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Sehenswertes Rimsting
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Gemeindebücherei
Verkehrsamt Rimsting Schulstraße 4 83253 Rimsting
Öffnungszeiten Di+Fr 16.30-18.30, Eingang zwischen Rathaus und Grundschule
Rimsting
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Rimstinger
Steinlehrpfad
Steinlehrpfad:Der
Steinlehrpfad der Gemeinde Rimsting wurde entlang des Fußweges an der Prien bei
Westernach angelegt. Außerdem befinden sich im Ortskern von Rimsting noch weitere 5
Findlinge (Gaststätte Kupferkanne, Brunnen an der Kirche, Grundschule, "Adler"
an der Kreuzung Priener Str./Greimhartinger Str. und am Hallenbad). Die Findlinge wurden
mit geologischen Texterläuterungen versehen, die über Alter, Herkunft, Gesteinsart usw.
informieren.
Fremdlinge: Das Material, aus dem die Moränen bestehen, stammt
naturgemäß aus dem Einzugsbereich der jeweiligen Gletscher. So kommt es, daß Gesteine
im Chiemgau vorkommen, die aus den entlegensten Teilen der Zentralalpen stammen. Da sie
somit eigentlich fremde Bestandteile der Landschaft sind, werden diese Fremdgesteine als
Findlinge oder "erratische Blöcke" bezeichnet. Der letztere Ausdruck leitet
sich vom lateinischen Wort errare ab, was soviel bedeutet, wie irren oder sich verirren.
Ablagerung: Im Vergleich mit dem mehrere Kilometer mächtigen
Gesteinspaketen des tiefen Untergrundes sind die eiszeitlichen Ablagerungen des
Alpenvorlandes nur eine dünne Decke. Die bis zu mehrere Kilometer dicken Gesteinsstapel
und Strukturen des tieferen Untergrunds bildeten sich während der 250 Millionen Jahre
dauernden Alpenentstehung aus den Ablagerungen von mindestens vier Meeren. Die
Moränenwälle von Chiemsee- und Jnn-Gletscher zeigen den Maximalvorstoß und die Rückzugsstadien
des Eises an.
Leitgeschiebe: Aus der Zusammensetzung der Findlmge kann man manchmal
sehr genau ablesen, woher sie stammen. So können Granite und Basalte im Chiemgau nur aus
dem Teil der Zentralalpen stammen, aus denen das Eis des Inn-Gletschers stammte. Auch die
Umwandlungsgesteine wie z. B. Gneis, Glimmerschiefer, Quarzit und Amphibolit haben ihren
Ursprung in den Zentralalpen. Auch manche Ablagerungsgesteine aus den Kalkalpen oder den
Voralpen sind so typisch, daß man ihre Herkunft ziemlich genau lokalisieren kann. Ein
ganz typisches Gestein z. B. der "Haberkörndl-stein", das Roten von Neubeuern
am Inn, das im Einzugsbereich des Inngletschers eben nur dort vorkommt. Auch das Kundler
Konglomerat aus Kundl im Inntal ist ein solches Leitgeschiebe. Die Findlinge haben alle
ein Alter von vielen Millionen Jahren und entstammen dem alten geologischen Unterbau,
dessen Entwicklung im südbayerischcn Raum mindestens 250 Millionen Jahre dauerte. In den
Strukturen der Zentralalpen sind noch viel ältere Gesteine mit eingebaut. Die
eiszeitlichen Ablagerungen sind maximal 2 Millionen Jahre alt und bedecken die Gesteine
des geologischen Unterbaus als vergleichsweise hauchdünne Decke. Die grundlegende
Charakteristik der Chiemgauer Landschaft, das Aneinandergrenzen von Hochgebirge und
Flachland, ist eine Folge der Alpenentstehung. Die Gletscher gaben der Chiemgauer
Landschaft "nur" den letzten Schliff.
Moränen: Vor ca. 10.000 Jahren endete auch im Chiemgau die Eiszeit.
Davor beherrschten und formten Gletscher die Landschaft. Wie riesige Eiszungen strömten
sie aus den Alpentälern und hobelten dabei die Täler aus. Sobald das Eis der Gletscher
aus den engen Tälern ins flache Land gelangte, floß es wie zäher Teig auseinander und
bildete vor der Alpenkette riesige Eislappen, die besonders an den Rändern abschmolzen.
Dadurch wurde das im Eis mittransportierte Gesteinsmaterial wieder frei und sammelte sich
am Eisrand zu wallförmigen Schuttmassen, den Moränenwällen an. Da die Gletscher wie
riesige Förderbänder ständig neues Eis mit Gesteinschutt herantransportierten, konnten
sich über die Jahrtausende ganze Moränenstaffeln bilden, die die Stammbecken der
Gletscher umkränzen. Das Stammbecken des Tiroler Achen-Gletschers ist durch den Chiemsee
markiert.Die Gemeinde Rimsting dankt der Firma Georg
Heindl für die Schenkung der Findlinge und der
Gemeinde Siegsdorf für die geologische Auswertung durch Herrn Dr. Darga. |
Obst - und
Kulturweg
Wir beginnen unseren Weg in der um 1158
gegründeten Marktgemeinde Prien mit ihrer bedeutenden, vom Münchner Hofkünstler Johann
Baptist Zimmermann ausgestatteten Rokokokirche (1738). Unser Weg führt vom nördlichen
Ortsausgang entlang der Prien durch das Eichental mit seinem parkähnlichen
hundertjährigen Baumbestand an Buchen und Eichen.
Nach Uberqueren der Prien öffnet sich der Blick zur Wallfahrtskirche St. Salvator, die im
Hochmittelalter entstand. Die heutige Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, das
Gnadenbild des leidenden Heilands aus der Zeit um 1600.
Jenseits der Hauptstraße stoßen wir auf den 1985 mit dem Winzerverein Randersacker
angelegten Weingarten. Der alte Flurname »Weinberg« belegt, daß hier bis ins
Mittelalter Wein angebaut wurde. Fünf Rebsorten werden hinsichtlich Ertrag, Klimaeignung
und Widerstandskraft erprobt. Das Bildstöckl ist St. Urban, dem Schutzpatron der Winzer
geweiht (1991).
Vorbei an der Wasserreserve der Gemeinde Prien betreten wir das Gemeindegebiet von
Rimsting und gelangen zur 1928 erbauten Kriegergedächtniskapelle bei Pinswang. Im Inneren
befindet sich ein neugotischer Altar mit einer Darstellung der Muttergottes von
Altötting.
Pinswang 927 erstmals urkundlich erwähnt entstand aus einem Maierhof des
Erzbischofs von Salzburg. Der Ortsname verweist auf eine mit Binsen bewachsene Wiese.
Weiter führt uns der Weg durch ein Waldstück nach Hörzing. Der Ort liegt in einer
frostgefährdeten Bachmulde. Man erkennt, wie aus diesem Grund die Obstbäume förmlich
den Hügel hinauf drängen. Bei Hörzing trifft der von Rimsting ausgehende Wegabschnitt
auf die Hauptroute.
Von Krinning nach Greimharting führt ein alter Kirchenweg an einem Moränenrücken
entlang. Der trockene Standort und die luftige Lage kommen den Kirschbäumen entgegen.
Rund 20 verschiedene Sorten wurden im Vergleich zueinander gepflanzt.
Das nach seinem Gründer Grimhart benannte Greimharting war Sitz eines niederen
Adelsgeschlechts. Aus den Steinen der ehemaligen Burg wurde um 1370 die Kirche St. Petrus
und Leonhard erbaut (Buckelquader am Turm). Der Leonhardi-Ritt im November ist nach wie
vor ein besonderes Ereignis für das Dorf.
Nach einem Waldstück geht es steil nach Osterhofen hinauf. Hier eröffnet sich erstmals
ein herrlicher Blick auf den Chiemsee. An Osterhofen wird die Bedeutung der bäuerlichen
Obstgärten als Ortseingrünung besonders deutlich.
An der Trinkwasserreserve der Gemeinde Rimsting wurden seltene, empfindliche Obstarten
gepflanzt, wie z. B. die germanische Mispel, die Maulbeere und der Speierling (Baum des
Jahres 1993).
Am Ortseingang von Dirnsberg stehen große alte Birnbäume. Sie sind die klassischen
Hofbäume. Manche Sorten eignen sich besonders zum Schnapsbrennen (Croazbirne), andere zum
Mosten und zum Kletzen-Darren (Gänskragen). Das beeindruckenste Gebäude Dirnsbergs ist
der alte »Moarhof« mit unverputztem Mischmauerwerk und Backsteingliederung aus der Mitte
des 19. Jahrhunderts.
Nordwestlich des Ortes nähern wir uns dem mit 690 Metern höchsten Punkt des Obst- und
Kulturweges. Zur Eröffnung des Weges wurde hier ein Bildstock zu Ehren der Hl. Gertraud
geweiht. Sie ist die Schutzpatronin der Gärtner. Möge sie die Arbeit der Obst- und
Gartenbauvereine unterstützen. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die etwa
10 km entfernte Alpenkette.
In Gattern kommen wir links an einem »Bauernsachl« vorbei. Obstgarten, Spalier und Gartl,
ja selbst der Misthaufen ergänzen sich zu einem harmonischen Ganzen. Die alten Obstbäume
bleiben erhalten und so manches ausgefaulte Astloch bietet eine Nistgelegenheit für
Singvögel und andere Kleintiere.
Einige Meter links, abseits unseres Weges, steht die Kapelle zur »Unbefleckten
Empfängnis«, die 1781 von den Bauern aus Ratzing und Gattern errichtet wurde. Die
Kapelle ist mit einer schönen Rokokostukkatur und einem Stuckaltar, an dem sich seitlich
die Figuren des Hl. Rupert und Martin befinden, ausgestattet. Nach Gattern öffnet sich
erstmals der Blick zum 220 m tiefer liegenden Simssee.
Am Ubergang eines Grabens unterhalb Hocheck steht das Naturdenkmal »Holzmann-Eibe«. Der
Baum ist wohl einige hundert Jahre alt, vielleicht hat er sogar schon die Ritter des
nahegelegenden, kaum zugänglichen Speckerturmes (13. Jahrhundert) »gesehen«. Eiben gibt
es hier relativ häufig. Sie sollen von den Rittern zum Herstellen von Pfeil und Bogen
genutzt worden sein.
Von dem Weiler Holzberg aus haben wir einen schönen Blick auf die kleine Andreaskirche
von Thalkirchen mit ihrem barocken Zwiebelturm von 1676. Darüber erhebt sich der massive
Sattelturm der ehemaligen Wallfahrtskirche »Maria auf dem Berg« von Hirnsberg, die
vermutlich aus den Uberresten der 1378 zerstörten Burg der Herren von Hirnsberg erbaut
wurde. Hirnsberg erreicht man von Letten aus zu Fuß in rund 20 Minuten.
Von Letten (benannt nach der lehmigen Bodenbeschaffenheit) führt der Weg weiter in das
Landschaftsschutzgebiet der Thalkirchner Ache. Entlang der Talsohle findet man wegen der
Blütenfrostgefahr wenig Obstbäume. Zudem hat es vor der Bachregulierung häufig
Uberschwemmungen gegeben, was sich auf die sauerstoffliebenden Obstbaumwurzeln negativ
auswirkt.
Ein hervorragendes Obstbaugebiet ist die etwas höhergelegene Ortschaft Ulperting. Der
Ringerbauer hatte einen »Pelzgarten« (kleine Baumschule) und versorgte die Gegend mit
Obstbäumen. Viele alte Sorten, wie »Coulons Renette«, »Damason-Renette«,
»Geflammter Kardinal« und »Gänskragen« wurden so verbreitet und erhalten. Der
Kräuterlikör des »Ringer« ist immer noch ein streng gehütetes Brennerrezept.
Uber Hitzing kommen wir nach Bach, wo sich unser Weg trennt. Linker Hand erreicht man die
durch ihre Südlage klimatisch begünstigten Orte Wensing, Schering, Gänsbach und
Greimharting. Der »Wensinger« hat eine Brennerei. Der dichte, alte Obstgarten weist
darauf hin.
Rechter Hand beginnt die lange, etwas flacher verlaufende Südroute. Nach Uberqueren der
Kreisstraße erreichen wir Zacking. Im Obstgarten des »Kainzenhofes« steht eine 1636
errichtete Pestsäule. Der heutige Waldweg nach Arbing war im Mittelalter ein Teil einer
wichtigen Nord-Süd-Verbindung. Bei Arbing wurden einige Mostbirnsorten gepflanz: Sie
stammen aus dem österreichischen Mostviertel und sollen auf ihre Eignung im hiesigen
Klima erprobt werden.
Vom Ende des 17. Jahrhunderts stammt die kleine Kapelle von Ärbing mit ihrem
Marienaltärchen, das danebenstehende Steinmarterl von 1702.
Der Rotmarmor-Gedenkstein von 1647 bei Siggenham erinnert an den tödlichen Unfall des
Freiherrn Ferdinana von Schurrf. Er stürzte an dieser Stelle vom Pferd.
Vorbei an der Grabl-Mühle steigen wir in das Priental hinab. Ein kleines technisches
Denkmal ist das Elektrizitätswerk der Gemeinde Prien, das 1906 nach Plänen von Oskar von
Miller, dem Gründer des Deutschen Museums, errichtet wurde.
Auf einem ruhigen, erfrischenden Weg erreichen wir schließlich wieder Prien, den
Ausgangspunkt unserer Wanderung.
Dorf und Landschaft sind
Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanze. Der Obst- und Kultur-Wanderweg Ratzinger
Höhe soll dazu beitragen, daß Dorf- und Landschaftsbestandteile erkannt und erhalten
werden.
Der alte bäuerliche Obstgarten ist
Eingrünung von Hof und Dorf
Nebenerwerb für den Landwirt
Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Entlang des Weges wurden viele verschiedene Obstsorten gepflanzt
zum Kennenlernen der Frucht
zum Schneiden von Edelreisern
zum Vergleichen der Standortansprüche
zum Erhalten der Sorten
Kulturdenkmäler wie Kirchen, Kapellen und Feldkreuze geben Zeugnis von Glauben und
Brauchtum in der Bevölkerung.
Strecken- und Zeitaufwand: südliche Schleife: 9 km 2 1/2 Std. nördliche Schleife: 8km
2 1/2 Std.
Höhenunterschiede:
Prien: 540m
Ratzinger Höhe: 690 m
Letten: 480m |
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