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Qualitäts- und Gesprächs-Aufbruch beim Kur- und Tourismusverband Wendelstein
Erster „Tag des Tourismus“ im Gasthof „Zur Post“ in Rohrdorf

Prof. Romeiß-StrackeRohrdorf / Wendelstein (hö) – Kritisch und aufmunternd zugleich setzte sich eine gut 60köpfige Interessengemeinschaft für einen Qualitätsschub innerhalb des Kur- und Tourismusverbandes Wendelstein ein. Im Rahmen eines erstmals angebotenen „Tag des Tourismus“ wollte man von der Verbandsspitze mit der Basis und deren Sorgen ins Gespräch kommen. Und dies gelang, wenn auch für manche Teilnehmer aus der Vermieter- und Wirteschaft deutliche Worte erkennbar wurden, um die Herausforderungen der Zeit zu meistern. Als Gast-Referentin hatte man Frau Professor Dr. Felicitas Romeiß-Stracke geladen. Die Fachfrau kam als Direktorin des Büros für Sozial- und Freizeitforschung und als Dozentin für Freizeit und Tourismus an der Technischen Universität München nach Rohrdorf, um dem Thema „Qualität“ zwei Vorträge zu widmen.

Therese Albrecht vom Gasthof Zur PostEingangs sprach Geschäftsführer Klaus Löhmann auch namens der Vorsitzenden Christoph Rastinger und Claus Hehle ein Grußwort, wobei er inmitten der Touristiker und Anbieter auch stellvertretende Geschäftsführerin Christine Lichtenauer vom Tourismusverband München-Oberbayern, stellvertretenden Landrat Paul Unterseer vom Landkreis Rosenheim und Paul Arnold als Geschäftsführer der Anbietergemeinschaft „Urlaub auf dem Bauernhof Chiemsee-Wendelstein“ begrüßen durfte. „Qualität kann man nicht alleine machen, deshalb danke ich der Sparkasse, der Auer-Bräu sowie der Deutschen Post für ihre Sponsor-Förderung. Außerdem zeigt der gute Besuch dieses Informations- und Diskussions-Tages, dass ein Verband nur so gut ist, wie seine Partner und Mitglieder aktiv sind!“ – mit diesen Worten übergab Wendelstein-Geschäftsführer Löhmann das Wort an die Professorin.

„Investieren Sie mehr in Ihre Mitarbeiter!“

 Blick in die Zuhörerschaft (vorne Christine Lichtenauer vom Tourismusverband München-Oberbayern, dahinter Klaus Löhmann, KTV Wendelstein) „Stammgäste sind eine Chance, aber auch ein Risiko!“  oder „Investieren Sie mehr in Ihre Mitarbeiter“ oder „Mit Kleinigkeiten kann man eine ganze Menge machen“ – solche Beispiele erläuterte die Professorin anhand praktischer Beispiele. Alles Handeln und Denken rund um die Qualität bedarf nach Meinung der Referentin auch den Mut zu Veränderungen. Wenngleich sie die persönliche Note und die Dienstleistung als solche nicht in Frage stellen wollte, sollte dies auf dem Gebiet der Werbemittel kein Tabu sein. „Vergessen Sie Ihre Prospektberge, nutzen Sie die neuesten Kommunikationstechniken!“ – provozierte bewusst Prof. Romeiß-Stracke. Wie recht sie dabei hatte, bestätigte in ihrem Vortrag Hausherrin Therese Albrecht vom Gasthof „Zur Post“ in Rohrdorf. „Ein Drittel meiner Prospekte kann ich jetzt schon sparen, weil wir mit Gästen und Firmen verstärkt über das Internet kommunizieren!“. Großen Zuspruch fand von Frau Albrecht das Haus-Rezept, wonach man ganzjährig und fast rund um die Uhr für den Gast da sein sollte. „Auch die Autobahn oder das Zementwerk bieten Chancen und nicht nur Nachteile!“ – meinte die Chefin von 70 Mitarbeitern aus einem 200 Jahre alten Traditionshaus mit 120 Zimmern und mit einem jährlichen Renovierungsaufwand von rund 500.000 Mark. 

Nach den Vorträgen kam es noch zu Arbeitskreisen und zur freien Aussprache. Dabei standen auch Lars Bengsch vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr in München zum Thema „Messe München“, Gabriele Rust vom ADFC Bayern zum Thema „Radurlauber“ und Tourismus-Studentin Claudia Steinle zum Thema „Zielgruppe 50 mit Lust aufs Wandern“ zur Verfügung. Mit einer gemeinsamen, abendlichen Brotzeit zum freien Gedankenaustausch endete der erste „Tag des Tourismus“, der als Baustein für den begonnenen Neuanfang beim Wendelsteinverband dienen kann. Beeindruckt vom Zusammengehörigkeitsgefühl und vom Gehörten war stellvertretender Landrat Paul Unterseer: „Besonders interessant finde ich den Vorschlag, für einen Gästeurlaub und für die Angebotsgestaltung eine Art Drehbuch für das Wendelsteingebiet zu erstellen!“ meinte der Politiker unter Hinweis auf einen von vielen neuen Anregungen.

Fotos: Hötzelsperger

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