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Ausstellungseröffnung Chiemgauer Künstler
Europareife des Priener Kulturfördervereins anlässlich dessen 20. Geburtstag gewürdigt

Prien  (hö) 09.07.05 –Mit dem nunmehr gefeierte 20. Geburtstag hat der Priener Kulturförderverein seine Europa-Reife erlangt. Inzwischen erlangte Akzeptanz innerhalb der künstlerisch aktiven Gemeinschaft EUROART sowie anerkennende Worte von Ministerialdirigentin Edeltraud Böhm-Amtmann, die als Leiterin der Bayerischen Vertretung in Brüssel die Festansprache hielt, zeugten von einem gesunden und reifen Kulturförderverein. Wie den verschiedenen Ansprachen weiters zu entnehmen war, will sich der junge und rührige Verein in Zukunft noch mehr als bisher mit dem Netzwerk der europäischen Kultur beschäftigen.

Dr. Friedrich von Daumiller, 1. Vorsitzender des Kulturfördervereins, machte gleich zum Auftakt der überaus stark besuchten Jubiläumsfeier im Kleinen Kursaal im Haus des Gastes deutlich, dass es zwei Jubiläen zu feiern gilt. „Neben unserem eigenen 20. Vereinsgeburtstag dürfen wir auch auf 60 Jahre Ausstellungen in Prien zurückblicken“. Wie von Daumiller weiter erläuterte, war am 5. August 1945 die wohl erste deutsche Kunstausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg in Prien im damaligen Amtsgerichtsgebäude, dem heutigen Haus des Gastes. Damals schon und auch heute war und ist Marianne Lüdicke als Ausstellerin dabei. „Der großen Chiemgauer Künstlerin Marianne Lüdicke wollen wir im nächsten Jahr zusammen mit ihrer Nichte eine sogenannte Generationen-Ausstellung in der Priener Galerie im Alten Rathaus widmen“ ergänzte der Kulturfördervereinsvorsitzende. Ein zweiter Ehrengast bei der Festveranstaltung im Kleinen Kursaal war Katharina Klampfleuthner-Kirchner. Die Fraueninsulanerin gehört seit 1966 dem Ausstellungsteam der Chiemgauer Künstler an und ihr ist heuer eine Studioausstellung in der Galerie gewidmet.

20 Jahre Kulturförderverein waren für Dr. von Daumiller auch ein Grund zurückzuschauen. Mit Blick auf die kühlen Sommertemperaturen und auf die deswegen erfolgte Verlegung des Sommerfestes vom Kurpark in den Kursaal erinnerte der Vorsitzende an die Zeiten der Gründung der Künstlerkolonie und an die damalige Sommerfrische. 1828 wurde die Künstlerkolonie auf der Fraueninsel gegründet. Die erste in Europa überhaupt. Gerade nach dem Niedergang des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens auf den Inseln nach den Beeinträchtigungen der Säkularisation  kam mit den Malern und Künstlern wieder neuer, frischer Wind auf die Insel Frauenchiemsee und in den Chiemgau. Über die europäische Dimension der Künstlerkolonie-Gründung auf der Fraueninsel war man sich lange Zeit nicht bewusst. Der damals erfolgten Initialzündung folgten in Gstadt, in Prien und an weiteren Orten auf dem Festland weitere blühende Entwicklungen der Künstlerlandschaft, deren Vielfalt bis heute gedeiht und wächst.

Wunsch wären 500 Mitglieder zum 25. Jubiläum

„Wenn wir auch mit 20 Jahren noch keine überlange Tradition nachweisen können, so haben wir mit inzwischen 418 Mitgliedern doch einen erheblichen Zuspruch. Mein Wunsch wäre es, zum 25. Jubiläumsjahr 500 Mitglieder begrüßen zu dürfen“, sagte Dr. von Daumiller und er begrüßte in diesem Zusammenhang besonders dankbar unter anderem stellvertretenden Landrat Lorenz Kollmannsberger, Wilhelm Kessler als vielfach um die Priener Kunst verdienten Ehren-Medaillen-Träger, Prof. Dr. Manfred Treml als Leiter des Museumpädagogischen Zentrums in München, Thorsten Rudolph als Geschäftsführer der Priener Tourismusgesellschaft und Gerdi Westermeyr als Mitglied der Bayerischen Handwerkskammer als  Ehrengäste. Für das Zustandekommen der heurigen Sommerausstellung in der Galerie im Alten Rathaus dankte er dem Priener Kulturbeauftragten Karl J. Aß und der Galerie-Mitarbeiterin Hildegard Dittberner.

Bürgermeister Christian Fichtl, der zugleich Zweiter Vorsitzender des Kulturfördervereins ist, würdigte den Kulturförderverein ob seiner Aktivitäten in Prien. „Die vielen Künstler, das Engagement für das Priener Heimatmuseum, die Galerie und die europäischen Kontakte habt Ihr Euch auf die Fahne geschrieben. Eurem Ehrenamt gebührt Dank und Anerkennung“, so der Bürgermeister, der Kunst, Kultur, Natur und Tourismus als bedeutsame Partner bezeichnete. „Die Pflege von Traditionen und Wurzeln ist wichtig, doch Eigenständigkeit bei aller Globalisierung können wir auch in der Kultur gut gebrauchen“, sagte Fichtl. Abschließend dankte er noch Dr. Friedrich von Daumiller und Gerd vom Hövel, dass sie dem Kulturförderverein nicht nur voranstehen, sondern ihm auch immer wieder neue Impulse verleihen. Mit feinsten Klängen der Harfen-Künstlerin Silke Aichhorn, mit passender Musik der Band „Josef Steiner & Friends“ sowie mit einem köstlichen Büffet wurde das Jubiläum des Kulturfördervereins ergänzt. Dazwischen wurde vielfach Gebrauch von der Besichtigung der in der Galerie dargebotenen Sommerausstellung Chiemgauer Künstler gemacht.
Fotos: Hötzelsperger

1.      Harfenkünstlerin Silke Aichhorn

2.      Blumen von Bgm. Fichtl für Marianne Lüdicke

3.      Vorsitzender von Daumiller mit Katharina Klampfleuthner-Kirchner

4.      Vorsitzender von Daumiller mit Marianne Lüdicke

 

Europäische Dimension der Künstlerkolonie Frauenchiemsee und des Chiemgaues

Prien (hö) - 1828 wurde die erste Künstlerkolonie Europas auf Frauenchiemsee begonnen. Zwei Jahre vor dem französischen Barbizon. Vor zehn Jahren ist der Priener Kulturförderverein auf Initiative seines Vorstandsmitgliedes Gerd vom Hövel der Gemeinschaft EUROART beigetreten. Mittlerweile gehören dieser Vereinigung 60 Künstlerkolonien und Künstlerregionen in 16 europäischen Staaten an.

Der Austausch mit den verschiedenen Kolonien hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. So ist der Priener Kulturförderverein derzeit mit verschiedenen Künstlern in einer EUROART-Ausstellung in der Gemäldegalerie von Dachau (Dauer noch bis 18. September) vertreten.

 

Höchste europäische Würdigung der Priener und Chiemseer Kulturleistungen

Über das General-Sekretariat von EUROART konnte für das Jubiläum des Priener Kulturfördervereins die Leiterin der Bayerischen Vertretung in Brüssel, Frau Ministerialdirigentin Edeltraud Böhm-Amtmann gewonnen werden. Die ranghohe Beamtin in bayerischen Staatsdiensten überbrachte auch die Glückwünsche ihres Ehemannes, dem Regierungspräsidenten von Oberbayern, Werner-Hans Böhm und sie würdigte in einem fachlich fundierten Vortrag das bürgergesellschaftliche Engagement des Kulturfördervereins.

„Mit sechs Jahren kam ich in die Filialkolonie Gstadt und entdeckte dort das Phänomen des Lichtes am Chiemsee und im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit folgten einige Jahre in der Malerkolonie Dachau. Beide Male wurde ich von der Kraft der Künstler und Kunst berührt“, so die Festrednerin, die in ihren Ausführungen noch auf das Verhältnis von Kunst und Natur sowie auf die Bedeutung der Landschaft für den Menschen einging. „Ihre Bemühungen um aktive Kultur-Partnerschaften innerhalb der europäischen Kolonien will ich gerne und in zweifacher Hinsicht unterstützen“, so Frau Böhm-Amtmann. Damit sprach sie die Bemühung des Kulturfördervereins von Prien an, dass dieser mit den Kolonien Barizon (Frankreich) und Szentendre (Ungarn) aktive Kooperationen eingehen möchte. Für diese grenzüberschreitenden Anstrengungen sollen die Priener reichlich belohnt werden.

Einmal erhielten sie eine formelle Einladung zu einer EUROART-Präsentation in der Bayerischen Landesvertretung in Brüssel in nächster Zeit. Dann will Frau Böhm-Amtmann aus dem eigenen Familien-Vermögen ein wertvolles Gemälde eines Chiemsee-Malers der Priener Galerie im Alten Rathaus vermachen. Diesbezüglich wird sie mit ihrem Ehemann ebenfalls in Bälde einmal nach Prien kommen. Näheres zu Maler und Gemälde wollte die noble Spenderin noch nicht machen. Bürgermeister Christian Fichtl dankte schon im voraus für diese Spende, die nicht nur wertvoll, sondern auch symbolisch für die künstlerische Entwicklung in Prien und am Chiemsee ein Ansporn sein wird.

Fotos: Hötzelsperger

1.      Bürgermeister Christian Fichtl überreicht Frau Böhm-Amtmann Blumen

2.      Von links: Bgm. Christian Fichtl, Frau Edeltraud Böhm-Amtmann, Gerd vom Hövel und Dr. Friedrich von Daumiller

3.      Geschäftsführer Thorsten Rudolph (li.) von der Priener Tourismusgesellschaft mit Dr. Friedrich von Daumiller und Edeltraud Böhm-Amtmann.

Kunst im Chiemgau 2005 – eine Ausstellung in der Priener Galerie im Alten Rathaus

Insgesamt 102 Werke von Chiemgauer Künstlern sind heuer bei der Sommerausstellung des Kulturfördervereins von Prien in der Galerie im Alten Rathaus ausgestellt. Dazu kommen noch 12 Werke von Katharina Klampfleuthner-Kirchner, die mit einer eigenen Studioausstellung für ihre jahrzehntelange Ausstellungstreue geehrt wird.

Bei der Eröffnungsfeier, die aufgrund des 20jährigen Jubiläums des Kulturfördervereins im Kleinen Kursaal im Haus des Gastes stattfand, dankte Vorsitzender Dr. Friedrich von Daumiller den Künstlern, allen Helfern und auch der Jury, die es Jahr für Jahr nicht leicht hat, die Auswahl für die Jahresausstellung zu treffen.

Dieser Jury gehören folgende Künstler an: Sigi Braun, Lenz Hamberger, Susanne Hepfinger, Konrad Huber, Carsten Lewerentz, Rolf Märkl uns Rudi Eberhardt. Die nunmehr eröffnete Ausstellung ist mittwochs, donnerstags und freitags von 14 Uhr bis 17 Uhr, sowie samstags und sonntags von 11 Uhr bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Am Feiertag 15. August gelten die Sonntags-Öffnungszeiten. Nähere Informationen gibt es bei der Galerie im Alten Rathaus, Telefon 08051-92928 sowie im Tourismusbüro von Prien im Haus des Gastes, Telefon 08051-69050.

Fotos: Hötzelsperger

1.      und 2. Pegasus Bronze von Rolf Märkl

2.      Beim Rundgang: von links: Gerd vom Hövel, Ministerialdirigentin Edeltraud Böhm-Amtmann und Vorsitzender Dr. Friedrich von Daumiller

3.   Ehepaar Hildegard und Christian Fichtl vor „Gastmahl“ von Herbert Klee

 

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Stand: 26. September 2002