Beitrag
Ausstellung
zu 250. Altarweihe
Jubiläum von
Prien überrascht durch Inhalt und Präsentationsform
Prien
(hö) 04.07.02 - Ein starkes Stück
Priener (Kirchen)-Geschichte war bei der Ausstellungs-Eröffnung in der
Taufkapelle St. Johannes am Marktplatz zu spüren. Auf kleinem Raum wurden groß-
und einzigartige Zeugnisse der Gottesverehrung aus vergangenen Zeiten
aufbereitet. Grund für die Dokumentation ist die 250. Wiederkehr der
feierlichen Altarweihe im Jahr 1752
durch Fürstbischof Franz Graf von Friedberg und Trauchburg, der damals in
Personalunion Weihbischof von Salzburg und Bischof vom Chiemsee war. Die außergewöhnliche
Ausstellung ist nur noch bis Sonntag, 7. Juli näher zu betrachten.
Überrascht
zeigten sich die vielen Ehrengäste mit Bürgermeister Christian Fichtl an der
Spitze bei der Eröffnungsfeier schon: nicht die Enge der Taufkapelle, sondern
die ausgestellten Schätze und ihre Form der Präsentation zeugten von einer großen
Sache. Pfarrer Bruno Fink hielt rückbesinnend fest, dass das Schützen, Hegen
und Pflegen von kirchlichen Gütern trotz wechselnder Zeiten immer Bestand
hatte. „Das Gotteshaus ist bis Heute ein Ort, an dem sich Himmel und Erde die
Hände reichen“, so der Hausherr mit dem Wunsch, dass sich möglichst viele
Priener in orts- und religionsgeschichtlicher
Neugier der Ausstellung in diesen Tagen nähern wollen. Verena Grillhösl als
zuständige Lehrkraft des Ludwig-Thoma-Gymnasiums erläuterte ihrerseits die
Erkenntnisse, die sie mit ihren Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 11a
und 11 b gewann. „Respekt vor den Schul-Jugendlichen, die die vermeintlich
verstaubte Kirchengeschichte dem Internet-Konsum für einige Zeit vorzogen und
die es zu eindrucksvollen Ergebnissen brachten“, so würdigte
Kreisheimatpfleger Karl J. Aß die Anstrengungen der Schule. Dank einer großzügigen
Spende von Eberhard Abé konnten die Arbeiten und Ergebnisse in einer
Festschrift zum Thema „250 Jahre Altarweihe Prien – Pfarrkirche Mariä
Himmelfahrt 1752-2002“ festgehalten werden. Diese Festschrift ist während der
Ausstellung kostenlos erhältlich.
Ausstellung
zeigt mehr als die Geschichte der Altarweihe
In
guter Zusammenarbeit mit Pfarrgemeinderatsvoristzendem Nicolas Koschorz,
Kirchenpfleger Sepp Stöttner und weiteren ehrenamtlichen Kirchenkräften gelang
es, dem Hauptthema der Altar-Weihe vor 250 Jahren noch einiges hinzuzufügen. So
zum Beispiel die Ausstellung von Kelchen, Monstranzen, Urkunden, Bildern und
Texten. Im Zuge der Ausstellungsvollendung gelang sogar noch ein Extra-Erfolg.
Wie Karl J. Aß mitteilte, wurde dank der Hilfe seines Heimatpfleger-Kollegen
Willi Birkmaier zur dargestellten Silberfigur der Maria Immaculata von 1736 in
den Archiven auch eine entsprechende Quittung des Rosenheimer Goldschmieds Adam
Schneider entdeckt. In einem kurzfristig erstellten Sonderdruck werden nähere
Angaben zu dieser Rarität erläutert. Die Faszination der Besucher war groß.
Bekamen sie doch Prunkstücke aus der Priener Kirchen-Schatzkammer wie eine große
Monstranz aus dem Jahr 1742 des Münchner
Goldschmieds Valentin Schlick sowie Kelche von Johann Franz von Preysing oder
von der Familie Schurff erstmals zu sehen. Ein weiteres historisch bedeutendes
Stück ist ein neugotischer Messkelch mit der Inschrift „Geschenk Ihrer königlichen
Hoheit Frau Erzherzogin Adelgunde von Modena auf Schloß Wildenwart für die
Pfarrkirche Prien 1908“. Den Abschluß der Eröffnung bildete nach Worten von
Pfarrer Fink die Trennung der Dürstenden, für die im Freien Getränke bereitet
wurden und der geistig Hungrigen, die sich das Gebotene gleich im Detail
anschauten. Einvernehmlich wechselte man dann noch die Rollen, so dass alle
Besucher zu allen Genüssen kamen.
Die
Ausstellung ist noch geöffnet am Freitag,
5. Juli von 10 Uhr bis 12 Uhr sowie von 14 Uhr bis 18 Uhr, am Samstag, 6. Juli
von 10 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 19 Uhr sowie am Sonntag, 7. Juli von 12
Uhr bis 15 Uhr. An diesem Tag wird auch der Altarweihe-Jubiläums-Gottesdienst
ab 10 Uhr mit Weihbischof Jakob Mayr aus Salzburg gefeiert.
Foto: Hötzelsperger
von der Eröffnung der Ausstellung
Schreiben Sie uns Ihre
Berichte!
zurück
|