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Tourist Info

Tourist-Info Aschau i.Chiemgau · Kampenwandstraße 38  83229 Aschau i.Chiemgau
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KampenwandbahnKampenwandseilbahn

Kleinkabinen-Seilbahn, Baujahr 1957 Talstation: 620 m; am Fuße des Hohenaschauer Schlossberges. Bergstation 1470 m, Kapazität: 4 Personen je Kabine, 300 Personen in einer Stunde. Betriebszeiten: ganzjährig.  Fahrzeit 14 Min. Zeitabstände zwischen den einzelnen Fahrten 50 Sekunden.
Fahrzeiten der Kampenwandbahn:
Mai - Nov. täglich 8.30 - 17.00 Uhr; Juli und August bis 17.30 Uhr; Dez. - Apr. täglich 9.00 - 16.30 Uhr
Familien und Gruppen erhalten Ermäßigung. Sonderermäßigte Frühfahrten von Mai - Nov. zwischen 8.30 und 9.30 Uhr
Kampenwandseilbahn GmbH Postfach 1226, D-83226 Aschau im Chiemgau
Automatisches Infotelefon 08052/9064420 Tel: 08052/4411 Fax: 08052/2508


Hammerwerk mit DrahtzugPrientalmuseum in Hohenaschau

Hier ist die Herrschaftsgeschichte Hohenaschau von den Aschauern um 1150 bis zu den Kramer-Klett dokumentiert. Weiters dargestellt ist die Eisenindustrie der Jahre 1546 bis 1879. Nach dem Museumsbesuch kann im "Burgladerl", einem Krämerladen aus der Zeit der Jahrhundertwende, eingekauft werden.
Geöffnet: April bis Oktober Do. 9.30 - 12.30  -So. 13.30 - 17 Uhr Mai bis September Di. bis Fr. 9.30 - 12.30 Uhr  So. 13.30 - 17 Uhr
83229 Aschau Kampenwandstr. 38 Tel: 08052/904937 Fax: 08052/904945


Schloß Hohenaschau

Schloß HohenaschauHohenaschau lässt alte Ritterträume schwelen. Ich vergesse immer gern, wie jung die Architektur ist. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert. Der aufragende Stolz von Hohenaschau scheint viel älter. Man denkt an Ritterzeiten. Es hat mich stets ein wenig traurig gestimmt, dass die großen Wittelsbacher nur den schwachen Hügel von Wartenberg und die Habsburger bloß das kleine Haus in der Schweiz als Herkunft vorweisen konnten. Beides ist nichts im Vergleich zur Geste von Hohenaschau. Eine solche Burg stellte sich mein Knabenhirn für die Herkunft der großen Geschlechter vor. Welch ein Platz: Mitten im Tal der Fels, Berge links, Berge rechts, prächtiger Wald ringsum, weißblauer Himmel darüber. Die Geschichte ist alt. Älter als der heutige Bau. 

PreysingsaalDas Gebiet um den Chiemsee und das Priental gehörte nach der Christianisierung der Bayuwaren dem Bistum Salzburg. Die Vogtei wurde um 1158 vom Salzburger Erzbischof an die Grafen von Falkenstein-Neuburg übertragen, deren Stammburg bei Flintsbach am Inn lag. Graf Sibotto von Falkenstein ernannte seine (vermutlichen) Verwandten, die Brüder Alhardt (oder Arnold) und Conrad von Hirnsberg zu seinen Ministerialen und gab ihnen das Gebiet um den westlichen Chiemsee sowie das obere Priental zum Lehen. Die beiden Brüder erbauten sich zwischen 1165 und 1170 im Priental eine Burg als Verwaltungssitz, nannten sie "Hohenaschau" nach dem damals schon bestehenden Ort Ascove (deutsch: Eschenau) und nahmen auch selbst diesen Namen an: Arnold und Conrad de Ascove. Die untere Hälfte des ehemaligen Wehrturms, die Grundmauern der Burg sowie Teile der Umfassungsmauer stammen noch aus dieser Zeit.

Tafelstube auf Schloß Hohenaschau 1686/87Den mächtigen Grafen von Falkenstein gehörte Aschau im 12. Jahrhundert. Als ihre Macht brach, fiel es an die ellbogigen Wittelsbacher. In der Stauferzeit erschloss sich dem Sitz die Herrschaft über das ganze Priental. Nach dem Geschlecht der Aschauer kamen ab 1328 die Mautner von Burghausen in den Besitz der Burg, ihnen folgten um 1374 die Freyberg, ab 1610 das Geschlecht der Preysing. 1853 wurde die Burg Hohenaschau das erstemal in ihrer Geschichte verkauft. 1875 kam der gesamte Besitz durch Kauf in die Hände des Freiherrn von Cramer-Klett, der die Burg 1942 wieder veräußerte. Heute noch ist Hohenaschau eine der größten und bedeutendsten Höhenburgen Oberbayerns. Ihre Ausmaße betragen etwa 135 mal 32 Meter.

Die reichen Herren von Freyberg, ein schwäbisch-fränkisches Geschlecht (von 1374—1608), das altadelige Ministerialengeschlecht derer von Preysing (von 1608—1853) und später der Industriebaron von Cramer-Klett (von 1874—1942) waren die wichtigsten Burgherren. Alles davor und dazwischen und danach kann man getrost vergessen.

Schloss HohenaschauZwei Burgherren von Hohenaschau fallen besonders auf: Der eine ist Graf Max II. von Preysing. Er war ein bedeutender Mann am Münchner Hof unter den Kurfürsten Ferdinand Maria und Max Emanuel, war kurfürstlicher Oberstallmeister, Obersthofmarschall, Oberstkämmerer, Obersthofmeister und zuletzt gar Landesadministrator von Bayern.

Der hohe Herr musste nur den Finger schnakeln, schon waren beste oder wenigstens zweitbeste Handwerker und Künstler zur Stelle. So entstand Prunk in Stuck und Holz und Farbe, dessen Überreste heute noch staunen lassen. Hier in Hohenaschau galten die Formen italienischer Architekten und Stukkatoren und die Spielereien Münchner Hofkunst. Das spürt man nicht nur im Schloß, sondern auch in den Kirchen ringsum, in Niederaschau, Sachrang und Grassau.

Die Preysing starben aus. An der Südwand der Pfarrkirche in Prien steht ein merkwürdiges Grabmal. Ein gusseisernes Monument, 3 Teile aufeinandergesetzt und zusammengeschraubt, auf einem Sockel aus Rotmarmor. Das Material erinnert an die Wirkstätte, die Worte an die Herren: Familienbegräbnis der Grafen von Preysing auf Hohenaschau.

Heutiges HohenaschauDen anderen unübersehbaren Herrn auf Hohenaschau, den letzten bedeutenden Wohltäter, den Freiherrn Theodor von Cramer-Klett, lobt ein stattlich gedachtes, aber doch etwas schäbig gewordenes Denkmal, ein Stück hinter dem Brauhaus, nah beim Parkplatz. Er hätte wohl mehr verdient und einen besseren Ehrenplatz.

Er hat dem Tal noch einmal Glanz und Hoffnung gegeben. Er hat in Aschau der Kirche den zweiten Turm geschenkt, er hat die Eisenbahn nach Aschau ausgedacht und auch zum großen Teil selbst bezahlt. Er hat die Kleinindustrie im engen Tal gedacht, er, der Großindustrielle aus Nürnberg. Ein Mann mit Willen und Maß.

Mit seinen Herren hatte Aschau meist Glück. Dennoch verging der Glanz; auch Hohenaschau ist unter die Räder gekommen, leergekauft, dem Gemeinnutz überschrieben. Ein Relikt aus den großen Zeiten des Adelsstandes im bayerisch-herzoglichen und kurfürstlichen Land. Hohenaschau ist heute bloß noch ein Schauobjekt. Von außen ein wunderschönes Geschichtsbuchbild. Das hohe Schloß gibt dem Tal zwischen Scheibenwand und Zellerhorn einen unvergleichlichen bayerischen Gestus.

Stammsitz der Herrschaft Hohenaschau aus dem 12.Jahrhundert. Besichtigung (mit Führung): Mai bis Oktober jeweils Dienstag und Donnerstag 13.30 und 15.00 Uhr Mittwoch und Freitag 10.00 und 11.30 Uhr, Sonntag 13.30 und 15.00 Uhr.  Priental Museum ist zu den Führungszeiten geöffnet

Schloß Hohenaschau ist eine der mächtigsten Burgen am Rand der Alpen. Der imposante Komplex beherrscht von seinem hohen Bergriegel das Priental. Die Ursprünge Hohenaschaus gehen auf das 12. Jahrhundert zurück; im 17. und 20. Jahrhundert wurde es mehrfach umgebaut. Durch einige Räume des Schlosses finden Führungen statt.


Pfarrkirche "Zur Darstellung des Herrn" in Aschau i. Ch.

Pfarrkirche in AschauDas Aschauer Gotteshaus gleicht mit seinen beiden Türmen einer barocken Klosterkirche im bayerisch-österreichischen Raum. Seine Ausmaße sind beachtlich: 47,7 m lang. 23,6 m breit, 11 m hoch. Die Türme ragen ohne Turmkreuz 41 m in die Höhe und bergen seit 1920 vier Stahlglocken. Sowohl die hohen Rundbogenfenster als auch die ovalen Fenster des Umgangs sind breit und ornamental gerahmt. An den Wänden befinden sich zahlreiche Gedenk- und Grabsteine. Das Langhaus ist schlicht und angegliedert mit barocken Kehlgesimsen. Der Dachstuhl wurde 1753 von Ulrich Pertl, Zimmerermeister in Aufham {Aschau), erstellt. Auf dem Dachfirst thront seit 1905 eine metallgetriebene, vergoldete Marienstatue. Das rechteckige Hauptportal hat klassizistische Rahmung, das Tor ein Rokokoschloß von 1753.

Bis 1889 befand sich um die Pfarrkirche der Gemeindefriedhof. Rechts vom Haupteingang erhebt sich über der alten Friedhofsmauer ein kapellenartiger Nischenaufbau, der sogenannte „Ölberg‘ (1753/54), mit einem in Lebensgröße knienden Jesus am Ölberg (um 1700).

Pfarrkirche "Zur Darstellung des Herrn"Ölberg

Großer kapellenartiger Nischenaufbau zwischen dem Südwesteck der Pfarrkirche und dem Pfarrhof, über der alten Friedhofsmauer errichtet. Entstanden etwa 1697, 1753/54 im Zusammenhang mit der Erweiterung der Pfarrkirche in Form der vorherigen neu erbaut. In der Nische zwei Schnitzfiguren, knieender Jesus in Lebensgröße und kleiner Engel auf Wolke mit Kelch und Kreuz (um 1697/1700). Malerei auf der Rückwand neu von Barth. Wappmannsberger, Prien (1957). Im Jahre 1981 restauriert.

Heiliges Grab

Mächtiger theatralischer Kulissenaufbau von drei Flügeln in drei Geschossen. (Außenmaße: 7 m breit, 10 m hoch, 6 m tief) 1797/99 von Sebatian Rechenauer d.Ä., Maler in Unterflintsbach und Sebastian Furtner, Kistler in Hohenaschau nach römischem Vorbild geschaffen, zuletzt 1892 renoviert. Die Gesamtanlage, welche den ganzen alten Chor der Kirche ausfüllte, ist in ihrer Theatralik und illusionistischen Tiefenwirkung noch durchaus barock gedacht, während sich die Malerei stark dem Frühklassizismus angenähert hat. Das Aschauer Heilige Grab war weitberühmt und gehörte zu den umfangreichsten und bedeutendsten Anlagen dieser Art in Bayern. Leider wird es seit Einführung der neuen Osterliturgie nicht mehr aufgebaut.


Ehem. Friedhofskapelle „Zum Hl. Kreuz“ (Kreuzkapelle)

KreuzkapelleNeben der Pfarrkirche wurde zur selben Zeit, als die Pfarrkirche 1753/54 erweitert wurde, an Stelle eines spätmittelalterlichen Karners die Friedhofskapelle Hl. Kreuz errichtet. Stifterin ist die Hofwirtin Maria Anna Schropp. Formschöner Spätbarockbau in der Größe einer kleinen Kirche. Der Schöpfer des Bauplanes ist unbekannt. Kreisrunder Hauptraum mit zwei kleineren Rundräumen (Altarraum und Vorhalle) in der Längsachse.

Altar Frührokoko-Aufbau, reiche Schnitzerei von Lambert Pachmann, 1753/54. Kreuzigungsgruppe, umgeben von trauernden Engeln und fliegenden Putten mit den Leidenswerkzeugen; nach dem Vorbild des Gnadenaltars der Herzogspitalkirche in München. In der Nische der Predella vier Arme Seelen im Fegfeuer, allesamt 1753/54 vom Tölzer Bildhauer Joseph Anton Fröhlich geschaffen. Die mehrfarbige Marmorierung stammt vom Faßmaler Balthasar Furtner von Frauenchiemsee. Holzantependium mit prachtvoller, höfischer Rokokoschnitzerei in Gold und Silber gefasst (1740) aus der Hauskapelle des Preysingpalais. Auf der Mensa vier elegant getriebene Silberleuchter (um 1735) mit eingraviertem Preysingwappen. Das prächtige Rokoko-Eisengitter schuf 1754 Joseph Schultes von Frauenchiemsee. Rookostukkatur von Wolf Steinpeiß aus Attl. Vielfigurige Hauptfresken und kleine Kartuschengemälde von Joseph Tiefenbrunner, Maler in Trautersdorf bei Prien, Hauptfresko im Altarbereich: Aufrichtung der ehernen Schlange durch Moses (Hinweis auf den Kreuztod Jesu). Das große Deckengemälde im Hauptraum verherrlicht den oströmischen Kaiser Heraklius, der das von den Persern geraubte Heilige Kreuz im triumphalen Einzug nach Jerusalem zurückbringt. Auf der Gegenseite desselben Bildes trägt der Kaiser als Büßer das Heilige Kreuz nach Golgotha. Im Westarm das Weltgericht mit dem Sieg des Kreuzes. Die kleineren Seitenfresken im Altar- und Hauptraum zeigen die heiligen Namenspatrone der Stifterfamilie und von Aschauer Geistlichen. Die Seitenwände sind mit kleinen, dunklen Apostelbildern aus der Mitte des 17. Jahrhunderts bemalt.


HöhenbergkircheEhem. Wallfahrtskirche HI. Kreuz (Höhenbergkirche)

Etwa auf halbem Weg von Aschau nach Umrathshausen liegt auf einem Moränenhügel, umgeben von vier Bauernhöfen das ehemalige Wallfahrtskirchlein zum Hl. Kreuz. Es wurde erbaut im letzten Viertel des 15.Jahrhunderts und zuletzt 1982/83 außen renoviert, neubedacht und mit einem kleinen gemauerten Vorhaus versehen. Durch das spätgotische Spikbogenportal (Türflügel von 1690) betritt man das Innere des Gotteshauses, das durch Spitzbogenfenster erhellt ist.

An der Flachdecke von 1730 Darstellung der Auffindung des Hl. Kreuzes durch die Kaiserin Helena, gemahlt 1847 von dem Münchner Franz Stolz.


AbendmahlkapelleEhem. Wallfahrtskapelle „Zum Hl. Abendmahl“ (Abendmahlskapelle)

Das idyllische Waldkirchlein steht am Nordhang des Haindorfer Berges, eines Vorberges der Kampenwand.

Die ehemalige Wallfahrtskapelle zum Heiligen Abendmahl verdankt ihre Entstehung einer als heilkräftig geltenden Quelle. Nach der Volksüberlieferung soll bei diesem Brünnlein schon im 17. Jahrhundert an einem Baum eine kleine Tafel mit der Darstellung des Heiligen Abendmahls aufgehängt worden sein. Die heutige Kapelle wurde an Stelle eines zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichteten Holzkirchleins erbaut. Der Ruf der Wunderquelle neben der Kapelle verbreitete sich bis nach Schwaben und Tirol. Die Kapelle wird noch heute viel besucht. Der rechteckige Gewölbebau und die geräumige Vorhalle tragen Walmdächer; über der eigentlichen Kapelle erhebt sich ein niedriger, achteckiger Holzdachreiter mit Zwiebelkuppel.

Innenansicht AbendmahlkapelleIm Jahre 1968 wurde sie durch einen Brand beschädigt, aber wieder instand gesetzt. 1983 erhielt sie außen und innen einen Neuanstrich. Den kleinen Altar ziert das Hauptgemälde mit der Darstellung des letzten Abendmahls, eine ehemalige Votivtafel aus dem Jahre 1723.

Das Predellenbild zeigt die Fußwaschung Jesu, das Oberbild die Kreuzigung. Auf der Altarmensa stehen sechs Leuchter vom Jahre 1826. Eine Vielzahl von Votivtafeln hängt an den Wänden als Zeugnis tiefer Volksfrömmigkeit. Vor der Kapelle sprudelt die vermutlich sulfathaltige Heilquelle, die den Raiblerschichten des Kampenwandmassivs entstammt.


"Die Hl. sieben Zufluchten" von Jacob Carnutsch, 1687Restkapelle (Kapelle zu den sieben heiligen Zufluchten)

Im Jahr 1686 ließ die Gräfin Maria Anna Adelheid von Preysing-Hohenaschau die Gemahlin des Grafen Maximilian II.,, in dem Aschauer Veldt, alwohin man gemeiniglichmit der Lobl. Erzbruederschaffts procession gehst“, zu Ehren Gottes eine Kapelle errichten. Die bisherige hölzerne „Vorschupfe“ wurde 1766 durch einen gemauerten, mit der alten Kapelle gleichgroßen Vorbau ersetzt. Die Kapelle steht am Weg von Niederaschau nach Weidachwies unter zwei Linden. Sie ist ein kleiner längsrechteckiger Bau von zwei Jochen mit Tonnengewölbe und Giebeldach. Das westliche Joch, der Altarraum ist die eigentliche Kapelle von 1686, das östliche Joch wurde im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts als Vorhaus zugebaut. (Altes Ziegelpflaster). 1994 wurde die Kapelle renoviert. Das vorher im Osten an der Straße liegende breite Flachbogenportal wurde durch eine kleinere, jetzt im Norden liegende Pforte ersetzt.

Der Altar: Das rundbogige Gemälde auf der steinernen Mensa zeigt die sieben heiligen Zufluchten mit knieenden bildnisgetreu wiedergegebenen Stiftern: Links Graf Maximilian von Preysing-Hohenaschau, Gerichtsverwalter Caspar Purkweger, Pfarrvikar Matthias Winkler und fünf weitere Männer; rechts Gräfin Maria Anna Adelheid von Preysing mit ihren zwei Töchtern und sieben Frauen in bürgerlicher und bäuerlicher Tracht. Das Gemälde ist eine Kopie; das Original, 1687 von Jakob Carnutsch gemalt, ist in Privatbesitz.

Kleine Reste der Rokokofresken aus dem Jahr 1770 sind noch an der Decke zu sehen.


Rastkapelle in HohenaschauKapelle „Zur schmerzhaften Rast Jesu Christi“ (Rastkapelle)

Dieses kleine Kirchlein von einheitlich frühbarockem Gepräge wurde an der Straße nach Hohenaschau nördlich des Burgbergs in den Jahren 1647/48 erbaut und zuletzt im Jahr 1981 außen renoviert und im Inneren getüncht. Der schöne frühbarocke Altar stammt aus der Werkstätte des Hohenaschauer Kistlers Sebastian Lettenbichler. In der Rundbogennische sitzt auf einem Felssockel der Schmerzensmann Jesus mit dem Kreuz auf der Schulter (Christus in der Rast). Links unten eingeschnitzt die Initialen „W.S.V.F 1648“ des Stifters (Wolf Scheer von Farnach, Bannrichter der Herrschaft Hohenaschau). In den Zwickeln über der Mittelnische die geschnitzten Wappenkartuschen des Stifters und seiner Ehefrau (Helena Ainhofer).

Innenansicht der RastkapelleIm Auszug: Gottesvater in Halbfigur und Taube des HI. Geistes. In der Predella: Relief vom Herz Jesu in Dornenkrone mit Glorie. Auf der Mensa zwei kleine geschnitzte Reliquiare aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, als ehemalige Kanontafeln verwendet. Seitlich außen zwei stehende Leuchterengel von Jacob Laub aus Wasserburg, um 1650/ 60 geschnitzt. Hölzernes Altarantependium mitgeschnitzter Rokokorahmung aus dem 17. und 18. Jahrhundert. In der bemalten Mittelfläche: Halbfigur des HI. Johann Nepomuk umgeben mit Blumendekor, von Joseph Tiefenbrunner aus Trautersdorf 1761 /62 geschaffen. Vor dem Altar eine hübsche Ampel, eine schöne Gürtlerarbeit (18. Jahrhundert).

Das Gestühl mit den reich rosaillegeschnitzten Wangen stammt vom Hohenaschauer Kistler Lambert Pachmann. Sechs, etwa 75 cm hohe Wandfiguren von Jacob Laub um (1650/60) gearbeitet. Die Konsolen stammen von Sebastian Lettenbichler. Links: Die Heiligen Katharina, Barbara, Helena. Rechts: Die Heiligen Wolfgang, Franz von Assisi, Benedikt.

Auf geschnitzter Konsole mit der Jahreszahl 1659: Fast lebensgroße, wächserne Votivstatue einer stehenden, betenden Dame in reicher Kostümierung. Die Figur stellt dar: Maria Veronika Freiin von Preysing-Hohenaschau, geb. Gräfin Truchseß von Waldburg, die zweite Gemahlin des Freiherrn Max 1. (Lourdesgrotte, Entstehung 19. Jahrhundert).

Gemälde: In Halbfigur die Heiligen Joseph und Antonius mit Jesukind; Mitte 17. Jahrhundert.

An der Rückwand ein aus rotem Marmor gestalteter Inschriftenstein mit den Wappenschildern des Stifterehepaars dieser Kapelle.


Feldkapellen in Hainbach und Höhenberg

Kleine quadratische, offene Feldkapelle mit Kreuzgewölbe und Giebeldach; in den Seitenwänden kleine, oben und unten ausgerundete Fenster. 2. Hälfte 17. Jahrhundert.

Feldkapelle bei Höhenberg am Weg nach Niederaschau. Errichtet um 1700.



Kapelle „St. Antonius von Padua“ in Stein

Weiter im engen Gebirgstal der Prien, halbwegs zwischen Hohenaschau und Sachrang. Der Ortsname Stein rührt von einer seit langem abgegangenen Talsperre (Wehrturm) her. Unmittelbar südlich von Stein verlief bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die Grenze zwischen den Ämtern Aschau und Sachrang. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehört Stein zur Gemeinde Sachrang. - Die Ortschaft bildet im übrigen auch die Grenze zwischen dem Haustyp des Aschauer Tales (Chiemgauer Haus) und dem des Tiroler Unterlandes, das in Sachrang und Umgebung bereits vorherrscht.

Die Kapelle ist ein Anbau an das Schulhaus in Stein und wurde wie dieses 1908 nach Plänen von Architekt Professor Franz Zell, München, erbaut (Stiftung von Freiherr Theodor von Cramer-Klett). Sie ist ein neubarocker, gewölbter Saalraum mit halbrundem Schluß und offener Vorhalle.

Altar: Barocker Säulenaufbau, im wesentlichen aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. (Predella, Säulen, Gebälk und Giebelstücke sowie der geschnitzte Akanthusdekor und Füllhörner); seitliche Rollbaldachine mit Knorpelwerk offenbar etwas älter, das Mittelstück des Altars (Nische mit Baldachin) neubarock. - Nur Figuren. Mitte: Hl. Antonius vP., oben: Muttergottes von Altötting. Seitlich auf Konsole zwei Englein, Ende 17. Jahrhundert.
- Vier Leuchter aus Zinn, drei Kanonentafeln und zwei Leuchter von Gürtlerarbeit sowie zwei reichgeschnitzte Holzleuchter. Sämtlich Rokoko, Mitte 18. Jahrhundert. -Rokoko-Ampel von Gürtlerarbeit, Mitte 18. Jahrhundert, aus der Schloßkapelle Hohenaschau.

Gestühl neubarock. — Einzelgemälde 1) Hl. Aloysius in Halbfigur. Sehr gutes Bild in geschnitztem Rahmen. Wohl italienisch, Anfang 18. Jahrhundert — 2) Hl. Ignatäus v.L., hübsches Hinterglasbild, Anfang 19. Jahrhundert — 3/6) Vier ausgesägte und bemalte Altaraufsätze (Pyramiden) mit Darstellung der hl. Florian, Sebastian, Isidor und Wendelin. Volkstümlich, Ende 18. Jahrhundert — An der Eingangstür ein großes Schloß mit Rankendekor, 1. Hälfte 18. Jahrhundert. Privatbesitz. Nicht zugänglich.


Schloßkapelle zur Hlst. Dreifaltigkeit

SchloßkapelleEine Tafel neben dem Eingang erinnert an den Bau der Kapelle und ihre Einweihung im Jahr 1645. Die Kapelle war ursprünglich ganz einfach und mit einem gemalten Holzaltar ausgestattet, erst 1682 bekam sie eine Einrichtung im Stil des italienischen Barock. 1738 hielt unter Max IV. von Preysing das Rokoko seinen Einzug, um 1908 wieder in den ursprünglichen Barockstil zurückversetzt zu werden. Die üppige Stukkatur stammt von Francesco Brenno, einem Veroneser Stukkateur und wurde1680 angebracht. Er besteht vor allem aus Blumen und Girlanden, besonders schön zu sehen an der Nordwand: zwei lebensgroße Engel halten die Wappenkartuschen des Erbauerehepaares Preysing­Törring.

AltarblattSämtliche Wand- und Deckengemälde stammen von den Priener Malern Josef Eder und Jakob Carnutsch. Das Hauptgemälde an der Decke zeigt die Krönung Mariens durch die Hlst. Dreifaltigkeit, darunter in den Wolken verschiedene Heilige. Im Achskreuz ist ein Marienzyklus angebracht, in den Gewölben sind die vier Evangelisten mit ihren Symbolen in weiten romantischen Landschaften dargestellt und an der Altarwand und den beiden Längswänden die 14 Hl. Nothelfer.

Der barocke Hauptaltar aus italienischem Marmor stammt aus dem 17. Jh. und kommt aus einer Kirche in Verona; er wurde 1905 von Freiherrn v. Cramer-Klett erworben. Das Altarblatt zeigt die Hlst. Dreifaltigkeit in Glorie (Himmlischer Gnadenstuhl) und ist eine Kopie nach einem Bild des Florentiner Malers Francesco Granacci (um 1500). Auf der Mensa steht eine prachtvolle Altargarnitur: sechs große Silberleuchter, vier silberne Rokoko-Maikrüge (Altarvasen) mit gleichfalls silbergetriebenen Maibüschen, alles aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Die Seitenaltäre: Auf der Evangelistenseite ein Maximiliansaltar, als Gegenstück auf der Epistelseite ein Marienaltar. Die Altarblätter malte Johann Babtist Zimmermann im Jahre 1739, die reiche Stuckumrahmung ist aus seiner Werkstatt.

Zu beiden Seiten des Hauptaltars stehen zwei überlebensgroße barocke Schnitzfiguren: links der hl. Antonius von Padua und rechts Joseph mit dem Jesuskind. Die heutige weiße Fassung sowie die Marmorverkleidung an den Wänden stammt aus dem Jahre 1908.

An der Ostwand der Kapelle ein Marmordenkmal für Theodor Freiherr von Kramer-Klett (gest.1938), dargestellt auf dem Totenbett in der Ordenstracht eines päpstlichen Kammerherrn.

Die Kapelle gehört noch der Familie Kramer-Klett und kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.


Ehemalige Tafernwirtschaft - Hotel Post (heute „Residenz Heinz Winkler“)

Ehemalige Tafernwirtschaft heute Residenz Heinz WinklerDas ehemalige Hotel zur Post ist eine alte Hoftaverne der Herrschaft Hohenaschau. Es war früher das angesehendste und bedeutendste Tafernwirtshaus im westlichen Chiemgau und wurde 1405 erstmals erwähnt. Der ältere (östliche) Teil des heutigen Gebäudekomplexes wurde 1680-90 errichtet und präsentiert sich als stattlicher dreigeschossiger Bau mit weit überragendem flachgeneigten Pyramidendach und vier Erkern. Die Fresken an der Ostseite stellen die Hl. Georg und Florian dar. Beachtenswert ist auch das Nasenschild mit Posthorn und Wappen des Freiherrn von Carmer-Klett. Das alte Haus wurde 1990/91 gründlich renoviert.

Auf den Grundmauern der ehemalige Stallungen erbaute Heinz Winkler ein modernes Luxushotel (im Stil dem Stammhaus nachempfunden) mit einem Restaurant, das eine der besten Küchen Deutschlands bietet. Der heutige Name des Hauses: „Residenz Heinz Winkler“.


Ehemaliger Getreidekasten und Bierkeller
(Schloßeinkehr, Lagerhalle Schloßbergstraße)

Heute steht anstelle der Lager und Schuppen die "Schloßeinkehr"Schon 1606 war am Fuß des Hohenaschauer Burgberges „ein Neuer gemauerter gewelbter Pierkheller vnnd darob ein wol versicherter Traidt Cassten“ vorhanden. Beides wurde 1636 neu gebaut. Hundert Jahre später wurden „in dem Schloßperg Felsen... vorwerts bay dennen schon verhandtenen Merzenkellern“ größere Bierkeller errichtet. Die einzelnen Gebäude waren durch unterirdische Gänge miteinander verbunden. 1755 hat man darüber einen Getreidekasten mit Zimmerhütte und Binderwerkstatt gebaut, später das Gebäude nach Westen verlängert.

Nach Umbauarbeiten 1977/78 wurde aus den ehemaligen Bier- und Lagerkellern eine Gaststätte, aus der sich 1994/95 die jetzige "Schloßeinkehr" entwickelte. An der Ostseite der Lagerhalle an der Schloßbergstraße wurde Anfang der 90er Jahre ein Teil der hist. Gewölbe zugunsten eines Parkplatzes eingeschlagen.


Das ehemalige Amtshaus

Das ehem. Amtshaus der Herrschaft Hohenaschau wird vom Verein furDas Gebäude wurde 1776 anstelle eines älteren, an gleicher Stelle stehenden Hauses, für den Amtmann (Scherge) von Aschau erbaut. Seit der zu Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgten Änderung der Amtsbezeichnung „Amtmann“ in „Gerichtsdiener“ erhielt das Gebäude die Bezeichnung Gerichtsdienerhaus. Das ehemalige Amtshaus steht am Fuß des Burgberges gegenüber dem Burghotel. Sowohl seine Gesamtform wie sein überstehendes Flachgiebeldach besitzt bauernhausartigen Charakter. In der Mitte der Giebelfront dominiert ein flachbogiges Portal mit Schräglaibung und altem Oberlichtgitter. Dieses Portal, das Fenster darüber, die zwei Erdgeschoßfenster rechts des Protals und drei kleine Giebelfenster sind noch ursprünglich, alle anderen wurden vergrößert. Am Firstbalken sind die Initialen UP (Ulrich Pertl) und die Jahreszahl 1777 eingekerbt. Über der Tür bezeugen die Wappen den Vorbesitzer: Baron von Cramer-Klett und dessen Gattin, eine geborene von Würzburg. Der Spruch unter dem Giebel lautet: „Nicht Glut, nicht Flut verschlingt was Gottes Schutz umringt.“ 1990 kaufte Architekt Fritz Wüstinger das Gebäude und renovierte es gründlich. Der hintere Teil enthält Wohnungen, den vorderen nutzt der Verein „Kunst und Kultur“ als Galerie.


Ehemaliges Gerichtsschreiberhaus (Burghotel)

Das von Baron Theodor von Cramer-Klett anstelle des "Städlwirtshauses" gebaute Hotel "Zur Burg"Auf einem alten Stich von Simon Warnberger aus „Ansicht des Schlosses Hohenaschau“ (um 1790 entstanden) ähnelt das Gerichtsschreiberhaus sehr stark dem ehemaligen Waisenhaus.

Schon 1606 besaß der Gerichtsschreiber in Hohenaschau ein eigenes Wohn- und Amtshaus: „am mehristen von Holz gepauth und nur eine einzige Seithenwand von Maur gemacht“, so wird es beschrieben. Es glich äußerlich einem Bauernhaus der damaligen Zeit. Gerichtsschreiber Joseph Conrad Wening veranlaßte bald nach seiner Amtsübernahme die Errichtung eines neuen ganz gemauerten Gebäudes, das im Jahr 1750 fertiggestellt wurde (Pläne von Hofbaumeister Joh. Babt. Gunetzrhainer). Nach dem Tod des letzten Gerichtsschreibers Felix Nikolaus Hötzl (gest. 1784) hob Graf Max V. von Preysing das Gerichtsschreiberamt auf und verkaufte das Haus an die Witwe Hötzls unter Erteilung einer Schankgerechtigkeit. Es diente seither als Wirtshaus („Städlwirt“). Ende des 19. Jahrhunderts wurde das alte Gerichtsschreiberhaus abgebrochen und an seiner Stelle das heute noch stehende Burghotel erbaut, (Architekt Franz Zell, „Heimatstil“) Altbaurenovierung 1987/90, Anbau 1989/91.


Petershof

Das alte "Schwaiger-Haus" in Hohenaschau, heute als "Petershof" bekanntAuffallend ist das Gebäude neben dem ehemaligen Waisenhaus wegen seiner russisch anmutenden Malereien. Seit 1671 ist hier der „Bäcker von Stad1‘, später dann „Schwaigerbäck‘ nachweisbar. In dem Haus war die Bäckerei des Ortes Hohenaschau untergebracht, der damals allgemein „Stadl“ genannt wurde (bei den Sadln = Ställen).

1971 kauften die Eheleute Peters das Gebäude. Sergej Peters war akademischer Maler, auch Ikonenmaler und kam nach dem Krieg aus Rußland. Die in unserer Gegend so fremdartig wirkenden Malereien sowie die kyrillischen Inschriften am Haus brachte er selbst an und eröffnete darin ein russisches Restaurant, den „Petershof‘. Der Name blieb auch nach dem Tod von Peters erhalten; das Restaurant wurde geschlossen und das Anwesen verkauft. Es ist heute in Privatbesitz und wird als Schülerferienheim genutzt.

 

Wanderzentrum Kampenwand 

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Skizentrum Kampenwand

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