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Konstituierende Sitzung des Kreiskatholikenrates Rosenheim im Bildungswerk 
Pastorale Aufgabenvielfalt und Personalknappheit werden deutlich - Rotter Engel als Abschiedsgeschenk für Landkreis-Dekan Josef Winkler

Rosenheim (hö) 18.07.02 -  Hans-Peter Czech bleibt auch in den nächsten vier Jahren Vorsitzender des Kreiskatholikenrates Rosenheim. Ihm zur Seite bleiben sein Stellvertreter Jakob Rothmeier aus Rott am Inn, Schriftführerin Renate Stein aus Nussdorf am Inn und Ehrenvorsitzender Franz-Xaver Reil, der zugleich in der Geschäftsführung mithilft. Verabschiedet wurde Pfarrer Josef Winkler aus Aschau i. Chiemgau, der sich zehn Jahre lang als Landkreis-Dekan als guter Partner erwies. Neben den Neuwahlen waren weitere pastorale Themen auf der Tagesordnung bei der konstituierenden Sitzung der Vollversammlung vom Kreiskatholikenrat Rosenheim.

Sie tragen für die nächsten vier Jahre die Verantwortung für den Kreiskatholikenrat Rosenheim (von links): Zweiter Vorsitzender Jakob Rothmeier, Erster Vorsitzender Hans-Peter Czech, Schriftführerin Renate Stein, Stellvertretender Landkreis-Dekan Lorenz Poschenrieder und Ehrenvorsitzender Franz-Xaver Reil.Geistliche und Repräsentanten der Dekanate Bad Aibling, Chiemsee, Inntal, Rosenheim und Wasserburg fanden sich hierzu im Bildungszentrum Rosenheim ein. In seinem Geistlichen Grußwort erinnerte stellvertretender Landkreis-Dekan Lorenz Poschenrieder an die große Wirkung auch vermeintlich kleiner christlicher Leistungen. „Das winzige Senfkorn, aus dem ganz Großes entstehen kann, ist nicht nur ein Naturgesetz, sondern auch menschlich zu sehen“, so der Geistliche, der seine Worte mit dem Satz beendete: „Sehen wir Christen uns selbst wie ein Senfkorn: klein, einfach, aber wirkungsvoll“. Als Ansprechpartner für die Vermittlung christlicher Botschaften aus den Dekanaten und Pfarreien stellte sich Willi Witte vom Sankt Michaelsbund mit der speziellen Aufgabe der Radioarbeit vor.

Hans-Peter Czech, 58jähriger Unternehmensberater aus der Pfarrei „Heilig Blut“ in Rosenheim machte in seinem Rechenschaftsbericht deutlich, dass in den letzten vier Jahren viel erreicht und getan worden ist. In 14 Vorstandssitzungen einigte man sich auf Fortbildungen, Veröffentlichungen, zu den Themen „Seniorenarbeit“ und „Aktion für das Leben“, zu Wallfahrten, zur Ehrenamtlichkeit oder zu Beiträgen zugunsten der Klöster Frauenchiemsee und Reisach. Ein Schwerpunkt war das Gebiet „Lebensraum Dorf“ und ein weiterer Ansatz war die Aktivierung des Dialoges zu Landrat Dr. Max Gimple sowie zu Oberbürgermeister Dr. Michael Stöcker und zu dessen Nachfolgerin Gabriele Bauer. In acht Vollversammlungen ging es unter anderem um die Erwachsenen-Bildung, um die Sozial- und Bürgerkultur sowie um den Umgang mit dem Sonntag. Ein besonderes Augenmerk lenkte man in vielerlei Aktivitäten auf die Familie. Nach der Erläuterung der Bandbreite aller kirchlichen und kirchenpolitischen Aufgaben übergab Czech an Pfarrer Winkler einen Rotter Engel als Geschenk. „Sie waren immer für uns da und oftmals guter Gastgeber in Aschau“, so der Vorsitzende. Der geehrte Pfarrer seinerseits dankte mit einigen Gedanken als er sagte: „Nach den  gemachten Erfahrungen dürfen wir nicht im Saft der eigenen Pfarrei schmoren, sondern wir müssen über den Pfarr-Tellerrand hinausschauen“.

Regional-Pfarrer bittet um offene Kirchentüren und Verständnis für Veränderungen

Der bisherige und neue Kreisvorsitzende Hans-Peter Czech (re.) bedankt sich bei Pfarrer Josef Winkler aus Aschau für dessen zehnjährige Tätigkeit als Landkreis-Dekan.Aktuelles, Interessantes und zuweilen Nachdenkliches wusste Regional-Pfarrer Klaus Franzl von der Region Süd zu berichten. Der für 282 Pfarreien zuständige Geistliche, der seit kurzem auch Pfarr-Administrator in Riedering am Simssee ist, sprach von 100 unbesetzten Planstellen in der Diözese München-Freising. „Aber im Landkreis Rosenheim stehen wir noch relativ gut da“, so Pfarrer Franzl, der zum 1. September nur noch in einer Pfarrei im Landkreis nach einer Personal-Lösung Ausschau hält. Aufgrund der immer weniger werdenden Priester müssen neue Überlegungen angestellt und helfende Bereitschaften gefunden werden. Eine der möglichen Lösungen wird zum 1. September die Schaffung eines neuen Pfarrverbandes Oberes Priental mit den Pfarreien Sachrang, Aschau und Frasdorf sein. „Die Kirche lebt so gut, wie Haupt- und Ehrenamt zusammenarbeiten“, so der Regionalpfarrer, der mit der Bitte um offene Kirchentüren für alle Pfarreien noch eine spezielle Bitte hatte. „Kirchen sind in Stein gewordenes Glaubenszeugnis unserer Väter, deshalb wollen wir auf- und nicht aussperren“, sagte Franzl. Für den Herbst wird derzeit das pastorale Motto „Du, Herr, führst mich hinaus auf´s Weite“ vorbereitet. Mut zu Veränderungen, Optimismus und Freude an Neuem sollen trotz aller realer Mangel-Verwaltung der Antrieb sein. Zur globalen und speziell zur europäischen Kirchen- und Christen-Entwicklung sagte Franzl mit Blick auf Zeiten großer Umbrüche: „Nicht Mitläufer-Christen sind gefragt, sondern wir selbst sind gefordert, unseren Glauben entschieden zu leben und damit Beispiel zu geben“.

Weitere wichtige Termine sind am Mittwoch, 23. Oktober die Herbst-Vollversammlung um 19.30 Uhr (voraussichtlich im Dekanat Bad Aibling) und am Samstag, 23. November der für die gesamte Diözese wichtige Korbinianstag in Freising.

Fotos: Hötzelsperger

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Stand: 26. September 2002