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„Arbeitsplätze werden nicht verteilt, sondern geschaffen“
Bayerns Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu im Aschauer Markt-Zelt

Aschau (hö) 31.08.02 -  „Arbeitsplätze können nicht verteilt, sondern müssen geschaffen werden“, forderte Bayerns Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu im Rahmen einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Festzelt zum Aschauer Markt. In diesem Zusammenhang lobte er eingangs gleich den Landkreis Rosenheim, der im Zeitraum von 1985 bis 2000 ein Arbeitsplatz-Wachstum von 33 Prozent erzielen konnte.

Damit präsentierte Wiesheu den Landkreis Rosenheim als eine Region, die hohe Attraktivität ausstrahle. „In Bayern gab es im Vergleich zum Landkreis Rosenheim 16 Prozent und in Oberbayern 20 Prozent Steigerung“, so der Minister, der Stadt und Landkreis Rosenheim als ein wirtschaftlich intaktes Gebiet bezeichnete, in dem es sich lohne zu leben und zu arbeiten. Zum Wachstum informierte Wiesheu noch, dass von 1987 bis 2000 im Landkreis die Einwohnerzahlen von 190.000 auf 235.000 gestiegen sind. Für die Stadt Rosenheim steigerte sich im gleichen Zeitraum die Bürgerschaft von 53.000 auf 58.500. Schwerpunkt in seinen Ausführungen war für den Bayerischen Wirtschaftsminister die Arbeitsmarkt-Politik. „Über vier Millionen Arbeitslose und europäisches Schlusslicht in der Wirtschafts-Entwicklung müssen uns wachrütteln. 25 Milliarden an Entlastungen durch die SPD-Regierung stehen mehr als 25 Milliarden an Sonder-Belastungen entgegen. Im Einzelhandel haben wir allein in Bayern 30.000 Stellen verloren“. Mit diesen Zahlen wartete der Minister auf, um darauf hinzuweisen, dass in der Klein- und Mittelstands-Ebene noch mehr gepunktet werden müsste. „Zählen wir doch mal zusammen, wie viele Arbeitsplätze im Mittelstand verloren gingen, dann würden wir nicht immer auf großen Firmenpleiten hinschauen“, so Wiesheu. Er machte auch darauf aufmerksam, dass in den vier Regierungs-Jahren von Kanzler Schröder 700.000 Leute mehr in Pension gegangen als altersmäßig ins Arbeitsleben eingetreten sind. Schröder bezeichnete Wiesheu als Genossen der Bosse, der wegen seiner Nähe zu den Gewerkschaften von diesen trotz der Konjunkturflaute verschont wird. Die Hartz-Kommission nannte Wiesheu den 52. Konzept-Versuch für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. „51 Papiere sind schon verstaubt, erwarten wir nur nicht jetzt den Durchbruch“, so der Minister, der zum Rauswurf von Ron Sommer aus der Telekom-Führung vermerkte, dass dies die Leute und Aktionäre nicht vergessen werden. Die Feuerung von Verteidigungsminister Rudolf Scharping, den er als „Planschbecken-Admiral von Italien“ bezeichnete, nannte Wiesheu als folgerichtig.

Bildung als wichtige Investition

Die PISA-Studie habe laut Wiesheu gezeigt, dass Bayern in der Bildung und Fortbildung trotz großer Integrations-Zahlen führend ist. „Nicht der Staat gründet Betriebe, sondern die Leute, die es im Kopf und im Kreuz haben“, so Deutschlands dienstältester Wirtschaftsminister mit Hinweis darauf, dass die Förderung von Bildung im berufs-praktischen Wege genauso wichtig ist wie im Hochschul-Weg. „Des-Integration, Härte, Parallel-Gesellschaft, Abgrenzungen und so weiter wollen wir nicht. Wir suchen den Konsens von Bürgern und Neu-Bewohnern, die sich selbst um ihren Lebensunterhalt bemühen“. Das Bevölkerungsgleichgewicht, die Landwirtschaft, die Innere Sicherheit und die CO-2-freie Kernenergie waren weitere Themen des sichtlich gut aufgelegten Ministers, der zum Abschluß seiner Ausführungen Franz Josef Strauß mit folgenden Worten zitierte: „Vor der Wahl muss man sagen, was man tut. Nach der Wahl muss man tun, was man gesagt hat und insgesamt muss man einen verlässlichen Kurs halten“. Mit Blick auf die bevorstehenden Bundestagswahlen lobte er Bayerns Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber, weil dieser eben die Kontinuität, den Erfolg und die Verlässlichkeit aufgrund hervorragender Wirtschaftsdaten nachweisen kann. „Diesen Erfolg brauchen wir auch für Deutschland“, so Bundestagsabgeordneter Wolfgang Zeitlmann in seinem Dankwort und mit dem Hinweis auf Zeiten, die Taten und einen Wandel brauchen.

Ehe der Minister zu seinen Ausführungen kam, wurde er von Aschaus CSU-Vorsitzenden Horst Wenzel begrüßt. Zweiter Bürgermeister Karl Haberstock erinnerte in seinem Grußwort an die Hochwasserschäden, die allein der Gemeinde rund 700.000 Euro Schaden zugefügt haben. Hohenaschauer Musikanten umrahmten die Veranstaltung auf gekonnte Art.

Foto: Hötzelsperger

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Stand: 26. September 2002