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Ranner und Soyer führen auch in den nächsten fünf Jahren den Kreisverband der Rosenheimer Bauern
Wahlen und deutliche Worte des oberbayerischen BBV-Präsidenten Ludwig Dinkel  

Rosenheim (hö) – Der Landtagsabgeordnete Sepp Ranner wird auch in den nächsten fünf Jahren Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes für Rosenheim sein. Mit einem überzeugenden Ergebnis von gut über 90 Prozent bei den geheimen Neuwahlen im Großen Saal des Gasthofes Höhensteiger in Westerndorf St. Peter wurde der Milchviehbauer aus Mitterhart und stellvertretende Agrar-Sprecher der Christlich-Sozialen-Union in einer schwierigen Zeit der Landwirtschaft für seine vielfältigen Bemühungen bestätigt. Dreißig Jahre gehört Ranner der Kreisverbands-Vorstandschaft bereits  an, seit 15 Jahren ist er ihr Vorsitzender. In diesen letzten drei Wahlperioden stand ihm mit Georg Soyer vom Ortsverband Westerndorf St. Peter ein wichtiger Partner zur Seite. Auch Soyer stellte sich noch einmal zur Wahl und bekam eine hohe Zustimmung (83 Ja-Stimmen bei 85 Wahlberechtigten). Zu den ersten Gratulanten gehörten auch die  Kreisbäuerinnen Annemarie Biechl und Anneliese Riepertinger.

Die neue Kreisvorstandsschaft mit den Kreisbäuerinnen und mit Präsident Ludwig Dinkel (re.) und Direktor Georg Sedlmaier  (li.) vom BBV-Oberbayern. In der Mitte: Kreisobmann Sepp Ranner.Bei der Wahl von fünf weiteren Vorstandsmitgliedern erklärten sich acht Kandidaten aus dem Landkreis zur Wahl bereit. Entsprechend der abgegebenen Stimmen wurden gewählt Georg Liegl aus Söchtenau, Frieder Meidert vom Ortsverband Schlicht in der Gemeinde Soyen, Hans Herzog aus Freiham, Josef Huber aus Eichloh bei Eiselfing und Johann Mayer aus Au bei Bad Feilnbach. Die Wahlleitung lag in den Händen von Georg Sedlmaier, dem Direktor der Hauptgeschäftsstelle Oberbayern vom Bayerischen Bauernverband. Ehe es zur Wahl aus den Reihen der insgesamt 95 Obmannschaften für den Kreisverband Rosenheim kam, ließ Obmann Ranner die letzten fünf Jahre noch einmal Revue passieren. Die Bemühungen, dass landwirtschaftliche Nutzflächen nicht in die sogenannten FFH-Flächen aufgenommen werden sowie verschiedene Aufgabenbewältigungen zur umweltgerechten Gülleausbringung wurden dabei ebenso genannt wie Fördermaßnahmen, wie zum Beispiel zum Ausgleich für Baumaßnahmen in Wassserschutzgebieten. „Das Naturschutzgesetz gleicht zuweilen einer modernen Enteignung!“ – meinte Rannter mit der Bitte, nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Schließlich haben sich die Anstrengungen gelohnt in Bezug auf die Landschaftspflegeprogramme. „Mit dem Maschinenring konnten wir hierfür den idealen Partner gewinnen!“ – so der Bauernobmann, der auch einen kritischen Blick nach vorne wagte. Als besonders „heiße Kisten“ der Zukunft nannte er im Landkreis Rosenheim die Mangfall-Hochwasser-Regulierung, die Ausweisung des Hofstetter Sees als Wasserschutzgebiet, die Stundung von Wasseranschlussgebühren bei landwirtschaftlichen Nebengebäuden, das Dauerthema „Milchquote“, die Eigenleistungen von Weilern bei Pflanzenkläranlagen, die Viehverkehrs-Verordnung, das Arzneimittelrecht und die Direktvermarktung mit seinen vielen Chancen und Sorgen. Auch die „Schlacht um den Schlachthof“, die in Rosenheim verspielt worden ist, und die immensen Plagen mit den Krankheiten MKS und BSE standen auf dem Rede-Programm von Ranner.Präsident Ludwig Dinkel vom Bezirk Oberbayern des Bayerischen Bauernverbandes.

Bauernpräsident Dinkel: „Künast streut Zwietracht!“

Die Benachteiligung der konventionellen Erzeuger gegenüber dem Öko-Landanbau durch die Bundes-Landwirtschaftsministerin Renate Künast prangerte Ludwig Dinkel als oberbayerischer Bauernverbands-Präsident an. Mit großer Skepsis betrachtete er die aktuellen Entwicklungen auf dem Verbrauchermarkt. „Mit der einseitigen Propagierung wird der mühsam aufgebaute Öko-Markt auch noch kaputt gemacht!“ – so Dinkel. Zur Entwicklung der Bauernhof-Zahlen sagte er gar: „Mich treibt´s um, wenn ich sehe, dass von vormals 450.000 Betrieben im Jahr 1950 jetzt nur noch 150.000 existent ist. Und wenn sich das Höfesterben mit bis zu fünf Tausend Aufgaben im Jahr so fortsetzt, dann müssen wir schon viel Kraft für die Zuversicht aufbringen!“. Trotzdem rief der Präsident auf, nicht Pessimist, sondern Realist zu sein. An die Politik gerichtet nannte er die regionalisierte Einkommens-Gestaltung als Lösungsmöglichkeit. Viele Hände zu schütteln hatte der oberste oberbayerische Landwirtschafts-Repräsentant mit  seinen insgesamt 70 Kreisverbänden bei der Übergabe der 95 Neu- oder Wiederernennungen der Ortsobmänner. Für alle ehrenamtlich tätigen Bauern gab es eine Urkunde und ein herzliches „Vergelt´s Gott“. 

Fotos: Hötzelsperger

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