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Sozialministerin Christa Stewens bei Frauen-Union Rosenheim-Land zu Gast
Frauen-Union im Gasthaus Höhensteiger in Westerndorf St. Peter

Westerndorf St. Peter (hö) 24.4.02 – Einen aktuellen Einblick in die Sorgen einer für die Sozialarbeit zuständigen Ministerin in Bayern gab Christa Stewens bei einer gut besuchten Zusammenkunft der Frauen-Union im Gasthaus Höhensteiger in Westerndorf St. Peter. Obgleich sich gleichzeitig aus dem Landkreis Rosenheim eine politik-interessierte Gruppe zu einer Informationsveranstaltung nach Brüssel aufgemacht hatte, war die Veranstaltung mit der Staatsministerin aus den Reihen der insgesamt 692 Mitglieder sehr gut besucht. Drei Schwerpunkte stellte Ministerin Stewens in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen: einmal die Einführung eines Familiengeldes, dann die Kinderbetreuung und schließlich die Gesellschafts-Atmosphäre.

Ministerin Christa Stewens wird in Westerndorf St. Peter von FU-Vorsitzender Margarete Kühnel(re.)  und von FU-Schriftführerin Gabriele Gerthner (li.)  begrüßt.„Wahlfreiheit zwischen Arbeit und Erziehung“, dies war eine Kernforderung, wenn es darum geht, Müttern bessere Perspektiven zu geben. Das Familiengeld soll einkommensunabhängig auch als schrittweise Einführung Bestandteil im  neuen Wahlprogramm von Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber enthalten sein. „Familien mit kleinen Kindern sind in Deutschland die sozial schwächste Gruppe“, so die Ministerin und sechsfache Mutter mit weiteren Zahlen, die zum Nachdenken gaben: „30 Prozent der jungen Frauen haben keine Kinder wegen ihrer Berufsentscheidung, bei Akademikerinnen sind es sogar 40 Prozent“. Überhaupt sollen bei der Ausformulierung der neuen Politik die verschiedenen, zum Teil modernen Lebensentwürfe von Frauen und Familien stärker berücksichtigt werden. Hierzu gehört es auch, dass Kinder schon vor dem Kindergartenalter betreut werden und dass mehr ganztägige Betreuungsangebote für Schüler angeboten werden. „Betreuung soweit wie notwendig,“ so der Grundsatz der Ministerin, die anstatt jobgerechter Familien wieder mehr familiengerechte Jobs  in enger Kooperation mit der Wirtschaft finden möchte. „Outen wir die Kinderfeindlichkeit in unserer Gesellschaft wieder mehr;“ sagte Stewens mit dem Vergleich, dass mit den FFH-Richtlinien über Bayern und Europa ein Netz zur Hilfe für die Tiere und Pflanzen gelegt worden ist. „Aber wo bleiben die Richtlinien für Kinder, wenn man schon bei der Anlage von Kinderspielplätzen mit emmissionsschutzrechlichen Auseinandersetzungen kämpfen muss?“.

In der recht regen Diskussion nahm Ministerin Stewens auch zu den Ausführungen von Christel Heilmann-Tiedt vom Kurzentrum für Mutter und Kind in Aschau Stellung. Sie berichtete von einer vormittäglichen Zusammenkunft mit dem AOK-Verwaltungsrat und ließ sich noch ganz aktuell von einem Beschluss informieren, dass bis zum 1. Juli die Mutter-Kind-Kuren wie gehabt möglich sind. Alsdann sollen neue Verhandlungsergebnisse angewandt werden. Mit einem Chiemseer Klosterlikör bedankte sich FU-Kreisvorsitzende Margarete Kühnel bei der Ministerin für ihren Besuch.

Foto: Hötzelsperger

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