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„Urlaub auf dem Bauernhof“ – nach zehn Jahren ein Markenzeichen im Landkreis Rosenheim  Heimatpfleger diskutierten über (Miss-) Bräuche im Chiemgau
Hohes Lob bei Festabend im Trachtenheim von Hittenkirchen

Hittenkirchen/Landkreis (hö) – „Urlaub auf dem Bauernhof“ – dies ist mehr als nur ein Qualitäts-Begriff innerhalb der bayerischen Fremdenverkehrs-Regionen. Im Landkreis Rosenheim ist dies auch ein klangvoller Name für einen überaus erfolgreichen Zusammenschluss von derzeit 178 bäuerlichen Betrieben. Seit nunmehr zehn Jahren gibt es diese Eigeninitiative. Wie vorteilhaft diese bislang gewirkt hatte und welch bedeutende Wertschätzungen die Anbietergemeinschaft „Urlaub auf dem Bauernhof – Wendelstein-Chiemsee“ unter der Leitung von Vorsitzenden Paul Arnold aus Almertsham genießt, zeigte der Fest- und Ehrenabend zum Jubiläum in dem von bäuerlichen Händen schön hergerichteten Trachtenheim von Hittenkirchen.

Einakter der Bad Feilnbacher Anbieter von Urlaub auf dem BauernhofBurgl Gschwendtner, Ehren-Kreisbäuerin von Rosenheim, war es, die zusammen mit 19 Gründungsmitgliedern am 4. Juni 1991 in Prutting die Anbietergemeinschaft ins Leben rief. Seither weist diese Gemeinschaft eine tolle Bilanz auf: insgesamt wurden 41 eigene Tourismus-Messen besucht, 18 Messen organisierte man gemeinsam mit dem Landesverband und mit den Tourismusverbänden, 21 Stadtfeste und andere Groß-Veranstaltungen nutzte man werblich, in über 80 Vorstandssitzungen plante man die verschiedenen Vorhaben, acht Vermieter-Lehrfahrten wurden organisiert sowie 22 Informations- und Fortbildungs-Veranstaltungen gab es. Alle Bemühungen dienten der Niveau-Verbesserung des bäuerlichen Fremdenverkehrs-Angebotes, der Image-Werbung für den mehr als stark angeschlagenen Berufsstand, der Annäherung an die Organisationen, die sich um die bäuerliche Direktvermarktung bemühen und der wirtschaftlichen Seite der Bauern. Nicht unbedeutend für den Landkreis Rosenheim sind die von Paul Arnold aufgezeigten Wirtschafts-Daten. Bei etwa 450 Betrieben in den 46 Landkreis-Gemeinden werden bei einer durchschnittlichen Auslastung von 130 Tagen sowie bei einer durchschnittlichen Aufenthalts-Dauer von 10 Tagen jährlich rund 12.000 Gäste-Familien betreut. „Unabhängig von der Wertschöpfung im materiellen Sinne gilt es doch einmal nachzudenken, was diese hohe Zahl an fremden Gästen bedeutet, wenn es darum geht, unseren Berufsstand innerhalb der Gesellschaft besser zu präsentieren!“ sagte Paul Arnold.

Wolfgang Maurer (li.) vom Samerberg ehrt Maria und Paul ArnoldHohes Abgeordneten-Lob

Lob und Zustimmung gab es beim Festabend in Hittenkirchen gleich von zwei Landtags-Abgeordneten. Sepp Ranner als Vertreter des Bauernstandes sprach von mühevoller Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung, denen sich die Bauern ausgesetzt sehen. „Urlaub auf dem Bauernhof hebt das Selbstwertgefühl der Bauersleute, denen als fleißige Fachleute immer mehr Anerkennung zuteil wird“. Zur Direktvermarktung sagte Ranner: „Wenn wie jüngst in einer renommierten Gaststätte in der Rosenheimer Innenstadt die Speisenkarte nur argentinisches Fleisch und kein bayerisches Erzeugnis mehr aufweist, dann sollten wir konsequenter Weise den Wirt darauf aufmerksam machen, dass er sich auch um Gäste aus Argentinien bemühen soll!“ – so Sepp Ranner, der den bäuerlichen Vermietern auch dafür dankte, dass sie den Gästen die enge Bindung der Bauern an Schöpfung und Familie darstellen können. Als „Fremdenverkehrs-Abgeordneter“ dankte Adolf Dinglreiter dafür, dass die Anbietergemeinschaft für die Kultur und Struktur des Landes Bayern von großer Bedeutung ist. „Die enthemmte Spaßgesellschaft läuft sich tot, die Menschen suchen wieder Verwurzelung und Beheimatung auch im Urlaub!“ sagte Dinglreiter mit Hinweis darauf, dass auf Bauernhöfen die „Optik des Herzens und die Mitmenschlichkeit“ zur hohen Anzahl an Stammgästen beitragen.

Gruppenbild zum Jubiläum: v.l.: Vorsitzender Paul Arnold, MdL Sepp Ranner, Ehrenkreisbäuerin Burgl Gschwendtner, MdL Adolf Dinglreiter, Geschäftsführer Markus Ritter vom Landesverband.Dachverband jubiliert Anfang November im Landkreis

Für die verhinderte Landes-Vorsitzende Christa Off überbrachte Geschäftsführer Markus Ritter die Grüße aus München. Ritter dankte dabei der Rosenheimer Anbietergemeinschaft, dass sie von Anfang an am selben Strang wie der Landesverband gezogen hat. „Nicht umsonst wird am 13. November die Landesvorsitzende beim Weltfrauentag in Genf für ihre Verdienste zu Urlaub auf dem Bauernhof international ausgezeichnet werden und nicht zufällig wird Anfang November das zehnjährige Jubiläum des Landesverbandes in der Gemeinde Bernau gefeiert werden!“ gab Markus Ritter bekannt, der Rosenheims Vorsitzenden Paul Arnold noch mit einem amüsanten Gedicht ehrte. Auch Bürgermeister Lenz Steindlmüller von der Gemeinde Bernau dankte der Anbietergemeinschaft. „Unsere 38 Ortsteile von Bernau sind von den Bemühungen der Bauern geprägt. Besonders erfreulich ist, dass bei unseren jüngsten Klassifizierungs-Maßnahmen die Bauernhöfe besonders erfolgreich abgeschnitten haben!“ lobte das Bernauer Gemeindeoberhaupt.

Hinterbergerl-MusikantenIn seinem Jubiläums-Bericht dankte Paul Arnold nicht nur seiner Vorgängerin Burgl Gschwendtner für Weitsicht und Entscheidungskraft, sondern allen Beteiligten, die zum bisherigen Erfolg beigetragen haben. So Landrat Dr. Max Gimple und Fremdenverkehrs-Koordinator Franz Weideneder vom Landratsamt, den Tourismusverbänden, dem Kur-Quartett und den Verkehrsämtern im Landkreis, der freien Wirtschaft, die an diesem Abend von Auer-Brauerei-Direktor Wilhelm Hermann und von der Rohrdorfer Obstverwertung vertreten war, der Hochriesbahn von Josef Schwaiger, den heimischen Banken, insbesondere Direktor Helmut Schatt von der Sparkasse, der ebenfalls von Anfang an dabei war und vielen weiteren Leuten innerhalb der Vorstandschaft und Gemeinschaft. Ein Extra-Vergelt´s Gott galt Johann Stöttner und Christoph Niederthanner vom Maschinen- und Betriebshilfe-Ring. Diese Organisation war ebenso wie die Geschäftsstelle des Bauernverbandes sowie das Amt für Landwirtschaft hilfreich zur Seite, wenn dies in der Entwicklung der Anbietergemeinschaft nötig war.  Mit einem passenden Einakter der Mitglieder aus Bad Feilnbach und Umgebung, mit einem Hausschutz als Geschenk für Maria und Paul Arnold von Zweiten Vorsitzenden Wolfgang Maurer vom Samerberg und nicht zuletzt mit fein abgestimmten Weisen der Hinterbergler-Musikanten wurde der Festabend der bäuerlichen Vermieter abgeschlossen.

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Fotos: Hötzelsperger

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