derChiemgauer.de

Beitrag

Bauernhausmuseum Amerang um Häuslmannhof aus Aschau reicher
Nach sieben Jahren großer wissenschaftlicher und handwerklicher Leistungen wird der Hof am 16. September der Öffentlichkeit vorgestellt

Amerang (hö) 11.09.07 – Eine Rarität besonderer Art und zugleich ein Beispiel vormals in Oberbayern vorhandener kleinbäuerlicher Verhältnisse bereichert nach siebenjähriger Forschungs- und Arbeitszeit das Bauernhausmuseum Amerang des Bezirkes Oberbayern. Der Häuslmannhof aus dem Jahre 1751 und aus Aschau i. Chiemgau wird am Sonntag, 16. September ab 14 Uhr der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

Der aus Aufham bei Aschau stammende Einfirsthof wurde dem Bezirk Oberbayern von den Besitzern angeboten und dieser nahm das Angebot nach eingehender Prüfung gerne wahr. „Nach Möglichkeit wollen wir von den vielen Objekten, die uns immer wieder  angeboten werden, alle Jahre ein Projekt der Öffentlichkeit vorstellen“, sagte bei einer Vorbesichtigung Frau Dr. Monika Kania-Schütz als Museumsdirektorin des Bezirkes.

Welche Herausforderungen mittels modernster Abbau- und Transferierungstechniken und beim Wiederaufbau des zweigeschossigen Mauerwerkgebäudes zu meistern waren, davon kann nach siebenjähriger wissenschaftlicher und handwerklicher Höchstleistungen Ariane Weidlich als Projektleiterin ein Lied singen. Zusammen mit der örtlichen Museumsleiterin Dr. Claudia Richartz-Sasse und mit Orts-Bürgermeister August Voit wurden alle Koordinierungs-Herausforderungen gemeistert.

Letztlich kostete das Gesamtwerk rund 900.000 Euro, wobei so genannte Dritt-Mittel 15 Prozent waren, der große Rest wurde vom Bezirk aufgebracht. „Die lange und schwierige Bauzeit wurde gefördert von vielen eigenen Leuten und davon, dass sich die Spezialisten und Fachleute über ihren dienstlichen Auftrag sehr stark eingebracht haben sowie dadurch, dass sich zwischen Glentleiten und Amerang ein harmonisches Arbeits-Miteinander entwickelte“, so die Museums-Verantwortlichen.

Jetzt steht der Häuslmannhof in größtmöglicher Originalität wunderschön eingebettet im Gelände des Ameranger Bauernhausmuseums und er bereichert das Museums-Angebot dadurch, weil das Kleinanwesen aus dem Oberen Priental einen Zeitabschnitt bis in die frühen 1970er Jahre zeigt. Das Gebäude mit seinen wissenschaftlichen Dokumentationen gehört nun zum großen Ensemble von Amerang mit insgesamt 18 Projekten und 6 Haupthöfen.

Im Freilichtmuseum Glentleiten bietet der Bezirk Oberbayern insgesamt 60 Gebäude an. Gerade in Zeiten stärkerer Technisierungen in der Landwirtschaft und umfassender Veränderungen in der Lebens- und Wirtschaftswelt bieten die Zeugnisse der Bauernhausmuseen wichtige Einblicke. Im Falle des Häuslmannhofes werden das Gebäude mit seinen Küchen-, Stuben- und weiteren Räumen als stumme Zeugen noch mit filmischen Beiträgen bereichert. Interessant sind die Überlieferungen der ehemaligen Häuslmannhof-Bewohner von Aschau, so vor allem von Maria Steinbach, der von 1888 bis 1979 lebte und die bis ins hohe Alter als Störnäherin tätig war.

Bei der Eröffnung am Sonntag, 16. September geben die Museums-Verantwortlichen nähere Informationen zum Häuslmannhof-Projekt und Franz Jungwirth als Bezirkstagspräsident des Bezirks Oberbayern wird ebenfalls zu Gast und als Redner vor Ort sein.

 

Fotos: Hötzelsperger

 

 

1.      Der Häuslmannhof in Amerang nach dem Aufbau

2.      Herrgottswinkel in der guten Stube

3.      Der Häuslmannhof vor seinem Abbau in Aschau

4.      Alte Ansicht aus Aschau

5.      In der guten Stube von links: Dr. Claudia Richartz-Sasse (Museumsleiterin Amerang), Dr. Monika Kania-Schütz (Museumsdirektorin des Bezirkes Oberbayern), Projektleiterin Ariane Weidlich und Bürgermeister Gust Voit von Amerang.

 

Weitere Informationen: Bauernhausmuseum Amerang, Telefon 08075-1509-0

Schreiben Sie uns Ihre Berichte!

zurück

derChiemgauerreport
copyright by friedrich wilhelm   83209 prien am chiemsee    dickertsmühlstrasse 24    Tel.: 08051/63344

Stand: 20. Oktober 2007