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Heilbronner Studenten schauen Aschauer Gastgebern auf die Finger
Gästebefragung mit ersten Erkenntnissen

Aschau (hö) – Wo den Gästen in Aschau der Schuh drückt, wollte die Tourist-Info einmal genauer wissen. Da kam es gerade recht, dass Mitarbeiter Herbert Reiter im Rahmen seiner Ausbildung zum Touristikfachwirt an der Fachhochschule Heilbronn seine heimatlichen Kontakte für eine dreitätige Informations- und Befragungs-Aktion nutzen konnte. Gemeinsam mit einer kleinen Schar von Studentinnen und Studenten und unter der Anleitung von Professor Dr. Claus-Dieter Barg erarbeitete man einen umfassenden Fragen-Katalog. Nach einer Abstimmung mit Bürgermeister Kaspar Öttl und mit Tourist-Info-Leiter Wolfgang Bude machte sich die Studentengruppe an die Arbeit einer sogenannten Feldforschung. Ganze Tage verweilten die jungen Tourismus-Studierenden in Aschau und in Sachrang, um bei den Gästen nach Antworten für Fragen aus dem Freizeitbereich zu suchen. Insgesamt 143 ausführliche und ausgefüllte Fragebögen gingen zu einer ersten Auswertung an die Fachhochschule. Die ersten Erkenntnisse wurden nunmehr der Gemeinde Aschau übermittelt.

Aufenthaltsgrund, Dauer, Wiederholungs-Absichten, Begleitpersonen, Anreise, Buslininen-Nutzung, Buchungsverhalten, Unterkunfts- und Einrichtungsqualitäten, Einkaufs-Möglichkeiten und anderes mehr – all dies stand auf dem Prüfstand der jungen Frauen und Männer, die bislang Aschau nur vom Hörensagen gekannt hatten und somit mit einer neutralen Einstellung an ihre Aufgabe herangingen. Als kleine Einzelmaßnahmen mit Verbesserungsmöglichkeiten schlug die Untersuchungstruppe bereits nach einer ersten Auswertung unter anderem vor: bessere Beschilderung zur öffentlichen Toilette im Haus des Gastes, Angabe von Zeiten (und nicht nur von Kilometern) bei Wanderwegetafeln, verstärkte Nutzung der Kampenwandbahn-Talstation und des Parkplatzes zu Gäste-Informationszwecken, Anbringen einer Speisenkarte am Außen-Eingangsbereich der Festhalle von Hohenaschau, mehr Klein- und Musik-Veranstaltungen in den Aschauer Gaststätten oder eine Attraktivierung des Aschauer Kurparkes mit der Wandelhalle.

Interessante Zahlen gaben weitere Aufschlüsse. So sind genau ein Viertel aller Priental-Gäste Tagesausflügler. Der Anteil an treuen Stammgästen ist überaus hoch und Single-Reisen ergeben nur fünf Prozent aller Anreisenden. Der Linienbus, der seit diesem Monat für Gäste mit Kurkarte kostenlos von Sachrang bis zum Chiemsee nutzbar ist, wird von einem Viertel aller Gäste als gewollte Einrichtung gesehen. Der große Rest sieht keinen Bedarf. Ein gutes Drittel aller Aschauer Gäste hat vor der Anreise oder beim Aufenthalt die Tourist-Info benutzt. „Ein hoher Anteil, was für die Effizienz und für den Erfolg der Werbeanstrengungen spricht!“ – so Prof. Barg, dem mit seinen Studenten auch noch auffiel, dass 40 Prozent aller Übernachtungen in Ferienwohnungen „stattfinden“. Die differenzierten Bewertungen der Unterkunfts- und Service-Qualitäten sollen noch tieferen Untersuchungen unterzogen werden.

Auch die Bewertung der eigenen Tourist-Info und der Wanderwege-Beschilderung gehört zu den weiteren Auswertungs-Arbeiten, die noch ein halbes Jahr in Anspruch nehmen werden. „Für mich als Aschauer und als Student von Heilbronn sind die Daten von doppeltem Interesse und ich freue mich schon auf die genauen Ergebnisse“ sagte Herbert Reiter bei der Übergabe der ersten Erkenntnisse an Bürgermeister Kaspar Öttl.

Foto: Hötzelsperger   Studenten und Prof. Barg (li. Hinten) sowie mit Bürgermeister Öttl und Tourist-Info-Leiter Bude (re.) beim Treppenaufgang vom Aschauer Rathaus.

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