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Sehenswertes Rimsting
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Verkehrsamt Rimsting

Verkehrsamt Rimsting Schulstraße 4 83253 Rimsting
Tel: 08051/687621 Fax: 08051/687644
Internet: www.rimsting.de E-Mail: info@rimsting.de 
Verkehrsamt www.wellness-urlaub-chiemsee.de  E-Mail: verkehrsamt@rimsting.de  

Saisonzeiten:                             Öffnungszeiten Touristbüro Rathaus:

Vorsaison:     
1.1.-31.5.2008       Mo-Do 8-12 Uhr + 13-16.30 Uhr,Fr 8-12 Uhr
Hauptsaison:  1.6.-30.9.2008       Mo-Fr 8.30-12 Uhr + 13-18 Uhr
                                                  Samstage im August: 10-12 Uhr
Nachsaison:   1.10.-31.12.2008     Mo-Do 8-12 Uhr + 13-16.30 Uhr,Fr 8-12 Uhr


KioskKiosk an der Strandanlage

Verkehrsamt Rimsting Schulstraße 4 83253 Rimsting


BüchereiGemeindebücherei

Verkehrsamt Rimsting Schulstraße 4 83253 Rimsting
Öffnungszeiten Di+Fr 16.30-18.30, Eingang zwischen Rathaus und Grundschule Rimsting


Rimstinger Steinlehrpfad

Steinlehrpfad:Der Steinlehrpfad der Gemeinde Rimsting wurde entlang des Fußweges an der Prien bei Westernach angelegt. Außerdem befinden sich im Ortskern von Rimsting noch weitere 5 Findlinge (Gaststätte Kupferkanne, Brunnen an der Kirche, Grundschule, "Adler" an der Kreuzung Priener Str./Greimhartinger Str. und am Hallenbad). Die Findlinge wurden mit geologischen Texterläuterungen versehen, die über Alter, Herkunft, Gesteinsart usw. informieren.
Fremdlinge: Das Material, aus dem die Moränen bestehen, stammt naturgemäß aus dem Einzugsbereich der jeweiligen Gletscher. So kommt es, daß Gesteine im Chiemgau vorkommen, die aus den entlegensten Teilen der Zentralalpen stammen. Da sie somit eigentlich fremde Bestandteile der Landschaft sind, werden diese Fremdgesteine als Findlinge oder "erratische Blöcke" bezeichnet. Der letztere Ausdruck leitet sich vom lateinischen Wort errare ab, was soviel bedeutet, wie irren oder sich verirren.
Ablagerung: Im Vergleich mit dem mehrere Kilometer mächtigen Gesteinspaketen des tiefen Untergrundes sind die eiszeitlichen Ablagerungen des Alpenvorlandes nur eine dünne Decke. Die bis zu mehrere Kilometer dicken Gesteinsstapel und Strukturen des tieferen Untergrunds bildeten sich während der 250 Millionen Jahre dauernden Alpenentstehung aus den Ablagerungen von mindestens vier Meeren. Die Moränenwälle von Chiemsee- und Jnn-Gletscher zeigen den Maximalvorstoß und die Rückzugsstadien des Eises an.
Leitgeschiebe: Aus der Zusammensetzung der Findlmge kann man manchmal sehr genau ablesen, woher sie stammen. So können Granite und Basalte im Chiemgau nur aus dem Teil der Zentralalpen stammen, aus denen das Eis des Inn-Gletschers stammte. Auch die Umwandlungsgesteine wie z. B. Gneis, Glimmerschiefer, Quarzit und Amphibolit haben ihren Ursprung in den Zentralalpen. Auch manche Ablagerungsgesteine aus den Kalkalpen oder den Voralpen sind so typisch, daß man ihre Herkunft ziemlich genau lokalisieren kann. Ein ganz typisches Gestein z. B. der "Haberkörndl-stein", das Roten von Neubeuern am Inn, das im Einzugsbereich des Inngletschers eben nur dort vorkommt. Auch das Kundler Konglomerat aus Kundl im Inntal ist ein solches Leitgeschiebe. Die Findlinge haben alle ein Alter von vielen Millionen Jahren und entstammen dem alten geologischen Unterbau, dessen Entwicklung im südbayerischcn Raum mindestens 250 Millionen Jahre dauerte. In den Strukturen der Zentralalpen sind noch viel ältere Gesteine mit eingebaut. Die eiszeitlichen Ablagerungen sind maximal 2 Millionen Jahre alt und bedecken die Gesteine des geologischen Unterbaus als vergleichsweise hauchdünne Decke. Die grundlegende Charakteristik der Chiemgauer Landschaft, das Aneinandergrenzen von Hochgebirge und Flachland, ist eine Folge der Alpenentstehung. Die Gletscher gaben der Chiemgauer Landschaft "nur" den letzten Schliff.
Moränen: Vor ca. 10.000 Jahren endete auch im Chiemgau die Eiszeit. Davor beherrschten und formten Gletscher die Landschaft. Wie riesige Eiszungen strömten sie aus den Alpentälern und hobelten dabei die Täler aus. Sobald das Eis der Gletscher aus den engen Tälern ins flache Land gelangte, floß es wie zäher Teig auseinander und bildete vor der Alpenkette riesige Eislappen, die besonders an den Rändern abschmolzen. Dadurch wurde das im Eis mittransportierte Gesteinsmaterial wieder frei und sammelte sich am Eisrand zu wallförmigen Schuttmassen, den Moränenwällen an. Da die Gletscher wie riesige Förderbänder ständig neues Eis mit Gesteinschutt herantransportierten, konnten sich über die Jahrtausende ganze Moränenstaffeln bilden, die die Stammbecken der Gletscher umkränzen. Das Stammbecken des Tiroler Achen-Gletschers ist durch den Chiemsee markiert.

Die Gemeinde Rimsting dankt der Firma Georg Heindl für die Schenkung der Findlinge und der Gemeinde Siegsdorf für die geologische Auswertung durch Herrn Dr. Darga.


Obst - und Kulturweg

Wir beginnen unseren Weg in der um 1158 gegründeten Marktgemeinde Prien mit ihrer bedeutenden, vom Münchner Hofkünstler Johann Baptist Zimmermann ausgestatteten Rokokokirche (1738). Unser Weg führt vom nördlichen Ortsausgang entlang der Prien durch das Eichental mit seinem parkähnlichen hundertjährigen Baumbestand an Buchen und Eichen.
Nach Uberqueren der Prien öffnet sich der Blick zur Wallfahrtskirche St. Salvator, die im Hochmittelalter entstand. Die heutige Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, das Gnadenbild des leidenden Heilands aus der Zeit um 1600.
Jenseits der Hauptstraße stoßen wir auf den 1985 mit dem Winzerverein Randersacker angelegten Weingarten. Der alte Flurname »Weinberg« belegt, daß hier bis ins Mittelalter Wein angebaut wurde. Fünf Rebsorten werden hinsichtlich Ertrag, Klimaeignung und Widerstandskraft erprobt. Das Bildstöckl ist St. Urban, dem Schutzpatron der Winzer geweiht (1991).
Vorbei an der Wasserreserve der Gemeinde Prien betreten wir das Gemeindegebiet von Rimsting und gelangen zur 1928 erbauten Kriegergedächtniskapelle bei Pinswang. Im Inneren befindet sich ein neugotischer Altar mit einer Darstellung der Muttergottes von Altötting.
Pinswang — 927 erstmals urkundlich erwähnt — entstand aus einem Maierhof des Erzbischofs von Salzburg. Der Ortsname verweist auf eine mit Binsen bewachsene Wiese.
Weiter führt uns der Weg durch ein Waldstück nach Hörzing. Der Ort liegt in einer frostgefährdeten Bachmulde. Man erkennt, wie aus diesem Grund die Obstbäume förmlich den Hügel hinauf drängen. Bei Hörzing trifft der von Rimsting ausgehende Wegabschnitt auf die Hauptroute.
Von Krinning nach Greimharting führt ein alter Kirchenweg an einem Moränenrücken entlang. Der trockene Standort und die luftige Lage kommen den Kirschbäumen entgegen. Rund 20 verschiedene Sorten wurden im Vergleich zueinander gepflanzt.
Das nach seinem Gründer Grimhart benannte Greimharting war Sitz eines niederen Adelsgeschlechts. Aus den Steinen der ehemaligen Burg wurde um 1370 die Kirche St. Petrus und Leonhard erbaut (Buckelquader am Turm). Der Leonhardi-Ritt im November ist nach wie vor ein besonderes Ereignis für das Dorf.
Nach einem Waldstück geht es steil nach Osterhofen hinauf. Hier eröffnet sich erstmals ein herrlicher Blick auf den Chiemsee. An Osterhofen wird die Bedeutung der bäuerlichen Obstgärten als Ortseingrünung besonders deutlich.
An der Trinkwasserreserve der Gemeinde Rimsting wurden seltene, empfindliche Obstarten gepflanzt, wie z. B. die germanische Mispel, die Maulbeere und der Speierling (Baum des Jahres 1993).
Am Ortseingang von Dirnsberg stehen große alte Birnbäume. Sie sind die klassischen Hofbäume. Manche Sorten eignen sich besonders zum Schnapsbrennen (Croazbirne), andere zum Mosten und zum Kletzen-Darren (Gänskragen). Das beeindruckenste Gebäude Dirnsbergs ist der alte »Moarhof« mit unverputztem Mischmauerwerk und Backsteingliederung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Nordwestlich des Ortes nähern wir uns dem mit 690 Metern höchsten Punkt des Obst- und Kulturweges. Zur Eröffnung des Weges wurde hier ein Bildstock zu Ehren der Hl. Gertraud geweiht. Sie ist die Schutzpatronin der Gärtner. Möge sie die Arbeit der Obst- und Gartenbauvereine unterstützen. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die etwa 10 km entfernte Alpenkette.
In Gattern kommen wir links an einem »Bauernsachl« vorbei. Obstgarten, Spalier und Gartl, ja selbst der Misthaufen ergänzen sich zu einem harmonischen Ganzen. Die alten Obstbäume bleiben erhalten und so manches ausgefaulte Astloch bietet eine Nistgelegenheit für Singvögel und andere Kleintiere.
Einige Meter links, abseits unseres Weges, steht die Kapelle zur »Unbefleckten Empfängnis«, die 1781 von den Bauern aus Ratzing und Gattern errichtet wurde. Die Kapelle ist mit einer schönen Rokokostukkatur und einem Stuckaltar, an dem sich seitlich die Figuren des Hl. Rupert und Martin befinden, ausgestattet. Nach Gattern öffnet sich erstmals der Blick zum 220 m tiefer liegenden Simssee.
Am Ubergang eines Grabens unterhalb Hocheck steht das Naturdenkmal »Holzmann-Eibe«. Der Baum ist wohl einige hundert Jahre alt, vielleicht hat er sogar schon die Ritter des nahegelegenden, kaum zugänglichen Speckerturmes (13. Jahrhundert) »gesehen«. Eiben gibt es hier relativ häufig. Sie sollen von den Rittern zum Herstellen von Pfeil und Bogen genutzt worden sein.
Von dem Weiler Holzberg aus haben wir einen schönen Blick auf die kleine Andreaskirche von Thalkirchen mit ihrem barocken Zwiebelturm von 1676. Darüber erhebt sich der massive Sattelturm der ehemaligen Wallfahrtskirche »Maria auf dem Berg« von Hirnsberg, die vermutlich aus den Uberresten der 1378 zerstörten Burg der Herren von Hirnsberg erbaut wurde. Hirnsberg erreicht man von Letten aus zu Fuß in rund 20 Minuten.
Von Letten (benannt nach der lehmigen Bodenbeschaffenheit) führt der Weg weiter in das Landschaftsschutzgebiet der Thalkirchner Ache. Entlang der Talsohle findet man wegen der Blütenfrostgefahr wenig Obstbäume. Zudem hat es vor der Bachregulierung häufig Uberschwemmungen gegeben, was sich auf die sauerstoffliebenden Obstbaumwurzeln negativ auswirkt.
Ein hervorragendes Obstbaugebiet ist die etwas höhergelegene Ortschaft Ulperting. Der Ringerbauer hatte einen »Pelzgarten« (kleine Baumschule) und versorgte die Gegend mit Obstbäumen. Viele alte Sorten, wie »Coulon‘s Renette«, »Damason-Renette«, »Geflammter Kardinal« und »Gänskragen« wurden so verbreitet und erhalten. Der Kräuterlikör des »Ringer« ist immer noch ein streng gehütetes Brennerrezept.
Uber Hitzing kommen wir nach Bach, wo sich unser Weg trennt. Linker Hand erreicht man die durch ihre Südlage klimatisch begünstigten Orte Wensing, Schering, Gänsbach und Greimharting. Der »Wensinger« hat eine Brennerei. Der dichte, alte Obstgarten weist darauf hin.
Rechter Hand beginnt die lange, etwas flacher verlaufende Südroute. Nach Uberqueren der Kreisstraße erreichen wir Zacking. Im Obstgarten des »Kainzenhofes« steht eine 1636 errichtete Pestsäule. Der heutige Waldweg nach Arbing war im Mittelalter ein Teil einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung. Bei Arbing wurden einige Mostbirnsorten gepflanz: Sie stammen aus dem österreichischen Mostviertel und sollen auf ihre Eignung im hiesigen Klima erprobt werden.
Vom Ende des 17. Jahrhunderts stammt die kleine Kapelle von Ärbing mit ihrem Marienaltärchen, das danebenstehende Steinmarterl von 1702.
Der Rotmarmor-Gedenkstein von 1647 bei Siggenham erinnert an den tödlichen Unfall des Freiherrn Ferdinana von Schurrf. Er stürzte an dieser Stelle vom Pferd.
Vorbei an der Grabl-Mühle steigen wir in das Priental hinab. Ein kleines technisches Denkmal ist das Elektrizitätswerk der Gemeinde Prien, das 1906 nach Plänen von Oskar von Miller, dem Gründer des Deutschen Museums, errichtet wurde.
Auf einem ruhigen, erfrischenden Weg erreichen wir schließlich wieder Prien, den Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Dorf und Landschaft sind Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanze.

Der Obst- und Kultur-Wanderweg Ratzinger Höhe soll dazu beitragen, daß Dorf- und Landschaftsbestandteile erkannt und erhalten werden.

Der alte bäuerliche Obstgarten ist
— Eingrünung von Hof und Dorf
— Nebenerwerb für den Landwirt
— Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Entlang des Weges wurden viele verschiedene Obstsorten gepflanzt
— zum Kennenlernen der Frucht
— zum Schneiden von Edelreisern
— zum Vergleichen der Standortansprüche
— zum Erhalten der Sorten

Kulturdenkmäler wie Kirchen, Kapellen und Feldkreuze geben Zeugnis von Glauben und Brauchtum in der Bevölkerung.

Strecken- und Zeitaufwand: südliche Schleife: 9 km 2 1/2 Std. nördliche Schleife: 8km 2 1/2 Std. 

Höhenunterschiede:
Prien: 540m
Ratzinger Höhe: 690 m
Letten: 480m


 

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Stand: 06. November 2008