Beitrag Bibel-Rarität
im Städtischen Museum von Rosenheim noch bis 4. Mai zu sehen
„Vierbändige
Bibelausgabe – gedruckt 1523 bis 1525 in Basel durch Adam Petri. Altes und
Neues Testament auf deutsch, zahlreiche Schmuckblätter und Stiche, marmorierte
Einbanddecken, Buchrücken und Eckenleder. Ab etwa 1150 gewannen die Lehren
Luthers auch in Rosenheim zunehmend Anhänger. Um den Einfluß des neuen
Glaubens einzudämmen und die Ideen der katholischen Reform zu stärken berief
Herzog Maximilian die Kapuziner als Seelsorger vor allem für das einfache Volk
nach Rosenheim. 1606 konnten sie hier ihr Kloster beziehen, es war die zweite
Niederlassung dieses Ordens in Bayern. Den Bau des Rosenheimer Kapuzinerklosters
hatte Martin Papin ausschlaggebend mitfinanziert“ – soweit die
Kurz-Information an der Bibel-Vitrine. Doch die Bibel ist weit mehr als nur mit kurzen Worten zu beschreiben. Eine reiche Geschichte ist mit ihr verbunden. So informierte Museumsleiter Leicht, dass eine erste Expertise von Professor Reinhard Schwarz, ein emeritierter Professor für Kirchengeschichte in München interessante Ergebnisse zu Tage brachte. So wurden die ersten drei Bände mit der Übersetzung von Luther aus dem Alten Testament in Basel gedruckt. Der vierte Band mit der Übersetzung des Neuen Testamentes wurde 1524 bei Johannes Knoblauch in Straßburg erstellt. Klar erkennbar ist, dass es sich um eine geschlossene, vierbändige Arbeit aufgrund der Anfertigungstechniken handeln sollte. Damit hat die Stadt Rosenheim eine Bibel-Besonderheit wie sie in dieser Art nur noch in Dresden, München, Stuttgart und Wolfenbüttel vorhanden ist. Es handelt sich um erste Nachdrucke der Luther-Bibel, die im September 1522 erstmals in Luthers Heimatstadt Wittenberg erschien. Nach Rosenheim kam das seltene, vierbändige Exemplar 1863 durch den Arzt Anton Biehlmayr, einem gläubigen Katholiken. Dieser übergab das kostbare Gut dem Städtischen Museum. Dort verblieb es lange Zeit, ehe es Museumsleiter Walter Leicht ans Tageslicht brachte. Dabei entdeckte Leicht noch einen Hinweis, dass man die Rosenheimer Luther-Bibel vor gut 50 Jahren einmal dem Münchner Antiquariat Jacques Rosenthal zum Kauf angeboten hatte. Auf der vorgefundenen Antwortkarte ging jedoch hervor, dass man im Augenblick keine Verwendung sieht. Heute haben die vier Bücher einen Wert von etwa 25.000 bis 30.000 Euro. Foto:
Hötzelsperger – Bibelansichten im Städtischen Museum von Rosenheim im
Mittertor |
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werberingreport Stand: 26. September 2002 |