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Bgm. Kaspar Öttl von Aschau i. Chiemgau Interview
 Anlässlich der Landesausstellung 2008

  1. Aschau i. Chiemgau wird im Jahr 2008 (23. April bis 5. Oktober) zusammen mit der Kreisstadt Rosenheim eine Landesausstellung zum Thema „Adel in Bayern“ anbieten. Was können die Einheimischen und Gäste dazu erwarten?

    Im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts wurde die Burg Hohenaschau als Stützpunkt am Eingang zum Oberen Priental erbaut. Die Geschichte unseres Ortes und die Geschichte Bayerns ist stark vom Einfluss des Adels geprägt. Jeder weiß, was mit "Adel" gemeint ist – und doch gibt es da eine Menge Fragen: Wie wurde man adelig? Wie sahen das adelige Land- und Hofleben und die Privilegien aus? Welche bedeutenden Familien gab und gibt es noch heute? Die Ausstellung wird den interessierten Besucher umfassend zu diesem hochinteressanten Thema an Originalschauplätzen und mit zahlreichen Exponaten informieren. Die Landesausstellung 2008 in Aschau i.Chiemgau und Rosenheim wird ein in der gesamten Region herausragendes Ereignis werden.
  1. Im Mittelpunkt des Aschauer Ausstellungsgeschehen wird die Burg Hohenaschau stehen. Was wird dabei das Besondere sein?

    Das Schloß Hohenaschau mit seinem gewaltigen quadratischen Bergfrit ist eine der größten und bedeutendsten Höhenburgen in Oberbayern. In der Vergangenheit war nur ein kleiner Teil des Schlosses bei Schlossführungen und Konzerten der Öffentlichkeit zugänglich. Im Rahmen der Landesausstellung kann erstmals ein weitläufiger Rundgang durch die historischen Räume ermöglicht werden.
  1. Was sind für Sie die Ausstellungs-Höhepunkte?

    Das bedeutendste "lebende Objekt" der Ausstellung ist der "Laubensaal", welcher 1686/87 von Joseph Eder und Jacob Carnutsch als "Lauberhütten", d. h. als barocke Gartenlaube, ausgemalt wurde. Die Malerei bedeckte nicht nur Wände und Decke, sondern auch den Fußboden.
    Ich persönlich freue mich aber besonders auf eine "Porträt-Galerie": Nach 150 Jahren werden zahlreiche Gemälde, z. B. von Johann Carl Joseph von Preysing oder Maria Theresia von Rechberg-Hohenrechberg, die sich in Privatbesitz befinden, wieder an den Ursprungsort zurückgeholt.
  1. Wie kam es dazu, dass gerade Aschau als Ort der Landesausstellung auserwählt worden ist und welche Bedeutung bei der Entscheidungsfindung hatte das umfassende Aschauer Chronik-Werk?

    Die Gemeinde Aschau i.Chiemgau hatte sich aufgrund der geschichtlichen Gegebenheiten im Ort um die Ausrichtung einer Landesausstellung mit diesem Thema beworben. Mit unserer 22-bändigen Ortschronik wurde jahrelang erhebliche Vorarbeit geleistet. Dieses in Bayern wohl einmalige Werk hat bei der Entscheidungsfindung sicher auch eine Rolle gespielt.
  1. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Haus der Bayerischen Geschichte, dem Veranstalter der Ausstellung?

    Mit dem Haus der Bayerischen Geschichte verbinden uns viele persönliche Kontakte, die über Jahre hinweg durch die Arbeit an der Ortschronik entstanden sind. Wir haben die Mitarbeiter als äußerst kompetente Fachkräfte kennen gelernt, auf die Verlass ist.
  1. Welche Rolle spielt der Heimat- und Geschichtsverein?

    Die Landesausstellung bietet den Beteiligten ein breites Betätigungsfeld. Die Gemeinde Aschau i.Chiemgau wird vom Aschauer Heimat- und Geschichtsverein sowohl bei der Vorbereitung, als auch bei der Abwicklung der Landesausstellung  tatkräftig unterstützt. Der personelle Bedarf für Führungen, Aufsicht, Reinigung, Information, Fahrdienst etc. an 166 Ausstellungstagen mit 1.440 Stunden Öffnungszeit ist enorm und wäre ohne ehrenamtliches Engagement finanziell für uns nicht zu bewältigen.
  1. In welcher Form können sich Vereine und interessierte Bürger ehrenamtlich einbringen?

    Von den Vereinen wünschen wir uns ein passendes Rahmenprogramm, das die Ausstellung lebendig ergänzt. Auch die Gewerbetreibenden sind aufgerufen, mit besonderen Angeboten und Dekorationen das Ausstellungsthema in ihrem jeweiligen Bereich aufzugreifen. Unsere Bürger können als Helfer, Sponsor oder ganz einfach durch ihren Besuch und "positive Mundreklame" zum Gelingen der Ausstellung beitragen.
  1. Mit welchen Kosten müssen die Aschauer bzw. die Gemeinde rechnen?

    Die geschätzten Ausgaben für Miete, Personalkosten, bauliche Veränderungen, Werbung usw. liegen bei ca. 200.000 €. Die Gemeinde ist prozentual an den Eintrittserlösen beteiligt. Welcher Betrag letztlich aus dem Haushalt der Gemeinde zu finanzieren ist, hängt von der Besucherzahl ab, die schätzungweise bei 70.000 liegen wird. Bei dieser Besucherzahl würden sich Einnahmen und Ausgaben in etwa ausgleichen.
  1. Arbeiten Sie bzw. die Tourist-Information an speziellen Angebots-Paketen, um im Rahmen der Ausstellung auch neue Übernachtungsgäste zu gewinnen?

    Die Landesausstellung 2008 bietet Aschau i.Chiemgau und der gesamten Region natürlich eine bedeutende touristische Chance, die es zu nutzen gilt. Die Tourist Info wird in enger Zusammenarbeit mit den Betrieben interessante Angebote zusammen stellen.
  1. Wo kann man sich jetzt schon genau über Planungen und Inhalte der Ausstellung informieren?

    In der regionalen Presse und im Gemeindeblatt werden wir laufend über den aktuellen Sachstand berichten. Auskünfte erteilt selbstverständlich auch unsere Tourist Info (Tel. 08052-90490, e-mail: info@aschau.de).

Vielen Dank für das Gespräch, das Interview führte Anton Hötzelsperger

 

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Stand: 06. Februar 2007