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Pflanzenkläranlagen bewegen Landwirtschaft und Kommunalpolitiker in außergewöhnlichen Maße
Neue Gesetze sind Auslöser für Riesen-Interesse

Rosenheim (hö) 28.11.02 – Wohl kaum eines der vielen Themen und Probleme in der Landwirtschaft hat in vergangener Zeit ein solches Interesse geweckt wie eine Informationsveranstaltung des Maschinenrings (MR) von Rosenheim zum Thema Pflanzenkläranlagen. Etwa 300 Kommunalpolitiker, Bauern und weitere Betroffene füllten den großen Saal und die angrenzenden Seitenräume des Gasthauses Höhensteiger in Westerndorf St. Peter bis auf den letzten aufzutreibenden Stuhl.

 Johann Stöttner als MR-Vorsitzender war selbst überrascht, aber zugleich auch bestätigt. Denn das brennende Thema hatte seinen Einführungsworten zufolge höchsten Handlungsbedarf. Gemäß einem neuen Gesetz ist es nämlich bis zum 31. Dezember 2005 für alle Anwesen in Bayern Pflicht, eine geordnete Abwasserentsorgung nachzuweisen. Viele Irritationen in Kommunen und bei Bauern entstanden mit dieser Rechtssprechung. Vor allem die Funktionalität und Förderung von Pflanzenkläranlagen kam immer mehr zur Diskussion. „Wir wollen den Bürgern zeigen, was günstiger ist – und was günstiger ist, das soll gemacht werden“, so MR-Vorsitzender Johann Stöttner. Seinen weiteren Ausführungen entsprechend kann die Umsetzung des neuen Gesetzes nur im Verbund mit allen Betroffenen gelöst werden. Aus diesem Grund kam es im Hauptteil des Informationsabends zu einigen Vorträgen und Stellungnahmen.

Vom Dissens zum Konsens – neue Betrachtung der Pflanzenkläranlagen

Landtagsabgeordneter Walter Hofmann, ein praktizierender Landwirt aus Oberfranken mit eigenen Pflanzenkläranlagen-Erfahrungen, informierte darüber, dass 93 Prozent der bayerischen Einwohner an leistungsfähige zentrale Anlagen angeschlossen sind. „Dezentrale und einzelne Abwasser-Anlagen sind nach heutigen Erkenntnissen ebenso leistungsfähig“, so der Abgeordnete. Entscheidend für die Gemeinden sollte deshalb sein, dass sich diese möglichst rasch darüber Gedanken machen, welche Gemeinde- und Ortsteile noch in herkömmlicher Weise kanalisiert werden sollen und welche Vorhaben alternativ mit der Gesetzesregelung bis 2005 zu behandeln sind. Von der erfolgreichen  Praxis vom Bau bis zur Wartung von Pflanzenkläranlagen berichteten Georg Heindl von der Oberland Kommunaldienste AG und Ingenieur Michael Maier. Dr. Hadumar Roch vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim erläuterte aus der Sicht seines Amtes die heutigen Möglichkeiten, Einzel- und Pflanzenkläranlagen anzustreben. Von besonderer Wichtigkeit für die Kommunalpolitik ist es seinen Ausführungen zufolge, dass sich die Gemeinden mit ihren vorliegenden Ortsteillisten auseinandersetzen. „Wir vom Wasserwirtschaftsamt haben überhaupt keinen Grund, gegen irgendeine Anlagenart zu sein. Wenn allen baurechtlichen und sonstigen Auflagen entsprochen wird, dann steht auch einer Förderung für Pflanzenkläranlagen nichts entgegen. Die günstigste und wirtschaftlichste Lösung soll gefördert werden“, so Dr. Roch. In der freien Aussprache spürte man, dass aufgrund alter Gesetzeslagen in einigen Gemeinden und zu den Behörden ein großer Dissens vorhanden war. Die aktuelle Gesetzeslage, die von Landtagsabgeordnetem Hofmann auf verschiedene Anfragen hin genau erläutert wurde, bietet nunmehr beste Grundlagen zu einem Konsens. Zu diesem möchte der Maschinenring Rosenheim seinen Anteil leisten. Wie Vorsitzender Stöttner sagte, stehe mit Klaus Fackeldey ein eigens geschulter Ansprechpartner im Büro des Maschinenrings für Private wie für Kommunen unter der Telefon-Nummer 08031-400730 zur Verfügung. Die recht lebhafte Diskussion zu Zuschuß-Fragen, Gesetzeslagen und Techniken machte deutlich, dass die Pflanzenkläranlagen auf dem Vormarsch sind. Unter den Ehrengästen des Maschinenrings befanden sich neben den Referenten auch stellvertretende Kreisbäuerin Anneliese Riepertinger und Landtagsabgeordneter Sepp Ranner.

 Foto: Hötzelsperger

-         Blick in den übervollen Saal vom Gasthaus Höhensteiger. Referent MdL Hofmann.

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Stand: 26. September 2002