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Erste uns aus Funden bekannt gewordene Bewohner am
Chiemsee waren Kelten (ca.300v.Chr.) und Römer (bis etwa 400n.Chr.).
Das Römermuseum in unserem Nachbarort Seebruck zeigt erstaunlich viele
Beispiele ihrer Kultur. Gollenshausen soll seinen Namen von einer
römischen Familie haben, die eine Villa am aussichtsreichen Hochufer
baute. Schon um 620 sollen irische Mönche erste Einsiedeleien und die
Chiemsee—Klöster eingerichtet haben. Was aber gewiss ist:
Bayernherzog Tassilo III. gründete 772 das
Benediktinerinnenstift auf der Fraueninsel. Als "Hofmark"
gehörte Gstadt mit seiner Pfarrkirche St.Petri, eines der ältesten
Gotteshäuser im Chiemgau, zum Kloster. Vom “Gestade“ legten die
Boote zur kürzesten Überfahrt nach der Insel ab. Und so blieb es bis
heute: Die Chiemseeschiffe haben hier einen wichtigen Hafen.
Golduneshusa (Gollenshausen) wurde erstmals 924 urkundlich erwähnt.
Damals soll schon eine Kirche gestanden haben. Die spätgotische
St.Simon- und Judas Kirche aus dem 15. Jahrhundert ist heute sehenswert
wegen ihrer Fresken an der südlichen Außenwand (1430 entstanden).
Durch die Jahrhunderte blieben unsere beiden
Dörfer und die 13 Weiler, die zum Gemeindegebiet gehören, der
Landwirtschaft treu. Industrielle Ansiedlungen blieben uns
erspart; die freie Landschaft hat immer noch Vorrang. Und so soll es
bleiben.
Die ersten Touristen kamen zu uns, als es noch keine Eisenbahn
gab. Sie fuhren mit der Postkutsche von München über Rosenheim und
machten die Fußwanderung von der Station Weisham (an der Straße
Rosenheim—Seebruck) bis nach Gstadt. Ihr Ziel war die Fraueninsel.
Kunstmaler der Münchner Schule, allen voran Max Haushofer, hatten ab
1828 ihre “Sommerfrische“ entdeckt. Ihnen folgten Dichter wie Felix
Dahn, Viktor von Scheffel und Schriftsteller wie Steinheil und Eugen
Ortner. 1934 malte der Expressionist Max Beckmann in Gstadt, und die
Reihe berühmter Persönlichkeiten, die bei uns gerne weilten, ließe
sich fortsetzen. Etliche Werke von Heinrich Heidner, Prof.Albert Stagura,
Max Märtens, Hermann Gröber und anderen berühmten Chiemsee-Malern
hängen noch heute in den Gaststuben der Wirtshäuser. |