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Wie Priener Blasmusikanten und Samerberger Trachtler in Peking zu Auftrittsehren kamen
Erstmals deutsche Beteiligung beim Kultur- und Tourismusfestival mit 300.000 Zuschauern

Prien/Samerberg (hö) 28.09.02 – Zwischen europäischen, amerikanischen, australischen, afrikanischen und vor allem zwischen den zahlreichen asiatischen Gruppen des 5. Internationalen Kultur- und Tourismusfestivals von Peking mischten sich heuer erstmals deutsche Teilnehmer. Die Bundesrepublik und insbesondere den Freistaat Bayern vertraten bei einer mehrstündigen Marschparade und bei verschiedenen Auftritten die Blaskapelle Prien und die Grainbacher Schnalzer- und Plattlergruppe vom GTEV Hochries-Samerberg. Höhepunkt war die Darbietung vor 300.000 Zuschauern und vor einer hochkarätigen Ehrentribüne. Auch das weitere Auftritts- und Kultur-Programm war einzigartig für die Gäste aus Bayern.

Zustande kam die außergewöhnliche Reise auf relativ kurzfristigen Wunsch der Deutschen Botschaft von Peking. Diese bat die Deutsche Zentrale für Tourismus um eine deutsche Teilnahme bei dem Kulturfestival, das bereits viermal mit tausenden Teilnehmern aus aller Welt stattfand und all die Jahre immer größer wurde. Nicht zuletzt wegen der Vergabe der Olympischen Spiele im Jahr 2008 nach Peking ist die Sozialistische Volksrepublik China mehr denn je um Annäherung an den Westen bemüht.  Von der olympischen Aufbruchsstimmung war neben den baulichen Entwicklungen in der Stadt gerade beim Festmarsch immer wieder etwas zu spüren. Den Zuschlag zur Fahrt nach China bekamen die Priener Blasmusikanten und die Samerberger, weil sie nach einer Anfrage der Bayern Tourismus GmbH die schwierige Prozedur der Vorbereitungs- und Einreise-Genehmigungen in Verbindung mit der Übernahme der Flugkosten mit der stärksten Geduld meisterten. Nachdem es bereits vor vier Monaten keine freien Flugplätze zur Hauptreisezeit für China und für die ganze Gruppe mehr gab, machten sich die insgesamt 26 Teilnehmer in zweierlei Gruppen auf den weiten Weg. Zum Teil musste über Paris und zum Teil über London und Hongkong die Reise angetreten werden. Von der Pekinger Hotel- bis zur Chiemgauer Haus-Tür waren bei der Rückreise ganze 31 Stunden für die weite Reise hinzunehmen.

Ehemaliger Rosenheimer hieß als Botschafts-Vertreter die Chiemgauer willkommen

Auftritte beim Festmarsch, in einer aus dem Boden gestampften Trabantenstadt und in der mit 17.000 Studenten gar nicht so kleinen Universität von Peking waren allesamt gelungen. Das zweistündige Programm der Gruppen aus aller Welt wurde jeweils von den Bayern eröffnet. Tausende von Gästen sparten dabei nicht mit anzumerkender Begeisterung und Fröhlichkeit. Die Blaskapelle Prien hatte nach einem zehnstündigen Bahnfahrt-Jubiläum in Wuhan am Yangtz-Fluß ein zusätzliches Auftritts-Erlebnis. Die Samerberger Truppe machte sich zeitgleich ebenfalls mit dem Zug auf nach Chengde, um die dortigen Tempel-Bauten und die Stätten des Buddhismus näher kennenzulernen. Dr. Peter Mohr von der Kultur-Abteilung der Deutschen Botschaft in Peking war voll des Lobes über die bayerischen Auftritte. Verständlich, da er in Rosenheim zur Schule ging und seine Frau aus Bad Aibling stammt. „Wir sind schon einige Jahre hier in Peking, aber eine solche Freude aus unserer Heimat haben wir noch nie erfahren“. Frau He Luli, die das 5. Festival als Vize-Präsidentin vom Chinesischen Abgeordnetenhaus und als ehemalige Bürgermeisterin von China eröffnete, sprach ebenfalls von einem guten Beitrag aus Bayern. „Fröhlich, farbig und völkerverbindend wie das ganze Festival sind die für Bayern typischen Blasmusikanten und Schuhplattler“, sagte die hohe Politikerin gegenüber der bayerischen Delegation voller Freude über die Darbietung vor der Ehrentribüne. Konsul Ryoo JAE-Ky von der Republik Korea saß ebenfalls auf der Ehrentribüne und kam auf die Chiemgauer zu. „Wenn es einmal möglich ist, würde ich so eine freundliche Vorstellung auch in meinem Lande gerne sehen“, so der Korea-Vertreter. Radio China, das international auch deutsche Beiträge ausstrahlt, hat von den Auftritten der Chiemseer und Samerberger sogar eine halbstündige Sendung aufgezeichnet. Und Xu Sheling als Leiter der Deutschen Zentrale für Tourismus in Peking kam zu den Chiemgauern ins Hotel, um sich persönlich über deren Auftritt zu bedanken. „Sie glauben gar nicht, welch wichtige Botschaft sie mit ihren Auftritten in unserem Lande vermittelt haben“, so der für die Einladung verantwortliche Manager. Bereits vor vier Monaten kam Herr Xu nach München, um sich über die Möglichkeiten der Bayern an einer Teilnahme an diesem Festival näher zu informieren. „Die Mühen haben sich gelohnt“, so sein abschließendes Fazit.

Alle Bemühungen wurden belohnt

Belohnt wurden die Chiemgauer auch für ihre Vorbereitungs- und Reisebemühungen. Das Freizeitprogramm führte hinauf zur großen Chinesischen Mauer. Dort sorgten die Leute mit ihrer Tracht natürlich für viel Aufsehen. Aber auch die kaiserlichen Sommerpaläste, der Platz des Himmlischen Friedens, Einkaufsstraßen und das Bestaunen von Leben und Leuten in der 14-Millionen-Metropole sorgten für Kurzweil. „Allein das Funktionieren des Verkehrs ohne viel Verkehrsschildern mit ungezählten Fahrradfahren war eine Faszination“ so Peter Huber als Blasmusik-Organisator in seinen Betrachtungen. Die Samerberger wiederum waren am meisten von der asiatischen Küche mit täglich wechselnden Speisen auf dem großen Drehteller und für die Stäbchen begeistert. „Eine feine und gesunde Küche“ so Hans Auer von Grainbach. „Nur schade, dass Ihr nicht länger bleiben könnt, denn gerade in diesen Tagen beginnt die Aktion Deutsches Schaufenster“, ließen Herr Heltmann von der Deutschen Botschaft und Hans Runck als Leiter vom Referat Außenwirtschaft Asien-Pazifik vom Bayerischen Staatsministerium übermitteln. Zu diesen Tagen sind zeitgleich mit der Chiemgauer Abreise Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu und der Rosenheimer Abgeordnete Adolf Dinglreiter nach China aufgebrochen. Sicherlich werden sie nach ihrer Ankunft noch von den Auftritten der Blasmusikanten und Trachtler von Prien und vom Samerberg in China begeisterte Berichte erhalten.

Anton Hötzelsperger

Fotos: Hötzelsperger

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Stand: 26. September 2002