Beitrag Ausgezeichnete
Wirtschaften im Landkreis Traunstein in Feierstunde von Landwirtschaftsamt
und Landrat geehrt Marquartstein
(hö) – Die bayerische Wirtshauskultur ist auch in Zeiten der Veränderungen
bei Gesellschaft und Globalisierung nicht auszuhungern. Zu verdanken ist
dieser wertvolle Umstand heimischen Gastronomie-Betrieben, die sich um
Tradition, Regional-Vermarktung sowie um wahre Gastfreundschaft bemühen.
Diese Erkenntnis wurde dem landesweiten Wettbewerb „Bayerische Küche
2001“ abgewonnen. Nach der Bekanntgabe der Landes- und Bezirkssieger in
der Münchner Residenz kam es nunmehr zur Ehrung der Teilnehmer aus dem
Landkreis Traunstein. Die Verleihung der Anerkennungs-Urkunden nahmen im
Auftrag des Oberbayerischen Regierungspräsidenten Werner-Hans Böhm der
Leiter des Landwirtschaftsamtes Laufen/Traunstein, Dr. Georg Perreiter und
Landrat Jakob Strobl aus Traunstein im Hotel-Restaurant Weßnerhof in
Pettendorf bei Marquartstein vor. Der Weßnerhof und die in dritter
Generation tätige Familie von Josef Moritz bekam zusammen mit Eva-Maria Müller
vom Gasthof „Zellerwand“ in Schleching einen Landkreis-Ehrenpreis. Im Beisein von Tourismus-Verbands-Geschäftsführer Hans Träg bekamen folgende Betriebe die Auszeichnung und ehrenden Präsente: Heidi und Werner Asam vom Gasthof „Beim Forellen Peter“ in Surtal, Johann Reiter vom Gasthaus „Seehaus“ in Petting, Franz Tanner für den Hotel-Gasthof f „Zum Unterwirt“ in Waging am See sowie für das ebenfalls von ihm geführte Cafe-Restaurant „Landhaus Tanner“ in Aglgassing bei Waging, Barbara und Sepp Weismann vom „Oberwirt“ in Otting bei Waging, die Familie Unterreitmeier vom „Chiemgauer Hof“ in Inzell sowie Marianne und Rudolf Trinkberger vom Gasthof „Michlwirt“ in Palling.
Als Leiter des Wettbewerbes auf Landkreisebene erinnerte Dr. Perreiter vom Landwirtschaftsamt an die Schwerpunkte der Aktion. Zu diesen gehörten „Speisenangebote im Rhythmus der Jahreszeiten frisch und aus regionalen Produkten“, „Gegendtypische Rezepte, die durch Lebensstil, Landschaft und Landwirtschaft geprägt sind“, „Verwendung sprachlicher Eigenheiten der Region und Herkunftsbezeichnungen in der Speisenkarte“ sowie im Besonderen die „Pflege der bayerischen Wirtshaustraditionen“. Gastgebender und ebenfalls ausgezeichneter Wirt Josef Moritz erinnerte an den Werdegang seines Hauses, das mit Urlaub auf dem Bauernhof angefangen, später bei insgesamt 104 Entbindungen eine ganz andere Aufgabe hat und nach dem zweiten Weltkrieg eine erste Schankerlaubnis erhielt. „Heute müssen wir uns leider mit viel zu vielen Kontrollen und Auflagen herumschlagen, weshalb wir die Ämter und die Politik als helfende Partner brauchen!“ – so der engagierte Bauer und Wirt vom Weßnerhof. „Wenn uns einmal die Luft ausgeht und die Orte keine Dorf-Wirtshäuser mehr haben, dann ist es zu spät!“ meinte er. Grundsätzliche Zustimmung erfuhr der Wirt dabei von Landrat Jakob Strobl, der sagte: „Für den Landkreis Traunstein und für den Tourismusverband Chiemgau ist es wichtig, dass wir weiterhin gastronomisch an vorderster Stelle mitmischen. Hierzu bedarf es allerdings gemeinschaftlicher Anstrengungen mit dem Ziel von Bodenständigkeit, Anpassungsfähigkeit und Ausbildungsbereitschaft!“ – so der Landrat.
Anna
Gutmann als Mit-Organisatorin und Hauswirtschafts-Direktorin des
Landwirtschaftsamtes Laufen-Traunstein gab zu bedenken, dass mit diesem
Wettbewerb keine Sterne, Hauben oder Mützen vergeben werden. „Die
Preise und Urkunden sind Anerkennung für die Verwendung heimischer
Produkte von Bauern, denen wir mit der Abnahme ihrer Produkte für deren
Landschaftspflege-Leistungen unseren Dank aussprechen möchten!“ – so
Frau Gutmann. Kreisvorsitzender Hans Reiter vom Bayerischen Hotel- und
Gaststättenverband machte darauf aufmerksam, dass im ganzjährigen
Wirteeinsatz und im harten Gastronomie-Alltag das Mitmachen an einem
Wettbewerb nicht ganz einfach und selbstverständlich ist. „Die
Bayerische Küche ist wieder auf dem Vormarsch, so dass wir in drei Jahren
bei einer Wiederholung des Wettbewerbes auf noch mehr Beteiligung
hoffen!“ sprach Reiter. Optimistisch und erfreut zeigte sich auch Bürgermeister
Matthias Dögerl von der Gemeinde Marquartstein. Er brachte für die
Frauen der gastgebenden Wirtschaft Blumen mit, weil damit zum Ausdruck
gebracht werden kann, welch wichtige Funktion die Frauen in der
Gastlichkeit spielen. Für alle Kreis-Teilnehmer des Wettbewerbes
„Bayerische Küche 2001“ gab es von Landrat Jakob Strobl noch den
Landkreis-Bildband „Heimat unterm Föhnhimmel“. Mit einem
ausgezeichneten Büffet zur Kaffeezeit und mit freundschaftlichem
Gedankenaustausch der Wirte untereinander wurde die Feierstunde beendet. Fotos:
Hötzelsperger |