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In
Stein zwischen Aschau und Sachrang wird der Heilige Antonius am 13. Juni noch
mit einem Gottesdienst verehrt
Erinnerungen
von Simon Bauer an das verwaiste Schulhaus mit eigener Kapelle
Aschau
(hö) 10.06.02 - Am Donnerstag, den
13. Juni ist der Fest- und Namenstag des Heiligen Antonius. Dies war früher
vielerorts Anlass, eine kirchliche Feier zu besuchen. So auch in der kleinen
Ortschaft Stein zwischen Aschau und Sachrang. Dort wurde 1908 erstmals ein
Schulhaus für insgesamt sieben Klassen mit integrierter Kapelle erbaut. Die
Baumaßnahme für die Kinder und Leute, die vorher recht weite Schul- und
Kirchenwege nach Aschau und nach Sachrang zu bewältigen hatten, wurde dank großzügiger
Hilfe der Familie von Cramer-Klett aus Hohenaschau ermöglicht. Der Großvater
des heutigen Barons Rasso von Cramer-Klett war ein großer Antonius-Verehrer,
weshalb die Kapelle nach dem Heiligen von Padua benannt worden ist. Bis heute
hat sich in Stein entgegen mancher Entwicklungen andernorts das
gottesdienstliche Gedenken bewahrt.
Wie
Simon Bauer als Nachbar des alten Schulhauses mit der Kapelle noch gut zu
berichten weiß, wurde die Antonius-Kapelle am Festtag des Heiligen immer mit
schönen Girlanden hergerichtet und für alle Beteiligten war der 13. Juni ein
Festtag. „Damals feierte man bereits ganz früh am Tag, heute treffen wir uns
um 19 Uhr abends“, so Simon Bauer, der als Ehrenvorstand der Sachranger
Trachtler auch viel Gespür für Heimat- und Namenstags-Pflege hat. Nachdem das
Alte Schulhaus vor 30 Jahren nicht mehr schulisch notwendig war, war das vormals
durch die Gemeinde Aschau von der Barons-Familie erworbene Gebäude an
Privatleute veräußert worden. Die heutigen Besitzer stimmen zur Freude
der Gläubigen der Antonius-Feier nach wie vor und in schöner Tradition zu.
Einen großen Anteil am Festhalten des Antonius-Brauches hatten die
verschiedenen Vertreter der Geistlichkeit. Ein großer und vielfach verehrter
Vertreter dieser Berufsgattung war und ist Monsignore Dr. Alois Röck, der von
1881 bis 1961 lebte und von 1907 bis zu seinem Tod Schlosskaplan auf Hohenaschau
war. Simon Bauer erinnert sich gut und gerne an die Gottesdienste in der
Schulkapelle von Stein, wenn er sagt: „Die Barons-Herrschaften sorgten immer
mit einem Pferdefuhrwerk, mit Kutsche oder mit Schlitten, dass der Kaplan zu uns
kommen konnte“. Für Monsignore Röck war es ein Anliegen, dass er von
oberster Kirchenstelle die Genehmigung bekam, das Allerheiligste ständig in
Stein aufbewahren zu dürfen. Beim ersten Mal erhielt er hierfür nur eine
befristete Genehmigung für drei Jahre. Doch das Ewige Licht am Tabernakel
brannte dann all die Jahre bis zum Tod des Kaplans. Unvergesslich sind für die
älteren Bewohner des Prientales und der Schulbesucher von Stein die
Religionsstunden mit Schlosskaplan Röck. „Dienstags und freitags war
Religionsunterricht. Niemals ohne vorherige Messe und oftmals sogar draußen in
Gottes freier Natur“, erinnert sich Simon Bauer. Heute kümmern sich die
Mitglieder der Steinbeißer-Familie um manche Hand- und Spanndienste, damit das
Kirchlein in der Schule auch fortan schön dasteht. Früher war mehr los als nur
am Antonius-Tag. Da hatte die Ortschaft Stein einen eigenen Schulsprengel und
wenn im Januar der Vinzenzentag anstand, dann wurde der von damals 80
Holzarbeitern in Stein gefeiert. Heute sind im Steiner Bereich noch zwei
Waldarbeiter beschäftigt. Diese feiern den Vinzenzentag jetzt mit den Aschauern
oder Sachrangern mit. Was geblieben ist, das ist der Festtag des Heiligen
Antonius. Die Geistlichkeit und die Kirchgänger von heute feiern den
Gottesdienst mit Gebeten und gemeinsamem Gesang. Den Abschluss bildet in stolzer
Tradition das eigens für die Steiner Antonius-Kapelle komponierte „Steiner
Lied“. Beginn ist wie erwähnt am Donnerstag, 13. Juni um 19 Uhr in Stein, dem
kleinen Örtchen im Priental zwischen Hohenaschau und Sachrang.
Foto:
Hötzelsperger
Kontakt:
Simon Bauer in Stein, Tel. 08057-398
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