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Reinhold Messner im Priental zu Gast
Überraschender Besuch zu Füßen der Kampenwand

Jerzy Montag, Landesvorsitzender der Grünen und Reinhold MessnerAschau (hö) 18.07.02 -  Überraschender Besuch zu Füßen der Kampenwand: der Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner aus Südtirol gastierte in der Hohenaschauer Schlosseinkehr. Auf Einladung der Bürger-Initiative Geigelstein und im Rahmen einer Buchvorstellung erläuterte Messner seine Anschauungen zum Leben mit und in den Bergen. „Meine größte Sorge ist es, dass in den letzten Jahren die Hälfte der bearbeiteten Alpenflächen von den Bauern verlassen worden ist“, so Messner, der sich für die Alpen mit seinen 15 Millionen Menschen weniger Kompromisse als viel mehr neue Wege vorstellt. Demnächst wird Messner mit einer Fläche von 200 Hektar eine neue Bewirtschaftungsaufgabe in seiner Südtiroler Heimat übernehmen, weil dort keine landwirtschaftliche Betreuung mehr gegeben ist.

Reinhold Messner beim Signieren der BücherAngesprochen zum Wegeausbau auf dem Geigelstein, den Reinhold Messner selbst noch nicht bestiegen hat, meinte er: „Generell müssen wir die Erschließung der Almen für die landwirtschaftliche Nutzung akzeptieren, wenn wir wollen, dass die Bauern bleiben“.  Messner selbst hat in den letzten zehn Jahren, nicht zuletzt durch seine Ausübung von Bergbauern- und Bergwirtschafts-Tätigkeiten erfahren, dass man sich nicht gegen alle Erschließungen wehren kann“. Auch Beschneiungsanlagen hält er für bestimmte Höhen- und Tourismusregionen für vertretbar. Aber wenn es sich zeigt, dass das Recht auf eine Einzelmaßnahme die Gesamt-Interessen übertrumpft, dann sollte man energisch kämpfen. Einen Seitenhieb hatte er noch für die Industrie parat, denen sich nach seiner Meinung die Landwirtschaft unterordnet. „Die Industrie beutet die Landwirtschaft aus und die Bauern werden Arbeitsknechte gegenüber den Kosten für ihren Maschinenpark“, so Messner, der zukünftig seine Bewirtschaftungen ohne diesen maschinellen und kostenintensiven Aufwand bewältigen will.

In Aschau i. Chiemgau, das nach einem Besuch des Nationalparks Berchtesgaden und vor einem Vortrag in Rosenheim auf dem Programm stand, hieß den bekannten Bergsteiger Jerzy Montag als Landesvorsitzender der Grünen in Bayern willkommen. Die in der Schlosseinkehr versammelten Messner-Freunde durften sich noch einer zusätzlichen Freude erfreuen: Geigelstein-Kenner Hans Steinbichler zeigte Dias des Chiemgauer Blumen- und Hausberges, wie sie schöner nicht sein könnten. Dies veranlasste Reinhold Messner zur Aussage: „So wie Hans Steinbichler den Geigelstein als seinen Berg sieht, sollten alle Chiemgauer all ihre Berge als gemeinsames Gut sehen“.

Foto: Hötzelsperger

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Stand: 26. September 2002