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Parkkonzept ab Ostern 2006 geändert
Kurzparktaste – 2 Stunden statt 1 Stunde parken – Rückerstattung

Traunstein (se) 18.11.05 - Seit Monaten wurde in Traunstein darüber debattiert, ob das Parkkonzept zu ändern sei. Einerseits forderte man für die erste halbe Stunde keine Gebühr mehr zu erheben und andererseits auf den „Straßenparkplätzen“ die Parkzeit auf zwei Stunden auszudehnen.

Während die einen sich davon mehr Anreize für Einkäufer versprechen, verweisen die anderen auf die Zunahme des Parksuchverkehrs, die ohnehin sehr moderaten Gebühren und darauf, dass kostenloses Parken jederzeit durch Gebührenrückerstattung der Geschäfte werbend erreicht werden könne. Im Übrigen koste die Umstellung rund 15.000 Euro.

Stadtkämmerer Gmeindl und Oberbürgermeister Fritz Stahl verwiesen darauf, dass eine halbe Stunde kostenloses Parken einen Einnahmeverlust von jährlich 250.000 Euro bedeuten würde. Die Parkgaragen, die die Stadt im Vertrauen auf die Einnahmen errichtet habe, seien längst nicht abfinanziert.

Im Laufe der Zeit gelang es dem Oberbürgermeister, die Gremien zu überzeugen, dass bei einer Neuregelung der Stadt kein Einnahmeausfall entstehen dürfe. Es sei nicht zu verantworten, dass die Stadt eine Viertel Million Euro verliere und dadurch weniger Investitionsaufträge erteilen könne. Beim Straßenbau würde eine derartige Summe – durch die Beteiligung der Anlieger – sogar 500.000 € ausmachen. Ferner kündigte die Werbegemeinschaft an, dass sie eine Kampagne „Gebührenrückerstattung“ starten wolle, wenn die Stadt die Kurzparktaste einführe. Es gab zahlreiche Gesprächsrunden.

Mitte Oktober lud der OB erneut die Mitglieder des Planungs- und Finanzausschusses zu einer gemeinsamen Beratung über das Traunsteiner Parkkonzept ein. Man beschloss für die weiteren Aussprachen folgende Grundsätze:

1.      Sollte es zu Änderungen kommen, dürfen der Stadt keine Einnahmeverluste
entstehen.

2.      Großer Wert wird seitens der Stadt auf die positive Vermarktung gelegt.

3.      Eine Parkdauer von zwei Stunden erscheint denkbar.

4.      Wenn die Parkgebühren weiter als ein besonderer Einkaufsfaktor gesehen
werden, dann ist die Erstattung (je nach Wertigkeit des Einkaufs) dringend zu
forcieren.

Der Oberbürgermeister erörterte das Thema Ende Oktober mit Vertretern der Stadtratsfraktionen, der Werbegemeinschaft, des Gewerbeverbandes und der Stadtmarketing GmbH.

Gemeinsam stellt man dabei fest, dass die Parksituation in Traunstein als gut bezeichnet werden kann. Insbesondere verdiene Anerkennung, dass die Stadt Traunstein im Laufe der Jahre zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen habe und ihrerseits die Werbung aktiv betreibe (hierzu siehe besonders den Prospekt „In Traunstein ist gut Parken“) 

An den Grundprinzipien des Parksystems, nämlich zentrale große Parkplätze und moderate Gebühren, solle festgehalten werden.

Ferner hatte man Verständnis, dass bei der Einführung der Kurzparktaste der Stadt keine Einnahmeverluste entstehen dürfen. Daher scheine eine 15-Minuten-Kurzpark­taste bei finanziellem Ausgleich denkbar.

Wer lediglich 15 Minuten parkt, zahle nichts, wer eine Stunde parkt, soll soviel (anderer Zeittakt) zahlen wie bislang.

Schließlich fasste der Stadtrat folgenden Beschluss:

Angesichts der Zusage der Werbegemeinschaft für das Traunsteiner Parkkonzept wie für die Gebührenrückerstattung aktiv zu werben, werden folgende Änderungen beschlossen.

1.    Die Regelungen für die Großparkplätze P1 bis P4 (Parkgaragen, Karl-Theodor-Platz, Festplatz) werden nicht geändert.

2.    Die Höchstparkzeit wird von einer auf zwei Stunden erhöht.

3.    Eine gebührenfreie Zeit von 15 Minuten (sog. Kurzparktaste) wird eingeführt.

4.    Ab der 16. Minute gelten folgende Regeln:
       Im Parkbereich I (Kernzone)            5 Cent = 3 Minuten

Im Parkbereich II                                    5 Cent = 6 Minuten

5.    Die Automaten sind entsprechend umzurüsten, so dass auch Ein-Euro-Münzen eingeworfen werden können.

6.    Um der Stadtverwaltung die Umstellung zu ermöglichen, auch neue Prospekte drucken zu lassen und der Werbegemeinschaft für die Aktionen Zeit zu geben, soll die Umstellung zu Ostern 2006 erfolgen.

7.    Die Stadt geht davon aus, dass der Handel ein Rückerstattungsprogramm entwickelt und dafür deutlich Reklame macht.

 

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Stand: 26. September 2002