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Älteste
Bürgerin von Aschau feierte 102. Geburtstag
In
50 Jahren 88 „Hunderter“ fotografiert- davon waren 86 Frauen
Aschau
(hö) 27.07.02 – Mit Martha Nitsche ist seit gut eineinhalb Jahren die älteste
Bewohnerin der Gemeinde Aschau im dortigen Haus „Edelweiß“ in Niederaschau
zu Gast. Anläßlich ihres nunmehr 102. Geburtstages machten ihr Bürgermeister
Kaspar Öttl und stellvertretende Landrätin Marianne Steindlmüller gemeinsam
die Aufwartung. Sie gratulierten nicht nur der ältesten Bürgerin der
Priental-Gemeinde, sie waren zugleich hoch erfreut und erstaunt über das
geistig rege Geburtstags-Gespräch im Beisein eines Freundes- und
Verwandtenkreises der Jubilarin. Besonders detailliert und engagiert erzählte
Martha Nitsche das Schicksal, das ihr und ihren elf Geschwistern in ihrer früheren
Heimat Ober-Schlesien ereilte. „In den Zeiten der Vertreibung mussten wir von
einem Moment zum anderen alles in Neustadt an der Neiße stehen lassen, wie
ein Stück Vieh wurden wir verbannt!“ sagte Frau Nitsche um zugleich
die wohltuende Aufnahme im Massenlager von Bad Aibling speziell und fortan in
Bayern im allgemeinen lobend zu erwähnen. „Was die Landsmannschaften der
Schlesier und die Bürger unserer neuen Wohnumfelder für uns getan haben,
wollen und können wir auch nicht vergessen!“ sagte die rüstige Jubilarin,
deren sehnlichster Wunsch für die Zukunft bleibender Frieden ist. Mit Interesse
liest sie noch täglich die Zeitung. Für das Haus „Edelweiß“ überbrachten
Pflegedienstleiter Irfan Krasniqi und die Haus-Eigentümer Dr. Wolfgang Bommes
und Dieter Moser die besten Wünsche an ihre beliebte Hausbewohnerin. Sowohl von
Bürgermeister Kaspar Öttl, der namens der gesamten Einwohnerschaft der ältesten
Mitbewohnerin gratulierte als auch von Marianne Steindlmüller aus Frasdorf, die
für Landrat Dr. Max Gimple die besten Wünsche überbrachte, gab es Blumen und
Präsente für die hoch betagte Jubilarin. Sehr erfreut war Martha Nitsche, dass
ihr auch ein Gruß aus der Bayerischen Staatskanzlei galt.
OVB-Fotograf Günter Berger informierte bei dieser
Gelegenheit, dass er in seinen 50 Jahren Bildberichterstattung schon viele
„Hunderter“ fotografieren konnte. Das „höchste“ Alter war einmal ein
107. Geburtstag. Erstaunliches trat
bei der Auswertung seiner bisherigen Bilanz zutage. So hat Günter Berger
bislang 88 Leute fotografiert, die schon einhundert Jahre alt waren oder gar älter
geworden sind. Davon waren 86 Frauen und nur zwei Männer. Eine überraschend
eindeutige Bilanz zugunsten der Frauen.
Foto: Hötzelsperger
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