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Wie
sich die deutschen Hoteldirektoren drei Tage lang in Miesbach wohlfühlen und
fortbilden
Hoteldirektorenvereinigung
Deutschland (HDV) wird weiterhin von Olaf Feuerstein aus Götting angeführt
Miesbach (hö)
20.4.02 – „Ein Drittel ist Verbandsarbeit, ein Drittel gesellschaftlich und
ein Drittel dient wie gewohnt der Fortbildung“, diese Aufschlüsselung macht
Gert E. Boness als langjähriger Begleiter und Beobachter der
Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. (HDV). Zu ihrer heurigen
Mitgliederversammlung fanden sich die bundesweit angereisten Führungskräfte im
Vier-Sterne-Hotel „Bayerischer Hof“ in Miesbach ein. Und das dreitägige
Programm entsprach genau der zuvor erläuterten Gliederung. Eine besondere Überraschung
bot
dabei die Fortbildung, die beim HDV einen hohen Stellenwert hat. Während die
Vorträge, Arbeitskreise und Workshops zu den Themen „Hör auf zu Jammern! –
der emotional erfolgreiche Umgang mit sich selbst und anderen Menschen“ (mit
Referent Peter Traa) sowie „Das effektive Trennungsgespräch mit
Mitarbeitern“ (mit Rechtsanwalt Dr. Fank Wetzing) weniger verblüffend
klangen, waren dies eher schon die alternativen Themen „Feng Shui“ und „Mega
Memory“. Unabhängig von der Neuartigkeit der Namen: alle vier Workshops waren
gleich gut aufgesucht und für die Teilnehmer zufriedenstellend. Ehe sich die
Teilnehmer zu den workshops zurückzogen, gab es allerdings noch die Regularien
mit den Neuwahlen durchzuführen.
Unter
der Wahlleitung von Rüdiger F. Missner, dem langjährigen HDV-Vorsitzenden und
nunmehr Vorsitzenden des Ältestenrates aus Bad Honnef kam es zu harmonischen
Ergebnissen: Olaf Feuerstein, geschäftsführender Gesellschafter des Hotels
„Freizeit In“ in Götting bleibt Erster Vorsitzender. Er wurde ebenso
wiedergewählt wie Schatzmeister Michael H. Göldner, Direktor des Dorint Hotel
Mainz. Göldner
ist mit Beginn seiner 6. Amtsperiode das dienstälteste Vorstandsmitglied.
Ebenfalls wiedergewählt wurden Erster Beisitzer Thomas Brückner, Geschäftsführer
des Estrel-Hotel Berlin und der stellvertretende Vorsitzende Helmut Grässle,
Direktor des Lindner-Resort Binshof in Speyer. Neu im Team ist als Zweiter
Beisitzer Folker Müller als Direktor des Platz´l Hotel in München. Müller übernahm
die Aufgabe von Jörg Herrmann von den Bad-Hotels Bad Teinach und Überkingen.
Herrmann stand nach Umstrukturierungen nicht mehr zur Verfügung. Nach seinen
Vorstellungen will Müller, der seit gut drei Jahren dem bekannten Münchner
Hotel mit Unterhaltungsangeboten der besonderen Art angehört, neue
Verbandsaufgaben definieren und den süddeutschen Charakter in die
Bundesgemeinschaft einbringen. Die Verbandsregularien wurden noch ergänzt von
den verschiedenen Rechenschaftsberichten. Die Entlastung wurde vorgeschlagen von
den Kassenprüfern Hubertus von Bonin (Direktor Sofitel in Frankfurt) und von
Hans-Joachim Mielow (Ruhestands-Hoteldirektor aus Bad Soden). Vereinbart wurde
noch, dass sich die Mitglieder des HDV vom 8. bis 10. November zum fünften Führungskräfte-Kongreß
in völlig neuer Form in der Benediktiner-Abtei Maria Laach in der Eifel zum
Thema „Orientierung 2003 – Einkehr“ treffen werden. Auch sonst bietet der
Verband seinen 150 ordentlichen und 40 fördernden Mitgliedern eine ganze Menge
für die angestellten und selbstständigen Hoteldirektoren. Eine der wichtigsten
Aufgaben ist der Nachwuchs-Wettbewerb „Rezeptionist/in des Jahres“. Diese
Aktion zur Motivierung und Qualifizierung der Empfangskräfte wird im nächsten
Jahr wieder durchgeführt. Zur Erfüllung der verbands-politischen Aufgaben hat
sich beim HDV ein Strategie-Team gebildet, das in freiwilliger Art, zu
wechselnden Themen und bei unterschiedlicher Besetzung der Verbands-Führung als
Input- und Ideengeber zur Verfügung stehen will. Die HDV als berufsständische
Vereinigung mit der Weiterbildung als Schwerpunkt sieht sich auch als Motor für
den immer wieder erforderlichen Informationsaustausch im Berufsfeld der
Hotel-Manager.
Wohlfühlen
mit sich selbst und an den anderen erinnern können – zwei besondere Themen
Hauptbestandteil
der dreitägigen Zusammenkunft in Miesbach waren die Workshops. „Feng Shui im
Hotel“ – und das mitten in Oberbayern im Haus des „Bayerischen Löwen“
– ob dies gut geht? Ja, darüber war sich Referent Dick Evers von seinem
gleichnamigen Design Team bereits vor Beginn des Treffens mit den Direktoren im
Klaren. Als einfache Erklärung für Feng Shui, einer über 3.000 Jahre alten
chinesischen Lehre, sagte Evers: „Feng Shui befasst sich mit der Beeinflussung
der persönlichen Umgebung, damit man sich glücklich fühlt“. Der Dozent an
der Kunstfachhochschule Maastricht in Holland, der auch Architekt und Designer
ist, gehört mit seinem Design-Team zu den wenigen großen
Feng-Shui-Beratungs-Betrieben. In Miesbach fanden sich etwa zwei Dutzend
Hoteldirektoren für ein paar Stunden ein. Oft hält Evers Ganztages-Vorträge für
800 bis 900 Personen. Für Hoteldirektoren ist Feng-Shui ein besonders wichtiges
Thema. Wie Evers erklärte, gilt es nicht nur das persönliche Wohlsein, sondern
auch die Mitarbeiter im Auge zu behalten. Interessant war die Dreiteilungs-Erklärung
für den Begriff „Glück“. Dem „Erden-Glück“, das man aufgrund der
Geburt hat, kann man wenig Einfluss
zukommen lassen. Das „Körper-Glück“ dagegen kann man mit Lernen, Essen,
Trinken und anderen Gewohnheit schon mehr beeinflussen. Am meisten greift die
Feng-Shui Methode beim „Lebens-Glück“, das sich von der Geburt bis zum
Abschiednehmen beeinflussen lässt. „Wie gehe ich mit mir und mit meiner
Umgebung um?“ – diese Frage steht dabei in vielfältiger Weise im
Mittelpunkt der Betrachtungen. Ausdrücklich vermerkte der Referent, dass nicht
materieller Reichtum das Wichtigste für ein glückliches, ausgeglichenes Leben
ist.
„Jedem
Menschen ist es gegeben, sich mit Techniken ein besseres Denkvermögen
anzueignen“, mit dieser verblüffenden Behauptung startete Helgo Bretschneider
seinen von ihm geleiteten Workshop „Mega.Memory-Gedächtnistraining“. Das
Merken der Namen von Geschäftspartnern, freies Reden, das Präsentieren und
Verhandeln sind einige der Argumente, warum man sich mit der Gedächtnis-Verbesserung
auseinandersetzen sollte. An einem Tag wie in Miesbach schafften es einige
Teilnehmer, sich 30 Dinge merken zu können. Die siebenstündige Beschäftigung
mit dem Bad Honnefer Lehrmeister war zwar anstrengend, aber nicht erschöpfend.
„Zum Schluss war ich so motiviert, dass ich noch gerne ein paar Übungen
gemacht hätte“, so eine Teilnehmerin. Im übrigen legt Helgo Bretschneider
großen Wert darauf, dass seine Seminare individuell ablaufen. „Das einzige,
was routiniert ist, ist die Erfolgsaussicht“ so der selbstbewusste
Diplom-Kaufmann, der seine Gedächtnis-Übungen branchen-übergreifend durchführen
kann.
Nach
so viel Lernen war für die rund 70 anwesenden Hotel-Direktoren natürlich noch
Feiern angesagt. Dem ersten Abend zum Kennenlernen mit einem bayerischen
Programm in der nahen Scheune des Biogutes Wallenburg folgte am zweiten Abend
das Motto „Eine Nacht in Venedig“. Vor der sonntäglichen Abreise der
Mitglieder des HDV war man sich einig, dass es in der gut 20jährigen Geschichte
des Verbandes eines der schönsten Treffen war. Ein Großteil des Verdienstes
lag bei Olaf von der Wettern, HDV-Mitglied, seiner Ehefrau Barbara und all
seinen Mitarbeitern vom Hotel „Bayerischer Hof“. Sie verstanden es nach übereinstimmenden
Teilnehmer-Aussagen, dass sich die Gäste rundum und perfekt wohl fühlen
konnten.
Anton
Hötzelsperger
Fotos:
Hötzelsperger
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