Beitrag
Große
Sorgen der Bauern nach Milchpreis-Rückgang
„Streik ist keine Lösung“
Rosenheim
(hö) 07.08.02 - Die Milch macht
den Bauern enorme Sorgen wenn ihr Blick auf den Absatz und auf die Preise
gerichtet wird. Fragen zu einem Milchpreisverfall von ungeheurer Bedeutung
bekommen derzeit keine zufriedenstellenden Antworten von bäuerlichen
Organisationen und von der Politik. Dies machte eine erweiterte Kreisversammlung
des Bayerischen Bauernverbandes für Rosenheim im Gasthaus Höhensteiger in
Westerndorf St. Peter deutlich. Die versammelten Ortsbäuerinnen und Ortsbauern
bekamen zwar aktuelle Informationen aus erster Hand, aber nur wenig Hoffnung.
Drei
bis sechs Cent je Liter Preisrückgang sind ein Riesen-Problem. Ein
durchschnittlicher Milch-Lieferant mit einer Lieferquote von 150.000 Litern
Jahresleistung hat mit diesem Rückgang ein Ertrags-Minus von 5.000 bis 10.000
Euro. Und dies bedeutet in den ausgepressten Zeiten für die Landwirte, dass
wieder mehr Höfe ihren Wirtschaftsbetrieb aufgeben müssen. So hart wurden die
aktuellen Situationen beschrieben. Bezeichnungen wie „Flächenbrand“ und
„Aussichtslosigkeit“ prägten die Kommentare der anwesenden Bauern zu den
Ausführungen der herbeigeholten Fachleute. Zu diesen gehörten Dr. Hans-Jürgen
Seufferlein vom Zentralverband der Milcherzeuger in Bayern e.V. und Josef Andres
als Erster Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft in Bayern. Die zum Teil
vertragslose und von den meisten auch als aussichtslos geschilderte Situation
macht besonders der klein-bäuerlichen Struktur zu schaffen. Die Überkapazität
auf dem eigenen Markt und die Rückgänge der Abnahme bayerischer Milch durch
den italienischen Markt sind ein Teil des Sorgenpaketes. Die andere Seite sind
die rigorosen Preisreduzierungen der Molkereien sowie die fehlende Koordination
der Milcherzeuger innerhalb ihrer Gemeinschaft auf Landesebene. „Streik ist
keine Lösung“, so eine der versuchten Antworten auf die Frage nach dem
weiteren Vorgehen. „Wenn einfach zu viel Milch da ist und zur Marktregulierung
sogar zugweise Milch verschenkt wird, dann gibt es kaum noch eine Möglichkeit
zu Verhandlungen“ brachte es ein Obmann auf den Punkt. Kreisobmann und
Landtagsabgeordneter Sepp Ranner aus Mitterham, der zusammen mit Annemarie
Biechl als Kreis-, Bezirks- und Landesbäuerin aus Hofberg der Versammlung
beiwohnte, nahm eingangs die Begrüßung vor.
Foto:
Hötzelsperger
Schreiben Sie uns Ihre
Berichte!
zurück
|