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Eine einmal etwas andere Jagdversammlung
Mit Hektar-Abstimmung neue Aufgaben bei Jagdgenossenschaft Atzing beschlossen

Atzing (hö) 14.12.05 – Eine einmal etwas andere Jagdversammlung gab es im Bereich der Jagdgenossenschaft von Atzing im Gasthaus Stocker. Aufgrund verschiedener Anträge wurde zu zwei genossenschaftlichen Einrichtungen bzw. Anschaffungen in geheimer Wahl abgestimmt. Die Entscheidung fiel satzungsgemäß nach mehrheitlicher Zustimmung der Mitglieder in Form ihrer bewirtschafteten Landwirtschafts- und Forstflächen.

Die erste Entscheidung, die Jagdgenossenschaftsvorstand Hans Rauch in demokratischer Weise erbat, galt der Neuanschaffung eines Hochentasters, der zukünftig allen 29 Grundeigentümern mit einer Arbeitshöhe von rund fünf Metern zur Verfügung stehen soll. Nach eingehender Diskussion entschieden sich elf der anwesenden Jagdgenossen mit insgesamt 173 Hektar Grund für die Bestellung, sieben Grundstückseigentümer mit 104 Hektar waren dagegen. Jäger Michael Schlosser senior erklärte sich bereit, das neue Arbeitsgerät bei sich in Stetten zu verwalten. Für die Ausleihe soll je halben Tag ein Tarif von fünf Euro gelten. Zehn Bauern innerhalb der Genossenschaft sind noch Nutzer des gemeinschaftlichen Klauenstandes. Aufgrund der rückläufigen Anzahl der Bauern und wegen zusätzlich vorhandener Klauenstände in Privatbesitz wurde die Überlegung angestellt, zukünftig dieses seit etwa 25 Jahren im Genossenschafts-Dienst befindliche Hilfsmittel ganz zu privatisieren. Doch die Abstimmung ergab, dass zwölf Mitglieder mit 193 Hektar gegenüber sechs Mitgliedern mit 101 Hektar für den Fortbestand des Klauenstandes im Genossenschaftsbesitz votierten. Die Ausleihe soll zukünftig fünf Euro je Tag betragen, die Unterbringung erfolgt weiterhin bei Peter Huber in Siegharting. Mit  zufriedenstellendem Erfolg ist seit Jahren ein gemeinsamer Holzspalter im Einsatz, der im abgelaufenen Vereinsjahr 35 Tage angefordert wurde.

Nächstes Jahr keine Waldbegehung

Aufgrund rückläufiger Teilnehmerzahlen wird im kommenden Jahr auf eine Waldbegehung verzichtet. Vorstand Hans Rauch bedauerte dies, weil gerade bei solchen Informationsgängen der Dialog zwischen Jägern und Jagdgenossen gefördert werden kann. Das Miteinander der Jagdpächter und der Bauern innerhalb der Jagdgenossenschaft Atzing ist allerdings in Ordnung. Davon zeugten die Berichte des Vorstandes, von Kassier Franz Zierer, von Schriftführer Josef Gelder sowie von Konrad Huber junior, der zusammen mit Wilhelm Feichtner junior die Kasse prüfte. Die vorjährige lange Winterzeit sorgte in den heimischen Wäldern wieder für mehr Verbißschäden. „In unruhigen Revierteilen braucht das Wild mehr Äsung“, ergänzte Jäger-Sprecher Michael Schlosser. Er bat deshalb um mehr Ruhe im Wald und sprach dabei nicht nur die Menschen, sondern auch die viel zu oft frei laufenden Hunde an. Michael Schlosser dankte seinerseits namens der Jagdpächter für das gute Auskommen im Jahreslauf. Der Abschlussplan wurde erfüllt, als Besonderheit wurde seit einigen Monaten ein freilaufendes Schaf erwähnt. Dieses befindet sich nach aktuellen Berichten derzeit auf Wildenwarter Terrain. „Der Fuchsbandwurm ist nicht zum Spaßen, das Schwarzwild ist bei uns derzeit kein Sorgenthema“, sagte Jäger Schlosser abschließend. Zweiter Vorstand Albert Niedermayer bedankte sich bei Vorstand Hans Rauch für dessen umsichtige Vereinsführung. Für die anwesenden Jagdgenossen, zu denen auch Pfarrer Bruno Fink aus Prien gehörte, gab es noch ein von den Jägern spendiertes, von den Wirtsleuten wohl zubereitetes und von den Jägerfrauen freundlich serviertes Rehessen. Bei Kaffee und Kuchen klang die Jagdversammlung aus.

Fotos: Hötzelsperger – Waldstimmungen aus Atzing und Umgebung

Weitere Informationen: Jagdvorstand Hans Rauch, Telefon 08051-5381 oder Jäger Michael Schlosser, Telefon 08051-3187

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Stand: 26. September 2002