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Traunsteiner Fleckvieh – Spitze in Deutschland Traunstein: K.
Rosner „Klein aber
fein“, war deshalb die Devise, die sich die Verantwortlichen des
Rinderzuchtverbandes stellten. So startete man mit sieben Kühen nach dem in
Hessen gelegenen Alsfeld, dem nördlichst geschlossenen Fleckviehzuchtgebiet
Deutschlands. Dieser Veranstaltungsort war gewählt worden, um Fleckvieh auch
den Züchtern anderer Rassen zu präsentieren. Die Qualität der
Ausstellungstiere musste deshalb sehr hoch angesetzt werden. Umso erfreulicher
ist es deshalb, dass sich die Traunsteiner Züchter gegenüber einer Konkurrenz
von 91 Tieren aus 13 Zuchtverbänden mit den oben genannten Platzierungen
durchsetzen konnten, wenn man bedenkt, dass Traunstein das kleinste Zuchtgebiet
in Bayern umfasst. Deutschland Champion
– den größten Erfolg für eine Kuh und dessen Besitzer – diesen Erfolg
konnten sich Rosmarie und Josef Kaiser, Höpperding, Traunstein, mit ihrer Kuh
Baskia, einer Horwein-Tochter, in der Klasse der älteren Kühe erkämpfen.
Nachdem Baskia bereits souverän die Klasse „Kühe mit 6 und 7 Kalbungen“
als Bundes- und Klassensiegerin beherrschte, ließ sie keinen Zweifel auch die höchsten
Ehren, nämlich den Titel „Bundes-Champion“ einzufahren. Baskia, noch im Gedächtnis
aller Fleckviehzüchter der letzten AFO-Schau in Mühldorf, glänzte wieder mit
sämtlichen Vorzügen einer Top-Fleckviehkuh. Sie vereint neben einer sehr hohen
Milchleistung, im 6-jährigen Durchschnitt 9005 kg Milch mit 3,72% Fett und
3,37% Eiweiß, lange Nutzungsdauer, bestes Beinwerk, kurze Zwischenkalbezeit und
ein exzellent ausgeprägtes und aufgehängtes Euter. Gleich mit drei Kühen
waren die Traunsteiner Züchter in der nächsten, sehr umfangreichen Klasse „Kühe
mit 4 Kalbungen“, vertreten. In der Klasse 4a ging die Kuh Franka, eine
Hodach-Tochter, ebenfalls aus dem Zuchtbetrieb Kaiser, Höpperding an den Start.
Franka, eine mittelrahmige, gut bemuskelte, in allen Kriterien fehlerfreien Kuh,
mit einer Durchschnittsleistung von über 8000 kg Milch, holte sie sich den
Klassen- und danach noch den Bundessieg. Schwerer hatten es die beiden anderen
Vertreterinnen aus dem Gebiet der VZG Rosenheim-Ost in der Klasse 4b. Die
Romen-Tochter Annimie von Hamberger Hubert, Wall, Riedering/Ro. und die enorm
große, kalibrige Malf-Tochter Emma des Zuchtbetriebes Mayer Johann, Zacking,
Rimsting/Ro. Sie mussten sich in dieser Klasse einer Whisky-Tochter aus dem Württembergischen
Zuchtgebiet geschlagen geben. Sie errangen einen 1-c-Preis bzw. einen 1-b-Preis.
Die Spannung ließ
nicht nach und eine weitere Kuh wurde von den Traunsteinern ins Rennen
geschickt. Es war die sehr rahmige, mit bestem Fundament und drüsigem Euter
ausgestattete Samurai-Tochter Holme des Zuchtbetriebes Hartl Hubert, Bürghub,
Seeon. Sie hat nach der AFO-Schau in Mühldorf im Januar 2002 zum zweitenmal
gekalbt und stellte sich mit zur Zeit 47 kg Milch pro Tag den Preisrichtern.
Holme erreichte in der ersten Laktation über 9000 kg Milch. Nach langem Ringen
und durch ein noch besseres Euter konnte sie sich den Bundes- und Klassensieg
der Klasse 8 „Kühe mit zwei Kalbungen“ vor der Lombard-Tochter Akelei von
Vordermayer Franz, Stuhlrain, Riedering/Ro., sichern. Von der Kuh Holme wird auf
dem Mai-Markt ein interessanter Zeit-Sohn zum Verkauf angeboten. Holme verpasste
nur knapp den Bundes-Champion und musste sich einer Kuh aus dem Landshuter
Zuchtgebiet geschlagen geben. Eine weitere Kuh aus
dem Zuchtgebiet Rosenheim-Ost hatte die Kollektion aufzuweisen. In der Klasse 9
„Kühe mit 1 Kalbung, gekalbt bis 1.10.01“ trat die Hodach-Tochter Seerose,
des Zuchtbetriebes Heubl Johann, Oberhamberg, Rimsting an. Seerose, eine
Jungkuh, gut bemuskelt, elegant mit exzellentem Euter und einer
100-Tage-Leistung von 3211 kg Milch, zeigte sich im optimalen
Ausstellungsgewand. Leider wurde dies von den Preisrichtern anders gesehen und
so musste sie sich mit einem 1b-Preis zufrieden geben. Als letztes ging die
Kuh Monika des Zuchtbetriebes Berger Gerhard, Scharam, Siegsdorf, ins Rennen.
Monika, eine großgewachsene, formalistisch hervorragende, mit guter Leistung
ausgestattete Weinox-Tochter hatte eine überaus starke Konkurrenz. Von 11
angetretenen Jungkühen erreichte sie trotzdem noch einen 1c-Preis. Bei der
nachfolgenden Eliteversteigerung wurden von den anwesenden Besamungsstationen
zwei Ralbit-Söhne in den Prüfungseinsatz überstellt. Der erste stammt aus
einer Horwein-Tochter des Zuchtbetriebes Heubl Johann, Oberhamberg, Rimsting,
den sich die Besamungsstation Meggle und Wieselburg sicherte sowie ein weiterer
Sohn aus der Hodach-Tochter Alma des Zuchtbetriebes Rehrl Alois, Seeleiten,
Teisendorf, der an die Besamungsstation Höchstädt/Donau ging. Dass es im Chiemgau
und Rupertiwinkl nicht nur schöne, sondern auch wirtschaftliche und in der
Milchleistung überzeugende Kühe gibt, wissen die heimischen Bauern schon
lange. Dies beweisen die Zuchtviehmärkte in der Chiemgauhalle. Mit diesem
hervorragenden Ergebnis bei der Bundesfleckviehschau will man den Züchtern aus
aller Welt zeigen, dass Spitzenfleckviehgenetik vor allem aus diesem Gebiet
kommt. Dies ist das Ergebnis jahrelanger konsequenter Zuchtarbeit. Besonderes Augenmerk
wurde immer wieder auf scharfe Selektion bei Rahmen, Fundament und Euter gelegt.
Die Verbesserung der Milchleistung wurde dabei nicht aus dem Auge gelassen. Die
Nutzungsmerkmale wie Langlebigkeit, Robustheit und Problemlosigkeit flossen in
die Zuchtarbeit mit ein. Ein höchster Milchwert spielte nicht immer die
ausschlaggebende Rolle. Wir hoffen, dass
sich unsere Erfolge und die Arbeit auch auf die Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen
Betriebe niederschlägt, die wir so dringend für die Erhaltung unserer Kultur-
und Erholungslandschaft brauchen.
Bundes-Champion BASKIA des Züchters Kaiser Josef, Höpperding,
Traunstein
1c Preis: ANNIMIE des Züchters Hamberger Hubert,
Wall, Riedering, Lkrs. Rosenheim
Gesamtkollektion der Traunsteiner Aussteller aus den
Landkreisen Rosenheim + Traunstein
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