derChiemgauer.de

Beitrag

Traunsteiner Fleckvieh – Spitze in Deutschland
Überragende Erfolge für die Züchter des Rinderzuchtverbandes Traunstein bei der 5. Bundesfleckviehschau in Alsfeld/Hessen. 3 Kühe stammen aus dem Gebiet der VZG Rosenheim-Ost.

Traunstein: K. Rosner 25.2.02 Bei der 5. Deutschen Fleckviehschau in Alsfeld konnte der Rinderzuchtverband Traunstein wohl den größten Schauerfolg in seiner 106-jährigen Geschichte bei einer überregionalen Veranstaltung einfahren. Es gelang den Züchtern einen Deutschland-Champion, drei Bundessieger und sieben Platzierungen gegen die starke Konkurrenz aus den gesamten Deutschen Fleckviehzuchtgebieten vor den kritischen Augen der Besucher aus der gesamten Welt zu sichern.

 

„Klein aber fein“, war deshalb die Devise, die sich die Verantwortlichen des Rinderzuchtverbandes stellten. So startete man mit sieben Kühen nach dem in Hessen gelegenen Alsfeld, dem nördlichst geschlossenen Fleckviehzuchtgebiet Deutschlands. Dieser Veranstaltungsort war gewählt worden, um Fleckvieh auch den Züchtern anderer Rassen zu präsentieren. Die Qualität der Ausstellungstiere musste deshalb sehr hoch angesetzt werden. Umso erfreulicher ist es deshalb, dass sich die Traunsteiner Züchter gegenüber einer Konkurrenz von 91 Tieren aus 13 Zuchtverbänden mit den oben genannten Platzierungen durchsetzen konnten, wenn man bedenkt, dass Traunstein das kleinste Zuchtgebiet in Bayern umfasst.

 

Deutschland Champion – den größten Erfolg für eine Kuh und dessen Besitzer – diesen Erfolg konnten sich Rosmarie und Josef Kaiser, Höpperding, Traunstein, mit ihrer Kuh Baskia, einer Horwein-Tochter, in der Klasse der älteren Kühe erkämpfen. Nachdem Baskia bereits souverän die Klasse „Kühe mit 6 und 7 Kalbungen“ als Bundes- und Klassensiegerin beherrschte, ließ sie keinen Zweifel auch die höchsten Ehren, nämlich den Titel „Bundes-Champion“ einzufahren. Baskia, noch im Gedächtnis aller Fleckviehzüchter der letzten AFO-Schau in Mühldorf, glänzte wieder mit sämtlichen Vorzügen einer Top-Fleckviehkuh. Sie vereint neben einer sehr hohen Milchleistung, im 6-jährigen Durchschnitt 9005 kg Milch mit 3,72% Fett und 3,37% Eiweiß, lange Nutzungsdauer, bestes Beinwerk, kurze Zwischenkalbezeit und ein exzellent ausgeprägtes und aufgehängtes Euter.

 

Gleich mit drei Kühen waren die Traunsteiner Züchter in der nächsten, sehr umfangreichen Klasse „Kühe mit 4 Kalbungen“, vertreten. In der Klasse 4a ging die Kuh Franka, eine Hodach-Tochter, ebenfalls aus dem Zuchtbetrieb Kaiser, Höpperding an den Start. Franka, eine mittelrahmige, gut bemuskelte, in allen Kriterien fehlerfreien Kuh, mit einer Durchschnittsleistung von über 8000 kg Milch, holte sie sich den Klassen- und danach noch den Bundessieg. Schwerer hatten es die beiden anderen Vertreterinnen aus dem Gebiet der VZG Rosenheim-Ost in der Klasse 4b. Die Romen-Tochter Annimie von Hamberger Hubert, Wall, Riedering/Ro. und die enorm große, kalibrige Malf-Tochter Emma des Zuchtbetriebes Mayer Johann, Zacking, Rimsting/Ro. Sie mussten sich in dieser Klasse einer Whisky-Tochter aus dem Württembergischen Zuchtgebiet geschlagen geben. Sie errangen einen 1-c-Preis bzw. einen 1-b-Preis.

 

Die Spannung ließ nicht nach und eine weitere Kuh wurde von den Traunsteinern ins Rennen geschickt. Es war die sehr rahmige, mit bestem Fundament und drüsigem Euter ausgestattete Samurai-Tochter Holme des Zuchtbetriebes Hartl Hubert, Bürghub, Seeon. Sie hat nach der AFO-Schau in Mühldorf im Januar 2002 zum zweitenmal gekalbt und stellte sich mit zur Zeit 47 kg Milch pro Tag den Preisrichtern. Holme erreichte in der ersten Laktation über 9000 kg Milch. Nach langem Ringen und durch ein noch besseres Euter konnte sie sich den Bundes- und Klassensieg der Klasse 8 „Kühe mit zwei Kalbungen“ vor der Lombard-Tochter Akelei von Vordermayer Franz, Stuhlrain, Riedering/Ro., sichern. Von der Kuh Holme wird auf dem Mai-Markt ein interessanter Zeit-Sohn zum Verkauf angeboten. Holme verpasste nur knapp den Bundes-Champion und musste sich einer Kuh aus dem Landshuter Zuchtgebiet geschlagen geben.

 

Eine weitere Kuh aus dem Zuchtgebiet Rosenheim-Ost hatte die Kollektion aufzuweisen. In der Klasse 9 „Kühe mit 1 Kalbung, gekalbt bis 1.10.01“ trat die Hodach-Tochter Seerose, des Zuchtbetriebes Heubl Johann, Oberhamberg, Rimsting an. Seerose, eine Jungkuh, gut bemuskelt, elegant mit exzellentem Euter und einer 100-Tage-Leistung von 3211 kg Milch, zeigte sich im optimalen Ausstellungsgewand. Leider wurde dies von den Preisrichtern anders gesehen und so musste sie sich mit einem 1b-Preis zufrieden geben.

 

Als letztes ging die Kuh Monika des Zuchtbetriebes Berger Gerhard, Scharam, Siegsdorf, ins Rennen. Monika, eine großgewachsene, formalistisch hervorragende, mit guter Leistung ausgestattete Weinox-Tochter hatte eine überaus starke Konkurrenz. Von 11 angetretenen Jungkühen erreichte sie trotzdem noch einen 1c-Preis.

 

Bei der nachfolgenden Eliteversteigerung wurden von den anwesenden Besamungsstationen zwei Ralbit-Söhne in den Prüfungseinsatz überstellt. Der erste stammt aus einer Horwein-Tochter des Zuchtbetriebes Heubl Johann, Oberhamberg, Rimsting, den sich die Besamungsstation Meggle und Wieselburg sicherte sowie ein weiterer Sohn aus der Hodach-Tochter Alma des Zuchtbetriebes Rehrl Alois, Seeleiten, Teisendorf, der an die Besamungsstation Höchstädt/Donau ging.

 

Dass es im Chiemgau und Rupertiwinkl nicht nur schöne, sondern auch wirtschaftliche und in der Milchleistung überzeugende Kühe gibt, wissen die heimischen Bauern schon lange. Dies beweisen die Zuchtviehmärkte in der Chiemgauhalle. Mit diesem hervorragenden Ergebnis bei der Bundesfleckviehschau will man den Züchtern aus aller Welt zeigen, dass Spitzenfleckviehgenetik vor allem aus diesem Gebiet kommt. Dies ist das Ergebnis jahrelanger konsequenter Zuchtarbeit.

Besonderes Augenmerk wurde immer wieder auf scharfe Selektion bei Rahmen, Fundament und Euter gelegt. Die Verbesserung der Milchleistung wurde dabei nicht aus dem Auge gelassen. Die Nutzungsmerkmale wie Langlebigkeit, Robustheit und Problemlosigkeit flossen in die Zuchtarbeit mit ein. Ein höchster Milchwert spielte nicht immer die ausschlaggebende Rolle.

Wir hoffen, dass sich unsere Erfolge und die Arbeit auch auf die Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Betriebe niederschlägt, die wir so dringend für die Erhaltung unserer Kultur- und Erholungslandschaft brauchen.

 

 Bundes-Champion BASKIA des Züchters Kaiser Josef, Höpperding, Traunstein

 

 

 1c Preis: ANNIMIE  des Züchters Hamberger Hubert, Wall, Riedering, Lkrs. Rosenheim

 

Gesamtkollektion der Traunsteiner Aussteller aus den Landkreisen Rosenheim  +  Traunstein

 

Schreiben Sie uns Ihre Berichte!

zurück