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Müllner-Peter-Museum - Müllner Peter - Prientalwanderweg - Öko-Kulturweg

Tourist Information

83229 Sachrang Tel: 08057/378 Fax: 08057/1051 Internet: www.sachrang.de e-mail: info@sachrang.de 


Müllner Peter Museum
mit Lehrer Hickl Zimmer

Das Müllner-Peter-Museum wurde von der Gemeinde Aschau i.Ch. zusammen mit dem Museumsverein Müllner-Peter-von-Sachrang eingerichtet und im September 2001 eröffnet. Es ist im Dachgeschoss des ehemaligen Schulhauses in der Schulstraße 3 untergebracht; das "Lehrer-Hickl-Zimmer" im 1. Stockwerk.

Frau Dr. Margot Hamm vom Haus der Bayerischen Geschichte entwickelte auf den Grundlagen der Müllner-Peter-Ausstellung im Jahre 1993 (150. Todestag) das Konzept für das Museum.

Es gliedert sich in 9 Abteilungen:

1. Sachrang im Kurfürstentum u. Königreich Bayern (1766-1843) Ortsgeschichte 
2. Der Müllner-Peter von Sachrang als Müller Wirtschafts— und Sozialgeschichte
3. Der Müllner-Peter von Sachrang als Musiker Weltliche und geistliche Musik
4.Der Müllner-Peter von Sachrang als religiöser Mensch Aufklärung und Volksreligion
5. Der Müllner-Peter von Sachrang als Laienarzt und Apotheker Medizinische Versorgung auf dem Land
6. Der Müllner-Peter von Sachrang als Privatmann Ehe und Familie
7. Der Müllner-Peter von Sachrang als Untertan Die "große" und die "kleine" Politik
8. Der Müllner-Peter von Sachrang als Filmfigur im 20. Jh. Rezeption und Geschichtsbild
9. (abgetrennt von o.a. Thematik) Lehrer-Hickl-Zimmer Schule auf dem Land ("Der Lehrer von Stein“, 1908-1927)

Lehrer-Hickl-ZimmerDas Lehrer-Hickl-Zimmer
Im 1. Obergeschoss des ehem. Schulgebäudes ist das "Lehrer-Hickl­Zimmer“ untergebracht (Originalmöbel und Exponate von 1910). Max Hickl war von 1908-1927 der erste Lehrer der Einödschule Stein (zwischen Aschau und Sachrang). Sein Nachlass erlaubt einen Blick in einen vom 1. Weltkrieg geprägten Zeitabschnitt auf dem Lande. Hickl ist in seiner Aufgeschlossenheit gegenüber Neuerungen und seinem Engagement in der Gesellschaft mit dem Müllner­Peter vergleichbar. Näheres über sein Leben und Wirken steht in der vom Aschauer Heimat- und Geschichtsverein herausgegebenen Broschüre "Der Lehrer von Stein“ (im Museum erhältlich!).

FilmaufnahmeDer Nachruhm
Der Sachranger Lehrer Hanns Heininger (1932-37) schrieb die Erzählungen der Großnichte Peter Hubers, dem Auer Liesei, auf. Dr. Carl-Oskar Renner veröffentlichte in den 60er Jahren über den Rosenheimer Verlag seinen Roman Der "Mullner-Peter von Sachrang“, den der Bayerische Rundfunk 1972 als Grundlage zum Fernsehdreiteiler "Sachrang. Eine Chronik aus den Bergen.“ verwendete. 1993, zum 150. Todestag, gab es eine umfassende Ausstellung; dazu erschien das Buch "Die Zeit des Müllner-Peter von Sachrang.“

HeilkräutergartenDer Heilkräutergarten
Im Zusammenhang mit der Ausstellung entstand am Sachranger Schulhaus der Heilkräutergarten. In ihm wachsen vor allem Pflanzen, die Peter Huber in seinem Rezeptbuch erwähnt und sicherlich selber angebaut oder genutzt hat. Führung durch den Heilkräutergarten von Mai bis Oktober mittwochs 10 Uhr (ab 5 Personen).


Müllner Peter von Sachrang

Als fünftes von acht Kindern der Müllnereheleute Georg und Margarethe Huber, deren Vorfahren seit 1552 auf der "Mühl in der Au" (Ortsteil Aschach) ansässig sind, wird er am 29.06.1766 in Sachrang geboren und auf den Namen Peter getauft.

Von Peter Huber verzierter Notenblatt-TitelDer Musiker
Schon recht bald muss er Freude an Musik und Musizieren verspürt haben. Sein Leben lang nutzte er sein herausragendes musikalisches Talent. Durch sein Wirken als Organist, Chormeister, Arrangeur und Komponist prägte er Musik und Gesang in seiner Heimatgemeinde. Ein Großteil seiner schöpferischen Arbeit blieb der Nachwelt im sogen. "Sachranger Notenschatz“ erhalten. Für seine künstlerische Neigung sprechen auch die hübschen Verzierungen auf vielen Notenblättern.

Rekonstrucktionszeichnung der Aschauer MühleDer Müller und Bauer
Aus verschiedenen Briefen, seiner umfangreichen Bibliothek und zahlreichen Aufzeichnungen ist zu schließen, dass er einen überdurchschnittlichen Bildungsgrad besaß. Näheres darüber ist allerdings nicht überliefert.
1809 übernahm er das elterliche Anwesen und die Getreidemühle im Aschacher Grund und ging seinem Beruf als Müller und Bauer nach. Im Alter von 48 Jahren heiratete er die 31 jährige Nachbarstochter Maria Hell (25.10.1813) Die Ehe blieb kinderlos. Seiner Frau wird die hübsche Bemalung der teilweise noch erhaltenen Möbel zugesprochen.

Der Heilkundler
Neben der Musik galt seine Leidenschaft der Heilkunde. Als Tier- und Menschenarzt war sein Rat weithin gefragt. Auf diese Fertigkeit verweisen vor allem zwei umfangreiche Handschriften mit Rezepturen aus jener und längst vergangener Zeit, Einträge in den Sterbematrikeln und eine eigene Apotheke mit dazugehöriger Literatur in der Mühle.

Peter Hubers UnterschriftDer Bürger
Er setzte sich für seine Mitbürger ein und half ihnen in rechtlichen Angelegenheiten. Peter Huber war der „Aufklärung“ zugetan. In der Zeit des Tiroler Aufstandes (um 1809) hielt er regen Kontakt zum Walchseer Vikar Anton Harlander und zum Pfleger in Hohenaschau. 1817 wurde er Gemeindevorsteher in Sachrang.

Der religiöse Mensch / Die Wallfahrt
Ob der Unglückstod seiner Frau am 19. Juli 1824 den Ausschlag gab, die vom Verfall bedrohte Ölbergkapelle (erbaut im 17. Jh.) zu retten, ist nicht bewiesen. Fest steht nur, dass er mit großem persönlichen und finanziellen Einsatz das Wallfahrtskirchlein an der Tiroler Grenze renovieren ließ, im September 1827 wurde sie benediziert und die Tradition der Wallfahrt zum Ölberg lebte wieder auf. Nach 1850 (Peter Huber starb am 19. August 1843) geriet sie jedoch allmählich in Vergessenheit. Der 1973 gegründete Freundeskreis des Müllner-Peter ließ die Kapelle in den 70er Jahren dankenswerterweise renovieren und belebte die Ölberg-Wallfahrt neu. Seit 1972 ist die Bayerisch-Tiroler Wallfahrt am 3. Sonntag im September fester Bestandteil des kulturell-religiösen Lebens im Priental.

 

Ausschnitt aus dem beiderseits bemalten 300 x 20 cm Brett (Hauptkapelle)


Der Prientalwanderweg

Ein besonderes Erlebnis ist die Wanderung "auf den Spuren des Müllner-Peter" von Aschau i.Ch. nach Sachrang. Ausgangspunkt für die etwa 12 km (ca. 3 Stunden) lange Strecke ist die Tourist Information in Aschau. Der Weg ist als Prientalweg Nr. 12 oder "Grenzenlos" -Wanderweg gut beschildert. Es besteht die Möglichkeit, eine Teilstrecke mit dem Linienbus zu überbrücken.

Der Öko-Kulturweg

12 Hinweisstationen auf dem ca. 5 km langen gut beschilderten Öko-Kulturweg informieren den Wanderer über die Zusammenhänge zwischen Natur, Landwirtschaft und Kultur der bäuerlich geprägten Alpenregion im oberen Priental und Tirol. Ein guter Tipp für alle, die sich nach einem Museumsbesuch für ca. 2 Stunden die Füße vertreten wollen. Start: Am Müllner-Museum in der Schulstr. 3 in Sachrang.


 

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Stand: 26. September 2002