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Seit drei Jahrzehnten Freundschaftsbeziehungen zur „Bubenburg“ im Zillertal
Auch heuer Ferienaufenthalt in Prien mit großem Programm

Prien (hö) 27.08.02 -  Die „Bubenburg“ ist für manche Priener ein guter Begriff. Vielen Einwohnern sagt dieser Begriff allerdings wenig. Dass sich dahinter eine außergewöhnliche und recht erfolgreiche Einrichtung für Buben im Grund- und Hauptschulalter verbirgt, ist nämlich gar nicht so bekannt. Die „Bubenburg“ als Internat mit Schule im Zillertaler Fügen hat ganz besondere Beziehungen zur Marktgemeinde Prien.

Pater Markus (li.) und zwei Schwester mit Lorenz Kollmannsberger und Prälat Lothar Waldmüller mit einigen Buben bei der Feier an der Wasserwachthütte am Chiemsee.Angefangen hatte die freundschaftliche und nachhaltige Beziehung zu Prien vor dreißig Jahren. Der Priener Pater Alfred Stephan war viele Jahre in der „Bubenburg“ tätig. Seither gibt es alle Jahre einen Ferien-Besuch der Bubenburg-Kinder in Prien. Anfangs beim Rafenauer-Bauern, seit einigen Jahren in Form eines Zeltlagers im Priental. Insgesamt 48 Kinder aus problematischen Familien-Situationen werden in der „Bubenburg“ von fünf Schwestern des Franziskaner-Ordens und von neun Erzieherinnen und Erziehern betreut. Bei der „Bubenburg“ handelt es sich seit 1926 um eine vereinsmäßig geführte Einrichtung des Seraphischen Liebenswerkes. Der Verein „Franziskanische Caritas der Kapuziner“ führt neben der „Bubenburg“ noch zwei weitere Einrichtungen und Zentren für Körper- und Mehrfach-Behinderte Menschen im Raum Innsbruck. Seit der Zeit von Pater Alfred Stephan haben sich immer mehr Priener Bürger mit den Leuten und Bedürfnissen in der „Bubenburg“ angefreundet. Der Freundeskreis wurde unter anderem von Alt-Bürgermeister Lorenz Kollmannsberger in seiner 24jährigen Amtszeit recht aktiv gefördert. Heute gehören dieser Gemeinschaft unter anderem Dritte Bürgermeisterin Renate Hof, Prälat Lothar Waldmüller, einige Priener Geschäftsleute und ganz gewöhnliche Priener Familien an. Gemeinsames Ziel sind Unterstützungen für die vier Dutzend Buben, die im Schloß der „Bubenburg“ im Zillertal in vier Wohngemeinschaften leben.

Aufenthalt dank spendabler Priener

Im Rahmen des heurigen, zweiwöchigen Ferienaufenthaltes in Prien, der von großzügigen Spenden der Priener ermöglicht worden ist, kam es zu einem gemütlichen Abend bei der Priener Wasserwacht-Hütte. Dabei machte Pater Markus, der seit 23 Jahren die „Bubenburg-Buben“ betreut und die Verbindung zu Prien pflegt, einen Besuch bei seinen Schützlingen. „Heuer haben wir zwölf Kindern die Ferien in Prien ermöglichen können, weil sie aufgrund ihrer Familiensituation sonst gar keine Ferien haben“, so der Pater, der den Buben im Pflicht-Schulalter mehr als schulische Ausbildung zukommen lässt. „Unser Erfolgsrezept beruht auf Zuwendung“, so der Pater mit Blick auf die dankbaren Buben aus Tirol und aus dem Salzburger Land. Verständlich, dass die Buben über solch eine Betreuung froh sind. Benjamin, 13 Jahre alt und seit zwei Jahren in der Obhut der „Bubenburg“ erzählte sprudelnd von seinen heurigen Ferienerlebnissen am Chiemsee. „Schwimmen im Simssee, Lagerfeuer, Fußball-Spielen, Eis-Essen und Fahren mit dem Wassserwacht-Boot“ zählt er seine Lieblings-Erlebnisse auf. Eine ganz und gar interessante Bewertung des Besuches auf der Seebühne in Bernau hatte der achtjährige Wolfgang parat als er sagte: „Die Beatles waren mir zu leise“. Aber gefallen hat es ihm natürlich schon. So wie es auch die Programmpunkte der nächsten Tage tun sollen. Da stehen der Besuch des Prienavera-Bades und von Schloß Herrenchiemsee ebenso auf der Ferien-Tagesordnung wie naturkundliche Exkursionen.

Im Vorjahr Weihnachts-Krippe als Geschenk an das Priener Rathaus

Im übrigen haben die Priener im Vorjahr aus der „Bubenburg“ ein außergewöhnliches Geschenk bekommen. Im Rathaus war zur Weihnachtszeit eine Krippe ausgestellt. Diese wurde von den Buben im Zillertal zusammengebaut. „Von Allerheiligen bis Mitte Dezember waren die Buben am Werk“, so Pater Markus, der sich wünscht, dass dieses Geschenk an die Priener auch heuer wieder öffentlich zugänglich gemacht wird. Im übrigen freut sich Pater Markus mit Heimleiter Paul Spindelberger über jeden Kontakt zu Prien. Mehrmals im Jahr gibt es in der „Bubenburg“ Besuch aus der Marktgemeinde. Besonders freudig wird zu Weihnachten die Gruppe aus Prien erwartet. Da weiß man dann schon, dass wieder Geschenke, Kleidung und Sportgeräte mitgebracht werden. Die Buben, die spezielle Hilfe brauchen und in der „Bubenburg“ auf ein Berufsleben vorbereitet werden, erfahren in ihrer Einrichtung neben dem schulischen Rüstzeug sehr viel sportliche Angebote und Freizeitbeschäftigungen. „Alles zusammen macht es aus, dass wir große Erfolge trotz schwierigster Fälle verzeichnen können“, so der Pater. „Unserer Hilfe und Zuwendung dürft ihr auch zukünftig sicher sein“, so Lorenz Kollmannsberger als Sprecher des Freundeskreises beim gemütlichen Wasserwacht-Abend mit Stechmücken-Einlagen.

Nähere Informationen zur „Bubenburg“ im Zillertal und zu den Beziehungen zu Prien gibt es bei Pater Markus, Telefon 0043-5288-62226 (email: br.markus@slw.at) sowie bei Renate Schuderer im Priener Rathaus, Telefon 08051-60611.

Foto: Hötzelsperger

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Stand: 26. September 2002