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Traditions-Wirtshaus von St. Salvator hat wieder geöffnet
Interessante, wechselhafte Geschichte – Brotzeitstüberl und Biergarten

St. Salvator (hö) 23.01.07 – Jahrhunderte lang war die Wallfahrtskirche in St. Salvator das einzige Gebäude des Dorfes nahe von Prien a. Chiemsee. 1864 entstand dann in unmittelbarer Nachbarschaft ein Wohnhaus, zu dem 1878 eine Bierbrauerei dazu kam. 1933 wurde dann das mit der Brauerei entstandene Gasthaus „Sankt Salvator“ von Albert Hoffmann übernommen, nachdem bereits vorher 19 Pächter das Gasthaus betrieben hatten. Bis 1975 wurde die Wirtschaft von der Hoffmann-Familie geführt und dann geschlossen. Seit 1. Oktober des vorigen Jahres gibt es das Gasthaus St. Salvator wieder. Als Wirt hat sich Enkel Peter Hinterhölzl daran gemacht, die alte Tradition seiner Großeltern fortzusetzen.

Kirche und Gasthaus von Sankt Salvator (Gemeinde Rimsting) liegen unmittelbar an der Straße von Prien nach Wildenwart/Frasdorf. Einzigartige Spazierwege von Prien über das Eichental führen zum Gotteshaus und zu der Einkehrstätte. Die Wiedereröffnung haben die Wirtsleute Peter Hinterhölzl und Renate Brinkmann in aller Ruhe und Stille vorgenommen. Der Wirt, der vor rund 25 Jahren die Hotelfachschule in Bad Reichenhall besuchte, will mit einfachen Brotzeiten, mit der Salvator-Platte für zwei Personen als Spezialität, mit selbst gemachten Kuchen und mit guten Getränken der Brauerei Wieninger für zufriedene Gäste sorgen.  Ab dem Frühjahr stehen wieder eine Terrasse und ein schattiger Biergarten zur Verfügung. Das Brotzeitstüberl hat rund 30 Sitzplätze. Die früheren Räume wie Hochzeitsstüberl und Veranstaltungs-Saal stehen nach den verschiedenen Veränderungen im Haus nicht mehr zur Verfügung. Wert legen die Wirtsleute darauf, dass Produkte aus der Region auf die Speisenkarte kommen.

Reiche Geschichte – Ursprung des Ludwig-Thoma-Gymnasiums

Das Gasthaus von St. Salvator hat eine reiche Geschichte. 1933 wurde es  von Albert Hoffmann gepachtet, ein Jahr später wurde das Haus von ihm gekauft und neben dem Gasthaus ein separates Stallgebäude errichtet. Während des Krieges waren Zwangsarbeiter aus Frankreich und Rußland im Gasthaus einquartiert, die in Prien zur Arbeit am Flugplatz eingesetzt waren. Nach dem Krieg fanden Heimatvertriebene in St. Salvator eine erste Zuflucht. Als am 25. August 1949 die Priener Realschule ins Leben gerufen wurde, da begann der Unterricht in einem ehemaligen Heubodenraum von 50 qm Größe. Zusätzlich wurden für den Unterricht einige Barracken auf der Wiese aufgestellt.

Nach dem Kauf des Hotels „Kampenwand“ durch die Marktgemeinde Prien zog die Realschule dorthin (ab 1953 hieß die Schule Private Ludwig-Thoma-Realschule und heute ist es das Ludwig-Thoma-Gymnasium). In den Jahren 1958 bis 1968 diente der ehemalige Schulraum der Firma Dirndl Huber für ihre Schneiderei. Der große Saal im Erdgeschoß, der vor 1933 einmal ein Kino beherbergte, wurde in den 70er Jahren als Lager der Firma Systemform genutzt. In den Jahren 1991 bis 2001 war das Gasthaus ein reines Seminarhaus und von 1976 bis 2005 mit einigen Unterbrechungen waren Goethe-Studenten aus aller Welt zu Gast. Heute stehen Einheimischen und Gästen eine gemütliche Gaststube sowie fünf Doppelzimmer und drei Einzelzimmer mit zum Teil restaurierten Bauernmöbeln sowie mit Stilmöbeln aus der Zeit um 1900 zur Verfügung. Die Öffnungszeiten sind donnerstags bis samstags ab 15 Uhr sowie sonn- und feiertags ab 10 Uhr. Nähere Informationen gibt es beim Wirt von St. Salvator, Peter Hinterhölzl, St. Salvator 3, 83253 Rimsting, Telefon 08051-63027.

Foto/s: Hötzelsperger

1.      Die Wirtsleute Peter Hinterhölzl und Renate Brinkmann

2.      Das Gasthaus St. Salvator mit der Kirche

3.      Ansicht von St. Salvator um 1900

 

Weitere Informationen: Wirt von St. Salvator, Peter Hinterhölzl, St. Salvator 3, 83253 Rimsting, Telefon 08051-63027.

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Stand: 06. Februar 2007