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Hohe
Gerichtsbarkeit und Brauchtumsfreuden bei Atzinger Heimatabend im Priener
Kursaal vereint
Erster Priener Brauchtumsabend
Prien
(hö) 08.06.02 - Wohl vorbereitet
gingen die Brauchtums- und Musikgruppen in den ersten diesjährigen Chiemgauer
Brauchtumsabend der Priener Tourismusgesellschaft im fast voll besetzten Großen
Kursaal von Prien. Den beteiligten Gruppen merkte man sicht- und
hörbar an, dass sie nach vielen Proben wieder froh waren, einen öffentlichen
Auftritt zu haben. Die Gerichtsbarkeit von Prien und damit verbunden zahlreiche
Anekdoten zum Lachen und
Informationen für Geschichts-Interessierte hatte Sepp Furtner parat.
Als
Ansager und profunder Brauchtumspfleger gelang es ihm, in der ihm eigenen Art
den tieferen Sinn eines Heimatabends und die bayerische Lebensart in humorvoller
Weise zu vermitteln. Dabei erinnerte Sepp Furtner daran, dass 801 Jahre nach der
Gründung im Jahre 1959 die Zeit der Gerichtsbarkeit in Prien endete. Nicht ohne
zum Schmunzeln anregende Seitenhiebe sprach Furtner noch die damaligen Gerichtsräume
im heutigen Haus des Gastes gleich neben dem Polizeigebäude an.
Typisch
bayerisch und die Besucher in die rechte Stimmung hebend waren die Eröffnungsstückl
der groß besetzten Priener Blaskapelle unter der Leitung von Peter Huber. Der
schneidigen Blasmusik hatten die drei Dirndl der Wildenwarter Sängerinnen
feinsinnige und fröhliche Lieder entgegenzusetzen. Den Dirndl aus Wildenwart,
die auf einer Hausbank auf der großen Bühne Platz nahmen, saßen die vier
Burschen der Hirschberg-Zithermusi gegenüber. Drei Zitherinstrumente und eine
Baß-Geige wurden in selbstbewusster Weise und nach dem Vorbild der bekannten
Wegscheider-Musikanten aus dem Tölzer Raum gespielt. Einen Extra-Dank richtete
Ansager Furtner an die Jugendleiter und Vorplattler des Atzinger Trachtenvereins
„Daxenwinkler“. „Was Ihr heute an Trachtentänzen und Schuhplattlern
zeigt, das ist das Ergebnis mühsamer Jugendarbeit, die nicht hoch genug
eingeschätzt werden kann“, so Furtner. Beim Sterntanz, der erstmals 1927
aufgeführt wurde, beim machtvoll wirkenden Kronentanz oder bei der
Holzhacker-Plattler-Folge mit Einblick in frühere Waldarbeits-Methoden zeigten
die Dirndl und Buam, dass sie in Atzing besonders aktiv sind. Der Nachwuchs
stand diesen in nichts nach: schon die kleinen Buam plattelten wie die Großen
und die Größeren begeisterten wiederum die Kleinen, so dass bei gemeinsamen
Auftritten das vereinsgebotene Miteinander zum Ausdruck kam. Lautstark und exakt
machten sich die sechs Atzinger Goaßlschnalzer mit musikalischer Begleitung
durch Klausi Gelder bemerkbar. Und nach dem offiziellen Programm ließen sich
noch einige Male die Priener Blasmusikanten hören. Sie sind auch wieder mit von
der Brauchtums-Partie, wenn der nächste Heimatabend im Großen Kursaal mit den
Gruppen des Priener Trachtenvereins am Mittwoch, 3. Juli ab 20 Uhr beginnt. Die
Atzinger Trachtler sind dann wieder auftrittsmäßig gefordert, wenn sie am
Sonntag, 21. Juli (mit nachmittäglichem Vereinspreisplatteln) und am Sonntag,
28. Juli die Waldfeste im Buchenwald von Munzing durchführen.
Fotos:
Hötzelsperger
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