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Bayerisch-pommerscher Kulturabend in Traunstein
Gelungene Auftritte der „Tanz- und Späldeel Leba“ und der „Trauntaler“- Festansprache von Staatssekretär Georg Schmid

Traunstein (sch) 27.05.03 -  Die Landesgruppe Bayern der Pommerschen Landsmannschaft (PLM) organisierte gemeinsam mit der Stadt Traunstein einen bayerisch-pommerschen Kulturabend in der Aula der gewerblichen Berufschule an der Wasserburger Straße. Die Veranstaltung, die im Rahmen einer zweitägigen pommerschen Landesdelegiertentagung in Traunstein stattfand, sollte ein kleines Dankeschön der Pommern sein, die in Bayern eine neue Heimat gefunden haben.

Nach dem feierlichen Einmarsch der Fahnen der pommerschen Kreisgruppen zu den Klängen von Carl Teilkes „Alte Kameraden“, gespielt von der Musikkapelle Surberg-Lauter, wies der PLM-Landesvorsitzende Gerhard Pochadt aus Nürnberg in seiner Begrüßungsrede auf die Bedeutung des 5. August (Tag der Unterzeichnung der Charta der Heimatvertriebenen) und des geplanten „Zentrums gegen Vertreibung in Berlin“ hin. Anschließend wurde gemeinsam das Pommernlied gesungen.

In seinem Grußwort schilderte Traunsteins Oberbürgermeister Fritz Stahl, selbst aus Pommern stammend und Schirmherr des Festabends, persönliche Erlebnisse und Erinnerungen an seine Heimat, die er als Fünfjähriger verlassen musste. Heute sei er dankbar, dass die Bundesrepublik unter maßgeblicher Mitarbeit und großem persönlichen Einsatz auch der Vertriebenen und Flüchtlinge friedlich aufgebaut werden konnte. Damit sei der Grundstein für ein gemeinsames europäisches Denken und die Pflege guter Nachbarschaft gelegt worden.

Nach einem weiteren Grußwort der PLM-Bundessprecherin Ilse Gudden-Lüddeke trat der bayerische Sozialstaatssekretär Georg Schmid ans Rednerpult. Er griff das Thema „5. August“ auf und erklärte, dass Bayern sich mit einer Bundesratsinitiative dafür einsetzen werde, dass dieser Tag zum Nationalen Gedenktag für die Opfer von Vertreibung erhoben wird. Ein klares Bekenntnis der Bayerischen Staatsregierung gelte auch dem geplanten Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin. Schmid: „Es gibt in Deutschland noch immer keine nationale Erinnerungsstätte an die Vertreibung von 15 Millionen Landsleuten. Dieser tiefe Einschnitt in unsere Geschichte muss würdig und mahnend in Erinnerung gehalten werden.“

Nach dem gemeinsam gesungenen Bayernlied, der deutschen Nationalhymne und dem Ausmarsch der Fahnenabteilungen ging man zum kulturellen Teil der Veranstaltung über. Die Trachtler, Schuhplattler und Goaßlschnalzer vom GTEV „Trauntaler“ Traunstein brachten bayerisches Brauchtum auf die Bühne und wurden von den Pommern mit viel Applaus bedacht. Dann, als Höhepunkt des Kulturabends, der Auftritt der „Tanz- und Späldeel Leba“: Die international bekannte Folkloregruppe aus Erlangen begeisterte mit einer mitreißenden, teilweise artistischen Darbietung pommerscher und slawischer Tänze.

Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ endete der Kulturabend, der erneut die guten Beziehungen zwischen Pommern und Bayern unterstrich und den Verdacht nahelegt, dass die besten Pommern in Bayern leben.

Bericht und Fotos: Eva Schneider

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Stand: 26. September 2002