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Schwankende Übernachtungszahlen
Bernauer Tourismusgespräch macht auf Mängel und Sorgen im Tourismus in Oberbayern aufmerksam

 Bernau (hö) 28.09.05 – Schwankende Übernachtungszahlen, die Bedeutung der Service-Freundlichkeit, verschiedene Kritik, aber auch Erfolgs-Beispiele standen im Mittelpunkt anlässlich eines Tourismusgespräches, das Verkehrsamt und Gemeinde Bernau mit dem Vorsitzenden des Tourismusverbandes München-Oberbayern, Werner-Hans Böhm in der Seiseralm organisierten.  Dem Gespräch gingen noch ein Besuch des „Präsidenten-Baumes“ in Bergham und eine Wanderung unter der Leitung von Franz Steindlmüller voraus.

Die Oberbayern-Card, die in vielfältiger Weise Preisanreize für mehrtägige Oberbayern-Besuche seit diesem Jahr anbietet, hat nach den Worten von Bürgermeister Klaus Daiber von der Gemeinde Bernau eine große Lücke. „Wenn sich der Freistaat selbst mit dem Königsschloß auf Herrenchiemsee und den dazu gehörigen Einrichtungen nicht an dieser gemeinsamen Solidaritätsmaßnahme beteiligt, dann ist das Projekt mit Recht zu kritisieren“, so Daiber. Böhm, bis vor kurzem noch Regierungspräsident von Oberbayern, erinnerte an die vielen Verhandlungsrunden zwischen Wirtschafts- und Finanzministerium und auch er bedauerte diesen Mangel. Willi Mehlhart als Sprecher der Wirte in Bernau bat darum, dass die Herbst-Zeit in Oberbayern mehr beworben wird. „Bei uns hat man das Gefühl, dass mit dem Ende der Sommerferien Schluß mit den Marketingaktivitäten ist, obgleich der Herbst eine wunderbare Wander- und Erholungszeit ist“, so der Gastronom, der von Böhm für die Chiemgauer Wirte-Aktivitäten innerhalb des heuer bis 31. Oktober dauernden  Kulinarischen Herbstes viel Lob ernten konnte. Beispielhaft wurde auch die Angebotsform „Urlaub auf dem Bauernhof“ genannt. Dessen Landesgeschäftsführer und Bernauer Bürger Markus Ritter konnte zu seinem Erfolgsmodell ergänzend hinweisen, dass mit hart erarbeiteter Qualität und mit ehrlicher Servicefreundlichkeit hervorragende Herbstzeit-Auslastungen erzielt werden konnten. Das Fehlen gehobener Hotelkategieren im Mehr-Sterne-Bereich bezeichnete Werner-Hans Böhm als oberbayernweites Problem. Ob für Bernau im ehemaligen US-Rasthaus ein solches Haus Wirklichkeit werden wird, konnte Bürgermeister Daiber nicht sagen. „Derzeit verhandeln wir mit vielen Partnern und Interessenten, an einer touristischen Lösung wären wir natürlich selbst sehr interessiert“, so die verhaltene Aussage zu den aktuellen Bemühungen. Von vielfältigen Anstrengungen berichtete auch Hermann Roth als Geschäftsführer des Tourismusverbandes Chiemsee, dessen Beispiele vom gerade laufenden „Rosenheimer Bauernherbst“ bis zum nächstjährigen Messebesuch in China reichten. Bedauert wurde mehrfach, dass im Nachbarland Österreich mehr Finanzen aufgrund anderer Wirtschaftsstrukturen für den Tourismus zur Verfügung stehen. Dennoch sollte man nicht nur auf die Geldmittel alleine schauen – sagte Dorothee Meltl vom gleichnamigen Bootsunternehmen in Bernau. „Wieso überlassen wir in der Werbung und im Marketing das Feld so tatenlos den Österreichern? Lassen wir uns etwas einfallen oder noch besser: hören wir auf, wie das Kaninchen vor der Schlange zu stehen und fangen wir an, mit neuen, kreativen Ideen den Mitbewerbern neue Kunden streitig zu machen“, so die national und international erfolgreiche Unternehmerin der in Bernau ansässigen Firma „Yachten Meltl“.

Wermtustropfen vom Seiseralm- und Seiserhof-Wirt

Ein Wermutstropfen in die von Bernaus Verkehrsamtsleiter organisierte Veranstaltung kam noch von Seiseralm- und Seiserhof-Wirt Peter Wörndl. Er gab bekannt, dass er im Winter eines seiner beiden Häuser vorübergehend schließen und die Hälfte der insgesamt 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werde. „Ich kann mir nicht mehr verdienen als zuzumachen, denn die Kosten und allgemeinen Entwicklungen zwingen mich dazu“, sagte Wörndl. Unter anderem führte er den Tanktourismus ins nahe Österreich als Argument an, denn die meisten Leute verbinden mit dem Tanken gleich einen Ausflug mit Einkehr. Teilnehmer am Bernauer Tourismusgespräch war auch Franz Steindlmüller, der als Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern von Bergham zur Seiseralm führte und auf dem Weg auf  besondere landwirtschaftliche und touristische Eigenheiten hinwies.

Besuch des Präsidenten-Baumes

Vor dem Tourismusgespräch in der Seiseralm besuchte Werner-Hans Böhm noch seinen von ihm vor fünf Jahren gepflanzten Baum beim Wasserhochbehälter in Bergham. Die Buche, die sich inzwischen prächtig entwickelt, steht unmittelbar neben einem weiteren „Präsidenten-Baum“, den einige Jahre zuvor sein Amtsvorgänger Raimund Eberle als Regierungspräsident von Oberbayern pflanzte. Unsere Aufnahme zeigt Werner-Hans Böhm (re.) mit Bürgermeister Klaus Daiber am Baum mit Blick hinunter auf Bernau.

2. Foto: Hötzelsperger

Bei der Wanderung von Bergham zur Seiseralm: von links: Werner-Hans Böhm als Vorsitzender des Tourismusverbandes München-Oberbayern, Franz Steindlmüller vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern, Markus Ritter vom Landesverband Urlaub auf dem Bauernhof in Bayern und Bernhard Schulz vom Verkehrsamt Bernau.

Weitere Informationen: Verkehrsamt Bernau, Bernhard Schulz, Telefon 08051-986820.

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Stand: 26. September 2002