Beitrag
Erst-
und einmalige Bischofs-Visitation
in der Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“
Mit Weihbischof Dr. Franz
Dietl
Prien (hö) 19.01.03 – Ein
überaus gutes Zeugnis wurde der Pfarrgemeinde „Mariä Himmelfahrt“ von
Prien von Weihbischof Dr. Franz Dietl ausgestellt. Nach langer Zeit kam der
Bischof dem uralten Brauch der Visitation einer Pfarrei wieder nach. Für
Pfarrer Bruno Fink und für seine vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter
war es eine erst- und einmalige Erfahrung, einen ganzen Tag lang in vielen Gesprächen
die Pfarrei und die Kirchenverantwortlichen auf Herz und Nieren sowie auf Sorgen
und Nöte zu überprüfen. „Prien und alles was dazu gehört soll auch fortan
eine lebendige Christengemeinschaft bleiben, davon bin ich bestens überzeugt“,
so Bischof Dietl beim Abschluß-Gottesdienst in der voll besetzen Pfarrkirche
von Prien.
Der
Auftakt begann in der Kuratie-Kirche „Christkönig“ von Wildenwart. Auch
wenn der Bischof wegen eines Autobahn-Staus erst zum Ende der Andacht eintraf,
so zeigte er sich gleich erfreut über den Sinn des Tages und die herzliche Art
des Empfanges. Ziel des Besuches war für Bischof Dietl, der in Begleitung von
Regionalpfarrer Klaus Franzl und von Pastoralreferentin Karin Göbel unterwegs
war, die Verbindung von „ganz oben“ nach „ganz unten“ in der Kirche zu
festigen. „Miteinander wollen wir überlegen, wie es uns gelingt, den Glauben
in die nächste Generation hinüberzubringen“, so der Bischof, der daran
erinnerte, dass schon der Heilige Paulus in seine Glaubens-Gemeinden hinausging
um nachzuschauen, ob dort Gott zu spüren ist. Als Sorge bezeichnete der Bischof
manche Entwicklungen in der Gesellschaft als er sagte: „Das brauchtums-gestützte
Christentum ist schwächer geworden. Zum Beispiel: früher viel Jemand auf, wenn
er nicht den Sonntags-Gottesdienst besuchte, heute ist es umgekehrt“. Auch
mahnte der hohe Geistliche zum Nachdenken hinsichtlich der Pluralistischen
Gesellschaft. „Leute mit ganz unterschiedlichen Lebensauffassungen und mit
verschiedenen Formen der Lebensführung gibt es nicht nur in städtischen
Ballungsgebieten, sondern auch in Prien und auf dem Lande. Bleiben wir deshalb
als aktive Christengemeinschaft die Seele der Gesellschaft“, sagte der
Bischof, der dann auf die Eindrücke des Tages und auf Prien ganz speziell
einging.
1000
Patienten und der Wandel im Altenheim
In
seinem Rückblick begann der Bischof mit einer Gesprächsrunde mit allen
Hauptamtlichen aus Prien, Greimharting, Hittenkirchen und Wildenwart.
Pfarrsekretärinnen, Mesner und alle seelsorgerisch Tätigen hatten Gelegenheit,
als Dienstgemeinschaft und auch individuell ihre Sorgen vorzutragen. Beeindruckt
zeigte sich Bischof Dietl vom Besuch im Kreiskrankenhaus sowie vom großen
Patientengut in Prien überhaupt. „1.000 Patienten im Krankenhaus und in den
Priener Kliniken bei 10.000 Einwohnern – das zeugt von einem guten Klima und
von vielen wohlwollenden Leuten in Prien“, so die Bezeichnung einer Priener
Besonderheit. Ein weiterer Eindruck kam beim Besuch des Caritas-Altenheimes St.
Josef in Trautersdorf zustande. „Von den 120 Bewohnern des Altenheimes sind
111 Frauen und Männer pflegebedürftig. Daran sieht man die Wandlung innerhalb
der Altenheime und die Rollen-Veränderung für die Hausführung und für das
Personal“. Ebenso wie im Krankenhaus bezeichnete der Bischof im Altenheim die
Haus-Kapelle als Mittelpunkt des Gebäudes und als vielfach gewünschten Ort, um
sich auch in schwierigen Situationen bei Gott einhalten zu können. Beim
Mittagessen ließ sich Bischof Dietl von Dritter Bürgermeisterin Renate Hof aus
der politischen Gemeinde berichten nachdem Bürgermeister Christian Fichtl und
sein Vertreter Michael Anner wegen eines Antrittsbesuches in der Partnerstadt
Valdagno nicht da sein konnten. „Das gute Miteinander von kirchlicher und
politischer Gemeinde hat in Prien eine bekannt große Tradition“ sagte der
Bischof als Antwort auf die Erläuterungen von Renate Hof. „Wie geht es den
Kleinsten?“ diese Frage stellte der Bischof an der Pforte des Kindergartens
und ging dabei auf die wertvolle Glaubens-Erziehung an dieser Stätte durch die
Schwestern ein.
„Glauben
nicht schlaumeierisch neu erfinden“
Alle
Mitglieder der Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen, die sich ehrenamtlich
um die Diensterfüllung in den Kirchen und Pfarreien sorgen, kamen in einer
eigenen Gesprächsrunde mit dem Bischof zusammen. „Wie können wir weiterhin
bestehen? Sicher nicht, wenn wir das Christentum wieder schlaumeierisch neu
erfinden, sondern wenn wir mit unserem eigenen Glauben bei Gott dran bleiben wie
die Reben am Weinstock des Herrn“, so fasste der Weihbischof die
Ehrenamtlichen-Aufgaben zusammen. „Schritt für Schritt, mit Gott verbunden,
von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr können wir als Christen bestehen, wenn wir
unsere Aufgaben auch in schwieriger Zeit erfüllen. Und die kostbarste Erfahrung
ist es dann, wenn wir all dies unseren Kindern und Jugendlichen weitergeben“,
sagte der Bischof ehe er zum Abschluß seinen Segen erteilte. Pfarrer Bruno Fink
dankte dem Weihbischof für seinen Ganztages-Gang durch die Pfarrei und für die
vielen Gespräche, die der Festigung der gemeinsamen Arbeit an und in der Kirche
dienen werden.
Foto:
Hötzelsperger
Empfang
der Ministranten und Gläubigen-Gespräch in Wildenwart
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