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Expertenforum will Güterverkehr von der Straße auch in die Luft bringen
Konzeptauftrag im Priener Logistik- und Kompetenz-Zentrum erteilt

Die Teilnehmer des Experten-Forums vor dem Eingang zum Logistik-Kompetenz-Zentrums in PrienPrien (hö) 24.07.02 -  Wenn die wissenschaftlich gestützten Verkehrsprognosen für die nächsten 10 Jahre auf den bundesdeutschen und westeuropäischen Straßen und Autobahnen eine Zunahme des Güterverkehrs um ganze 60 Prozent ankündigen, dann gilt es mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen darauf zu reagieren. Das Szenario der Verkehrszunahme berücksichtigt dabei noch nicht die zu erwartenden Güterströme im Rahmen der europäischen Osterweiterung. Eine Stelle, die sich besonders mit Verkehr, Logistik und edv-gestützter Datenauswertung im Sinne neuer Lösungsansätze bemüht, sind die Firmen und Partner des Logistik- und Kompetenz-Zentrums von Prien.

Bereits mehrfache, zum Teil auch hochrangig ausgezeichnete Konzepte befassten sich mit der Optimierung des Straßenverkehrs oder mit der besseren Effizienz der kombinierten Straßen-Schienen-Nutzung über die Alpen. Das bekannteste Objekt ist dabei die Strecke München-Verona, die im Zuge vielfältiger Abstimmungen und Verbesserungen in rund der Hälfte der bisherigen Transportzeit in letztlich sechs Stunden geschafft werden könnte. Neueste Überlegungen gehen noch weit über die Verlagerung von der Straße auf die Schiene hinaus. Die Nutzung der Luftfracht sollte genauer untersucht werden, da in absehbarer Zeit aufgrund flächenmäßiger und finanzieller Knappheit die Straßen dem Zusatzbedarf an Transporten nicht aufnehmen können. Auch die Alpenkonvention sieht für alle Zeiten keine neuen Alpenstraßen vor.

Nach vielen Vorgesprächen gelang es nunmehr Karl Fischer als Geschäftsführer des Logistik-Kompetenz-Zentrums eine erste Runde hochkarätiger Experten für einen Meinungsaustausch zum Thema „Alpentransit - von der Straße auf die Schiene und von der Straße in die Luft“ nach Prien und an den Chiemsee zu holen. Das Expertenforum kam nach ganztägiger Beratung mit kurzem Kultur-Besuch auf Frauenchiemsee überein, dass in enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaft, mit Spediteuren und mit Transporteuren ein spezielles Luftfracht-Konzept erarbeitet werden soll. Im Beisein von Dr.-Ing. Ludwig Bölkow aus Ottobrunn und von Willi Hermsen, dem Geschäftsführer des Flughafens München vereinbarte man, dem Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik den Auftrag für ein erstes Konzept zu übertragen. Im Herbst soll dann unter Berücksichtigung von Umwelt-Aspekten, unter Einbeziehung der Infrastruktur vorhandener Militärflughäfen und mittels Abstimmung mit den Transport-Verbänden ein Weg gefunden werden, wie Güter von der Straße noch mehr in die Luft gelangen könnten. Der Wahl-Priener und langjährige Münchner Messe-Geschäftsführer Gerd vom Hövel begleitete die Experten-Delegation mit dem Schiff nach Frauenchiemsee. In Prien wurden sie noch von Bürgermeister Christian Fichtl und von stellvertretendem Landrat Lorenz Kollmannsberger willkommen geheißen. Dabei machten beide Repräsentanten der Kommunal- und Regional-Politik deutlich, dass man mit dem Logistik-Zentrum und mit einem gerade erfahrenen Experten-Forum viele Chance in touristischer und wirtschaftlicher Sicht habe.

Foto: Hötzelsperger

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Stand: 26. September 2002