derChiemgauer.de

Beitrag

Seminar des Bayerischen Trachtenverbandes:
Vorplattler müssen auch Heimatkundler sein

Chiemgau (hö).  „Ein Vorplattler muss heute nicht nur gut platteln können, er muss auch Pädagoge, Führungsperson und Heimatkundler sein“ stellte Landesvorplattler Sepp Lausch vom Bayerischen Trachtenverband fest. Aus diesen Beweggründen organisierte er eine Fortbildung für junge Trachtler, bei der es einmal nicht um Schuhplattler und Volkstänze, sondern um Rhetorik, gemeinsames Singen oder die bayerische Sprache ging.

 Beim Seminar für Vorplattler und Vortänzer des Bayerischen Trachtenverbandes wurden Landesvorplattler Sepp Lausch (links) und der Vorsitzende des Bayerischen Trachtenverbandes Otto Dufter (mitte) auch nach den Kursrunden zu Diskussionen angeregt. In der Verwaltungsschule Holzhausen am Ammersee, wo sich sonst die Mitarbeiter der Kommunen fortbilden, herrschte ausnahmsweise ein ganz anderes Bild. Aus dem Chiemgau, dem Allgäu, aus Franken oder der Oberpfalz reisten 160 Schulungsteilnehmer in ihrer regional typischen Tracht an, um ihr Grundwissen über Heimat und Brauchtum zu erweitern. Aus sechs verschiedenen Kursangeboten konnten sich die überwiegend jungen Trachtler am Samstag drei Kursrunden aussuchen. „In eine Joppe aus dem vergangenen Jahrhundert passt heute kein erwachsener Mann mehr hinein“ stellte Alexander Wandinger vom Trachteninformationszentrum Benediktbeuren fest. Er referierte über die Entstehung und Entwicklung der Gebirgstrachten, wobei allein von der körperlichen Entwicklung der Menschen auch die Tracht einem kontinuierlichen Wandel unterworfen ist. „Wie halte ich einen guten Bericht oder Vortrag?“ Dieser Frage ging Walter Weinzierl, der erste Gauvorstand des Bayerischen Inngaues nach und brachte verschiedene Beispiele, vom Bericht bei der Vereinsversammlung bis zur Ansage von Heimatabenden. Dazwischen kam auch das Gesellige mit dem Kurs „Zünftige Wirtshauslieder“ nicht zu kurz. „Mir zwoa san do engagiert worn, weil mir sonst a oft im Wirtshaus san“ meinten Max Demmel und Franz Mühlhuber, die mit Zum gemeinsamen Singen in geselliger Runde regten Max Demmel (links) und Franz Mühlhuber in ihrem Kurs „zünftige Wirtshauslieder“ an. ihren lockeren Sprüchen die Seminarteilnehmer schnell begeisterten und zum Mitsingen animierten. Zur konstruktiven Diskussion lud der Vorsitzende des Bayerischen Trachtenverbandes Otto Dufter in seinem Kurs „Wie geht´s wieder in der Trachtensach?“ ein, wobei er jedes mal eine vollbesetzte Runde hatte. „Das war heut ganz gut, die jungen Leut fragten nach Literatur und waren so interessiert“ resümierte am Ende der Kursrunden dann auch Werner Karl vom Förderverein für Bairische Sprachen, der über die Herkunft, Bedeutung und Gefährdung der Mundarten sprach.

Nach diesem vielschichtigen Seminartag wurde am Abend der große Speisesaal in eine Tanzfläche umgewandelt und mit der „Moosbochmusi“ zünftig zum Kathreintanz aufgespielt. Nach einer kurzen Nacht war von den Seminarteilnehmern am Sonntag wieder engagierte Mitarbeit gefordert. In Gruppenarbeiten sollten sie sich zu Themen wie Modeerscheinungen, Konfliktverhinderung oder Motivation der Gruppe Gedanken machen. Nach der Präsentation und Diskussion der Ergebnisse, Mittagessen und Abschlussbesprechung traten die Trachtler, bereichert von den Seminarinhalten, den neu gewonnenen Freunden und dem familiären Miteinander, hochmotiviert den Heimweg an.

Nähere Informationen bei Sepp Lausch in Tattenhausen, Telefon 08067-627

Schreiben Sie uns Ihre Berichte!  

zurück