlinkte Präsentationen erreichen. Der Erfahrungs- und Produktaustausch der Zukunft soll sich nicht nur auf Fleisch-Produkte und auf die Metzgerinnung beschränken. Waren wie Gemüse, Salat, Obst und Schnäpse bieten weitere Chancen für Anbieter, Vermarkter und Kundschaften. Davon war man jedenfalls übereinstimmend in der jüngsten Rohrdorfer Zusammenkunft überzeugt.

Foto: Hötzelsperger

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