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Großer Zuspruch bei
erstmaligen Ausstellung „Brauchtum-Handwerk-Tracht“ im Lokschuppen von
Rosenheim
Einführung durch den Bezirksheimatpfleger
Rosenheim
(hö) 26.10.02 - „Auf geht´s“
– mit diesem bayerischen Motivationsspruch eröffnete Rosenheims Oberbürgermeisterin
Gabriele Bauer als Schirmherrin die erstmals in den Lokschuppen-Räumlichkeiten
angebotene Ausstellung „Brauchtum-Handwerk-Tracht“. Erfreulich sei vor
allem, so die Oberbürgermeisterin, dass diese regionale Schau im engen Verbund
mit den Heimatpflegern, Trachtenverbänden und mit der Handwerkerschaft
fachgerecht vorbereitet wurde. Insgesamt 47 Aussteller präsentierten sich zwei
Tage lang und fanden starkes Interesse.
Die
Jungen Schlechinger Alphornbläser eröffneten die Ausstellung auf eine
besonders feine Weise, so dass Frau Bauer anmerkte: „So stimmungsvoll wurde
wohl noch keine Ausstellung im Lokschuppen eröffnet und dies gerade zu einer
Zeit, in der wir wieder mehr das Innere und warme Stuben suchen“.
Während
draußen ein föhniger Sturm für Furore sorgte, kam es drinnen zu einem
sympathischen Wirbel von brauchtums-bezogenen Angeboten. Gestalten, Veranstalten
und Unterhalten waren einige Vorgaben. Erhalten und Bewahren als eine der
Aufgaben der Brauchtumsvertreter kam vor allem bei historischen
Herstellungsverfahren zum Tragen.
So
fanden das besondere Interesse eine Handwebstuhl-Technik aus dem Jahre 1867,
eine 200 Jahre alte Strumstrickmaschine, das seltene Handwerk des Posamentieren
oder der Original Boston-Tiegel, den das Oberbayerische Volksblatt zur
Herstellung alter Drucke vorführte. Großzügig und lebendig ging es in den
abwechslungsreich gestalteten Räumlichkeiten des Lokschuppens zu. Ob zu
Stoffen, alten Böden oder Trachtenschmuck, immer waren fachkundige Hersteller
und Auskunftgebende bereit, mehr als das Sichtbare zu vermitteln. „Besonders
erfreulich ist es, dass die Aussteller allesamt aus der Region sind, denn damit
können wir auch nach den Ausstellungstagen in Kontakt bleiben“, so eine
Besucherin vom nahen Samerberg.
Eine
qualifizierte Einführung in die Ausstellung gab nach der Eröffnung durch Oberbürgermeister
Gabriele Bauer der oberbayerische Bezirksheimatpfleger Stefan Hirsch. Als
Mitglied des Kuratoriums, das sich aus Vertretern der Heimatpfleger, der
Trachtler, der Stadt und der Kreishandwerkerschaft zusammensetzte, lobte er das
erreichte Ziel. „Unser Experiment war es, dass wir verschiedene Bereiche
zusammen- und an die Öffentlichkeit führen.
Nach
den Römern, Kelten und Bajuwaren haben wir es geschafft, heimische, angestammte
Volkskultur zu zeigen. Nach einem ersten Informationsrundgang kann ich
feststellen, dass das Experiment bestens gelungen ist“, so der
Bezirksheimatpfleger.
Unter
den aktiv arbeitenden Ausstellern und Präsentationen waren Besen- und
Gamsbartbinder, Gold- und Eisen-Schmied, Schneiderinnen und Wachskünstlerinnen,
Anbieter von Imker- und Schafprodukten, Schuh- und Lederhosen-Anbieter,
Hirschhorn- und Holzschnitzer sowie Zinngießer und Musikinstrumenten-Erbauer.
Recht angenehm neben der Vielfalt an Ständen zu den Themen „Brauchtum-Handwerk-Tracht“
war die weitere Atmosphäre in Bezug auf Unterhaltung
und Bewirtung.
Die
Alt-Aiblinger Bäuerinnen mit ihren Brotzeit-Schmankerl und Kuchen, die
Auer-Brauerei Rosenheim sowie die Trachtenvereine und Gauverbände mit ihren
Musikgruppen passten zusammen. Als erste Musik nach der Eröffnung ließen sich
die Mitglieder der Mareisen-Musi von der Familie Paul aus der Nähe von
Tuntenhausen hören. Bis zum Ausstellungsschluss kamen dann weitere Gruppen, vor
allem aus dem volksmusikalischen Nachwuchs der Trachtenbewegung zum Einsatz. Zu
den Ehrengästen der Eröffnung gehörten neben den Mitgliedern der Aussteller-
und Kuratoriums-Familie noch Landtagsabgeordneter Adolf Dinglreiter, Johann Stöttner
vom Bezirkstag sowie Bernd Feßler als Bürgermeister von Großkarolinenfeld als
ein Gemeindeoberhaupt, das erst in diesem Jahr bewies, wie sehr man Brauchtum
und Geschichte anlässlich des Orts-Jubiläums miteinander verbinden kann.
Fotos:
Hötzelsperger
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